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Monday, 21 Jun 2010

Angekündigte Yuan-Flexibilität sorgt für Aufregung am Markt - USD fällt

Die Volksrepublik China teilte am Samstag mit, dass sie den Wechselkurs des Yuan flexibler gestalten will. Damit stellt Peking eine flexiblere Wechselkurspolitik in Aussicht. Seit Juli 2008 koppelt die People's Bank of China (PBoC) den Yuan aufgrund der weltweiten Finanzkrise wieder an die US-Währung. Als direkte Reaktion auf die Ankündigung der PBoC kletterte der Yuan zum Dollar auf den höchsten Stand seit 5 Jahren. Am deutschen Aktienmarkt konnte am Montagmorgen ein regelrechtes Kursfeuerwerk beobachtet werden. Eine Aufwertung des Yuan würde eine verbesserte Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen in China bedeuten, die durch die jüngste Abwertung des Euro bereits gestärkt ist.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupupupdownupno
Wochentendenzupupupdownupno
Resistance1.25061.495391.751.11370.88930.8428
1.24751.492191.411.11010.88610.8401
1.24441.489091.101.10700.88300.8375
Support1.23831.482990.491.10100.87690.8322
1.23521.479690.281.09790.87380.8297
1.23201.476289.881.09350.87020.8271

Wirtschafts News

USD - Kann Yuan-Aufwertung Handelsungleichgewichte aufheben?

Als Reaktion auf Chinas Ankündigung am Samstag, den Wechselkurs des Yuan flexibler zu gestalten, schoss die chinesische Währung am Montagmorgen auf ein 5-Jahres-Hoch zum USD. Im Spotgeschäft kostete 1 US-Dollar 6,8026 Yuan nach noch 6,8262 am Freitag. Gleichzeitig stürzte der Greenback um 81 Punkte gegen EUR und wertete in ähnlichem Ausmaß zum britischen Pfund Sterling ab. Die beiden Währungspaare handeln aktuell um 1,2435, bzw. 1,4844.

Mit der Erklärung Pekings stellt die Volksrepublik eine flexiblere Wechselkurspolitik in Aussicht. Seit Juli 2008 koppelt die People's Bank of China (PBoC) den Yuan aufgrund der weltweiten Finanzkrise wieder an die US-Währung. Als direkte Reaktion auf die Ankündigung der PBoC kletterte der Yuan zum Dollar auf den höchsten Stand seit 5 Jahren.

Jedoch hatte dies nicht ausschließlich einen Effekt auf den US-Dollar. Auch Dollar basierende Rohstoff-Anlagen verzeichneten angesichts der USD-Schwäche kräftige Kursgewinne. Beispielsweise starteten die Ölpreise mit deutlichen Aufschlägen in die neue Handelswoche. Investoren verwiesen auf das mögliche Ende der festen Anbindung des Yuan an den USD als Beweggrund für den Preisanstieg. Analysten erwarten einen Zuwachs der Ölimporte durch China in der Konsequenz. Zum Wochenstart hat die Volksrepublik die Erwartungen an die angekündigte Yuan-Aufwertung jedoch bereits reduziert. Staatlichen Medien zufolge bedeute die angekündigte Reform des Wechselkurs-Regimes nicht zwangsläufig eine Aufwertung. Nach wie vor sei eine Stabilität des Yuan wesentlich für die gesunde Entwicklung der chinesischen Wirtschaft.

Angesichts einer geringen Nachrichtendichte am heutigen Montag, könnten Händler zunächst weitere Meldungen beobachten, die in Zusammenhang mit Chinas Währungsentscheid stehen. Die chinesische Notenbank ist sich im Klaren darüber, wie gut die chinesische Wirtschaft aktuell dasteht.

EUR - China fördert Risikobereitschaft und EUR-Erholung

Am Montagmorgen wertete der Euro gegen den US-Dollar bis auf ein Niveau von $1,2490 auf. Die Reaktion Chinas auf den monatelangen internationalen Druck, eine Aufwertung seiner Währung umzusetzen, stützte zu Wochenbeginn die europäische Gemeinschaftswährung. Darüber hinaus konnte am deutschen Aktienmarkt am Montagmorgen ein regelrechtes Kursfeuerwerk beobachtet werden. Eine Aufwertung des Yuan würde eine verbesserte Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen in China bedeuten, die durch die jüngste Abwertung des Euro bereits gestärkt ist. Das Währungspaar EUR/GBP kletterte bis auf die Marke von 0,8375 nach dem Tief um 0,8220 in der vergangenen Woche.

Um 16:30 Uhr erwarten die Marktteilnehmer mit Spannung die vierteljährliche Anhörung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Insgesamt begrüßen die Eurozone und Amerika die angekündigte Flexibilisierung der chinesischen Währung. Der Kurs des Yuan soll somit in Zukunft wieder mittels eines Währungskorbs verglichen werden. Angesichts der Tatsache, dass ein Viertel des chinesischen Außenhandels in Euro abgewickelt wird, kommt der Einheitswährung hier eine wichtige Rolle zuteil. Auf eine schnelle Aufwertung setzt Trichet jedoch nicht, da Chinas Yuan durch die jüngste Euro-Schwäche allein in 2010 bereits 15% gegenüber dem EUR zulegte. Die Volksrepublik will ihre Währung insgesamt weiterhin stabil halten, so dass Kursschwankungen lediglich im Rahmen der bisher festgelegten Handelsspanne von 0,5% am Tag erfolgen würden. In den vergangenen Monaten hatte Trichet China wiederholt vergeblich zur Aufwertung des Yuan aufgefordert. Eine stärkere chinesische Währung könnte globale Handelsungleichgewichte aufheben. Der aktuell unterbewertet Yuan verteuert EU-Ausfuhren nach China und verbilligt künstlich chinesische Exporte.

