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Thursday, 8 Dec 2011

Alles wartet auf die „Bazooka“ der EZB

EZB Präsident Mario Draghi hat seine Bereitschaft erkennen lassen die europäischen Staaten mit zusätzlichen Anleihe-Käufen zu unterstützen, falls die europäischen Regierungen Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen von Investoren in die Eurozone wiederherzustellen. Allerdings dürfte eine solche Ankündigung frühestens nach dem Ende des EU Wirtschaftsgipfels am Freitag erfolgen und nachdem sich die europäischen Staaten verpflichtet haben ihre Schulden und Haushaltsdefizite in den Griff zu kriegen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupdowndowndownupup
Wochentendenzupupdownupupdown
Resistance 1.36101.600080.200.97751.07500.8830
1.35301.589079.500.94601.04500.8760
1.34901.578078.700.93301.03400.8660
Support1.33501.552576.550.90651.00500.8515
1.32601.542075.560.89200.96600.8485
1.31451.52700.87600.93850.8355

Wirtschafts News

USD - Europäische Schlagzeilen bestimmen den Kurs des USD

Der USD verzeichnet unterschiedliche Ergebnisse während sich der Stress in Europa in den nächsten beiden Tagen zuspitzt. Aufgrund fehlender US Wirtschaftsdaten wurden die Bewegungen der G10 Währungen von den Schlagzeilen aus Europa bestimmt. Dieses Szenario hatte es schon einmal gegeben, mit im Vorfeld eines europäischen Gipfels ansteigenden riskanten Anlagewerten und einer nach dem Wochenende nachlassenden Euphorie. Als Beispiele dafür sollten Investoren auf den 21. Juli und den 26. Oktober zurückgreifen. Heute werden die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen veröffentlicht, doch dürften diese interessemäßig in den Hintergrund treten, da zeitgleich zur Bekanntgabe die EZB Pressekonferenz stattfindet.

Der USD DXY Index dürfte Aufschluss darüber geben, was bevorsteht. Wie es scheint hat sich ein Double Top Reversal Pattern bei 79,70 vom Hoch vom 4. Oktober und dem Hoch vom 25. November gebildet. Die letzten CFCT IMM Daten zeigen, dass der USD DXY der längsten Positionierung seit Sommer 2010 unterliegt. Folglich dürfte dem USD eine Umkehr bevorstehen, sollte Europa die Märkte mit positiven Maßnahmen zur Unterstützung des Investoren-Vertrauen, zum Wochenende hin, überraschen.

EUR - Eine EZB „Bazooka“

Der EUR handelte die letzte Woche über im Wesentlichen auf der Basis von Schlagzeilen und Gerüchten. Gestern bildete da keine Ausnahme mit einem Artikel in der Financial Times über einen möglichen doppelten Rettungsplan. Der Vorschlag EFSF aufrechtzuerhalten, wenn ESM Mitte 2012 in Aktion tritt, wurde von Deutschland abgeschmettert. Das in Verbindung mit einer größeren Beteiligung von Banken am Euro Swap der EZB von EUR zu USD stützte den EUR beim gestrigen Handel. Der Swap ist der erste nach der koordinierten Zentralbank-Maßnahme in der vergangenen Woche zur Erhöhung der USD Liquidität.

Auf das heutige EZB Treffen werden große Hoffnungen gesetzt. Neben einer Senkung des EZB Leitzinssatzes um 25 Basispunkte werden zusätzliche Liquiditätsmaßnahmen erwartet. Wahrscheinlich wird die Volatilität vor Draghis Pressekonferenz abnehmen. EZB Präsident Mario Draghi hat seine Bereitschaft erkennen lassen die europäischen Staaten mit zusätzlichen Anleihe-Käufen zu unterstützen, falls die europäischen Regierungen Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen von Investoren in die Eurozone wiederherzustellen. Allerdings dürfte eine solche Ankündigung frühestens nach dem Ende des EU Wirtschaftsgipfels am Freitag erfolgen. Nur wenn es Deutschland gelingt eine Einigung über durchsetzbare Haushaltslimits und adäquate Reformen bei den EU Mitgliedsstaaten durchzusetzen, würde die EZB unbegrenzten Anleihe-Käufen zustimmen. Das Risiko für den EUR besteht darin, dass Draghi mit zusätzlichen EZB Maßnahmen zur Unterstützung der Eurozone nicht einverstanden ist.

Falls jedoch die EZB die Gefahr einer Deflation in der EU Wirtschaft sieht, könnte die EZB in Form einer quantitativen Lockerung (QE) eingreifen und damit die ganze Debatte um verschwommene Geldmarkt- und Finanzpolitik umgehen.

GBP - BoE nach wie vor friedfertig, doch wird keine Veränderung erwartet

Die Bank of England (BoE) tagt heute, was allerdings angesichts der Schlagzeilen aus Europa von vielen Beobachtern so gut wie unbemerkt blieb. Es wird erwartet, dass die BoE den Leitzinssatz unverändert belassen wird und dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach den Umfang ihrer Anleihe-Käufe nicht steigern wird. Gestern veröffentlichte Zahlen belegen, dass die Industrieproduktion im Monat Oktober um 0,7% geschrumpft ist. Allgemein war man von einem Rückgang von nur 0,1% ausgegangen. Allerdings stieg am Montag der britische Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen unerwarteterweise von 50,6 auf 52,1. Die widersprüchlichen Daten werden sehr wahrscheinlich jedoch die BoE nicht davon abhalten in nächster Zeit geldmarktpolitische Erleichterungen einzuleiten, da die Zentralbank einen kräftigen Rückgang beim inflationären Druck prognostiziert. Die EUR/GBP-Paarung findet Unterstützung bei 0,8515 von der Mitte-November-Konsolidierung, gefolgt von 0,8485, dem Tief vom 10. November. Widerstand findet sich bei 0,8660, dem Hoch vom 22. November und beim 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 0,8750.

Rohöl - Rohöllagerbestände steigen sprunghaft an

Dem wöchentlichen Bericht der US Energy Information Administration zufolge ist es zu einem erheblichen Anstieg bei den US Rohöllagerbeständen gekommen. Das hat den Rohölpreis nicht davon abgehalten sich wie die US Aktien rückläufig zu verhalten. Wie die meisten anderen Rohstoffe auch unterliegt der Rohölpreis in seiner Richtung den Ereignissen in Europa. Sollte Europa zu einer Einigung finden die finanziell klammen Staaten zu unterstützen, dürfte der Rohölpreis sehr wahrscheinlich in gleicher Weise wie höhere Erträge erzielende Anlagewerte wie Aktien und der AUD ansteigen.

Ein Blick auf die Charts bestätigt, dass sich der Preis für Rohöl an der steigenden Trendlinie von den Oktober- und November-Tiefs versucht, deren Wert heute bei $ 100 pro Barrel liegt. Obwohl der Winkel der Trendlinie zu scharf ist um diese aufrechtzuerhalten, würde ein Rückgang auf $ 95 pro Barrel das bullische technische Bild nicht gefährden.

Technische News

EUR/USD

Das Wochen-Chart zeigt, dass die Paarung in einer symmetrischen Dreiecksformation handelt, wobei die Widerstandslinie vom Mai-Hoch abfällt und die Unterstützungslinie vom Jahres-Tief. Erste Unterstützung dieses Chart-Musters findet sich diese Woche bei 1,3200. Ein Durchbruch hier dürfte wahrscheinlich nicht nur die Tür zum Oktober-Tief von 1,3145 öffnen, sondern ebenfalls zu 1,3050, der 61,8% Fibonacci Rückführung der Aufwärtsbewegung von 2010 zu 2011. Das Januar-Tief von 1,2875 könnte eine zeitnahe Kurs-Aktion enthalten. Andererseits bildet das Hoch vom 18. November bei 1,3610 ersten Widerstand, gefolgt von der Mitte-November-Konsolidierung von 1,3860, bei der auch der 100-Tage-Bewegungsdurchschnitt liegt. Der Spitzenwert der Dreiecksformation dürfte wahrscheinlich Aufwärtsbewegungen in Richtung 1,4230-1,2350 enthalten.

GBP/USD

Vergangene Woche fand die Paarung Widerstand bei 1,5780, einem Wert, der sich schon in der Vergangenheit als Widerstandswert erwiesen hat. Zusätzlicher Widerstand findet sich beim Oktober-Hoch von 1,6165. Der Slow Stochastic auf dem Monats- und dem Wochen-Chart ist weiterhin rückläufig und so bildet das November-Tief von 1,5435 ersten Widerstand, gefolgt vom Oktober-Tief von 1,5270. Die letzte Bastion der Unterstützung für die GBP/USD-Paarung findet sich bei der von den Tiefs in 2009 und 2010 ansteigenden Trendlinie deren Wert bei 1,0590 liegt.

USD/JPY

Die USD/JPY-Paarung dehnt sich über die langfristige Trendlinie des Hochs in 2007 aus, deren Wert bei 78,70 liegt. Es bedarf eines Durchbruchs dieses Werts um den jüngsten Kursanstieg zu bestätigen. Der Slow Stochastic auf dem Wochen- und dem Monats-Chart zeigt Aufwärtstendenz, so dass Händler weiteren Widerstand bei 79,50 vom Post-Interventions-Hoch finden dürften. Der 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt liegt ebenfalls knapp unter diesem Wert. Sollte die Paarung die langfristige Trendlinie nicht erreichen, dürfte sich der Stau zwischen 77,50-77,60 als unterstützend erweisen, während das Allzeit-Tief nahe 75,60 sich als letzte Unterstützung zeigt.

USD/CHF

Der Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart zeigt sich bereits rückläufig und auch der Slow Stochastic auf dem Monats-Chart beginnt sich zu wenden. Das geschieht nachdem es der Paarung nicht gelungen ist einen Durchbruch oberhalb des Widerstandswerts von 0,9330 zu vollziehen. Folglich findet das Paar Unterstützungen bei 0,9065, dem Tief der vergangenen Woche, gefolgt vom November-Tief von 0,8760 und dem Oktober-Tief von 0,8565. Ein Durchbruch oberhalb des 0,9330 Widerstandswerts könnte Kursgewinne in Richtung des Jahres-Hochs von 0,9780 auslösen.

Die Wild-Card

AUD/NZD

Das Technische Bild für die AUD/NZD-Paarung zeigt eine Dreiecks-Konsolidierungsformation vom Hoch vom 18. November und dem Tief vom 25. November. Erster Widerstand findet sich bei 1,3210, gefolgt von 1,3380 von der Trendlinie des Jahres-Hochs. Forex-Händler sollten sich bewusst sein, dass ein Ausbruch aus dieser Chart-Formation sich normalerweise in Richtung des Trends entwickelt, allerdings ist diese Regel nicht in Stein gemeißelt. Unterstützung findet sich bei 1,3080, der vom Tief vom 25. November ansteigenden Unterstützungslinie, gefolgt von 1,2930, dem Tief vom 1. November. forex

Aktuelle Zeit: 05/25 06:59 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/25
08:15CHF+ Employment Level4.04M4.05M -3
09:00EUR+ Italian Retail Sales0.6% -0.1% -1
14:55USD+ Revised UoM Consumer Sentiment77.877.7 -3
14:55USD+ Revised UoM Inflation Expectations3.1% --1
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