JPY - Reagiert Japans Premier auf China-Anküdigung mit JPY-Abwertung?

Selbst Safe-Havens wie der japanische Yen stiegen als Reaktion auf die Ankündigung Chinas, eine stärkere Aufwertung des Yuan zuzulassen. Die asiatischen Aktienmärkte feierten die Meldung mit Kursgewinnen. In Tokio legt der Nikkei kräftig zu. Insgesamt gilt die Bekanntgabe Chinas in Tokio als positives Zeichen.

Sie signalisiert eine stabile Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und reduziert gleichzeitig die Konkurrenz für die japanische Wirtschaft. Wird die Lockerung der chinesischen Währungspolitik jedoch von einer anhaltenden Yen-Aufwertung begleitet, könnte dies japanische Exportwerte belasten. Händler sollten jegliche Äußerungen aus Japan zum Thema aufmerksam verfolgen.

Rohöl - Nachfrageanstieg stützt Ölpreis und belastet USD

Auch der Ölpreis startete am Montag mit deutlichen Aufschlägen in die neue Handelswoche. Händler verwiesen auf das mögliche Ende der festen Anbindung des Yuan an den USD als Beweggrund für den Preisanstieg. Analysten erwarten einen Anstieg der Ölimporte durch China in der Konsequenz. Darüber hinaus begründen Händler einen erhöhten Energiebedarf mit dem Start in die sommerliche US-Fahrsaison.

In Asien verteuerte sich ein Barrel Rohöl der Referenzsorte WTI um $1,43 auf $78,61. Der amerikanische Ölpreis erreichte zwischenzeitlich mit $78,69 den höchsten Wert seit Mitte Mai. Die Ankündigung Chinas, den Yuan-Wechselkurs flexibler handhaben zu wollen, ließ die Hoffnung auf mehr Ausgewogenheit im globalen Handel wieder aufleben. Durch eine weltweite konjunkturelle Erholung könnte die Nachfrage nach Rohöl steigen, so Händler. Möglicherweise klettern die Ölpreise im weiteren Wochenverlauf bis auf die Marke von $80 pro Barrel. Einige Händler erwarten wiederum eine tendenzielle Kurskorrektur zurück bis auf $75 pro Barrel.

Technische News

EUR/USD

Dieses Paar setzt seinen Aufwärtstrend unaufhaltsam fort und handelt aktuell um einen kurzfristigen Widerstand bei 1,2450, dem Rekordhoch vom 28. Mai. Eine Überwindung dieser Marke könnte den Preis bis zum nächsten Widerstand bei 1,2520 befördern. Innerhalb eines größeren Zeitfensters wird sich zeigen, ob EUR/USD wieder an der Marke von 1,2670 scheitert.

GBP/USD

Dieses Paar testet aktuell eine Speed-Line der langfristigen Trendlinie auf der Wochen-Chart. Diese hat sich am 17. Januar herausgebildet. Ein Durchbruch der Linie könnte den Preis zum nächsten langfristigen Widerstand bei 1,5300 auf der Wochen-Chart drücken.

USD/JPY

Die meisten Indikatoren bewegen sich momentan innerhalb einer neutralen Spanne. Anleger sollten weitere Entwicklungen bei USD/JPY zunächst abwarten, bevor sie diesem Markt beitreten. Die Chart-Signale bleiben derzeit uneinheitlich.

USD/CHF

Der Relative Strength Index (RSI) der 8-Stunden-Chart schwankt im „überverkauften“ Bereich. Hier könnte sich im weiteren Tagesverlauf eine Kurskorrektur nach oben ergeben. Diese Theorie wird von Bollinger Bands und Slow Stochastic auf der Tages-Chart bestätigt. Händlern empfiehlt es sich, heute bei eng gesetzten Stopps auf steigende Kurse zu setzen.

Die Wild-Card

CHF/JPY

Praktisch jeder verfügbare technische Indikator zeigt CHF/JPY weit im „überkauften“ Bereich an. Dazu zählen RSI der 8-Stunden-Chart sowie Slow Stochastic der Tages-Chart. Bei engen Stopps auf fallende Kurse zu setzten kann für Forex -Händler heute eine gute Entscheidung sein, da sich für CHF/JPY Kurskorrekturen nach unten ankündigen.

Aktuelle Zeit: 05/25 07:07 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/25
08:15CHF+ Employment Level4.04M4.05M -3
09:00EUR+ Italian Retail Sales0.6% -0.1% -1
14:55USD+ Revised UoM Consumer Sentiment77.877.7 -3
14:55USD+ Revised UoM Inflation Expectations3.1% --1
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