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Wednesday, 13 Jul 2011

Bernanke spricht heute vor dem Kongress

Der Chef der US Notenbank Ben Bernanke wird heute um 15:00 MGZ vor dem Finanzausschuss des Kongresses in Washington, D.C. sprechen. Seine Äußerungen führen für gewöhnlich zu heftiger Volatilität an den Devisenmärkten, da sie auf mögliche zukünftige geldmarktpolitische Bewegungen der US Notenbank hinweisen können.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndowndowndownnodown
Wochentendenzupupdowndownupup
Resistance1.43701.627082.800.88451.08900.9075
1.41601.614081.500.87551.07700.8950
1.40701.591080.450.85501.06600.8830
Support1.39501.575079.500.83601.05700.8720
1.38401.565076.110.82751.03800.8630
1.37201.53501.02750.8530

Wirtschafts News

USD - Seite an Seite mit Marktpessimismus legt ein bullischer USD an Stärke zu

Der US Dollar verzeichnet seit Ende vergangener Woche einen Aufschwung, da Händler, aufgrund von Spekulationen dass sich die weltweite Konjunkturbelebung abschwächt und die wirtschaftliche Erholung im Laufe des Jahres einen Rückschlag erleiden dürfte, sich mehr und mehr in Richtung Sicherheit orientieren. Befürchtungen hinsichtlich einer Ausweitung der Schuldenseuche in Europa sowie die jüngste inflationäre Trägheit in Großbritannien sind die neuesten Puzzleteile im verhängnisvollen wirtschaftlichen Gesamtbild.

Bislang haben die Nachrichten dafür gesorgt, dass sich die EUR/USD-Paarung in Richtung 1,4000 bewegt hat, wobei 1,3900 ins Auge gefasst werden kann, sollte der Kurs unter diese Trendlinie absacken. Nachdem in den Volkswirtschaften in Europa, Großbritannien und den USA gestern diverse einflussreiche Wirtschaftsnachrichten veröffentlicht wurden, sahen Händler eine massive Zuwendung zu Sicherheitsanlagen, da die Daten des britischen Verbraucherpreisindexes enttäuschten, ähnliche Daten aus Frankreich und Deutschland nur geringfügiges Wachstum verzeichneten und das US Handelsdefizit den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreichte.

Da heute ein weiterer Tag mit vielen Wirtschaftspublikationen bevorsteht können sich Händler auf eine Fortsetzung von Portfolioangleichungen einstellen, da auch die Volatilität erhöht bleiben wird. Aus der US Wirtschaft werden Daten über den Haushaltssaldo, die Importpreise und die Rohöllagerbestände bekannt gegeben. Der Chef der US Notenbank Ben Bernanke wird heute vor dem Finanzausschuss des Kongresses in Washington, D.C. sprechen. Seine Äußerungen führen für gewöhnlich zu heftiger Volatilität, da sie auf mögliche zukünftige geldmarktpolitische Bewegungen der US Notenbank hinweisen können.

GBP - Britische Inflationszahlen üben Druck auf die heutigen Beschäftigungsdaten aus

Devisenhändler die sich in dieser Woche an der Stärke des britischen Pfund Sterling interessiert zeigten, bemerkten eine dezente Abwendung von der Insel-Währung, nachdem Berichte über eine schleppende Inflation die Sorgen über die Schulden- und Beschäftigungslage in der Region ansteigen ließen. Auch die italienische Wirtschaft wird mit Sorge betrachtet, da sie möglicherweise ebenfalls unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen muss, während sich die strukturellen Mängel in der gegenwärtigen Debatte intensivierten.

Solche Nachrichten wurden auch noch von den schwächer als erwarteten britischen Inflationsdaten verstärkt. Der vom britischen Statistikamt veröffentlichte Verbraucherpreisindex (CPI) und die Kernrate des Verbraucherpreisindexes lagen erheblich unter dem was von Wirtschaftswissenschaftlern prognostiziert worden war. Die gleichzeitig bekannt gegebenen Berichte über den Erzeugerpreisindex (RPI) und den Immobilienpreisindex der Kommunen (DCLG HPI) lagen ebenfalls unter den Erwartungen, was zu der Befürchtung Anlass gab, dass das Wirtschaftswachstum in eine Phase der Stagnation eintreten könnte. Zu diesen Bedenken trug auch der unerwartete Anstieg beim britischen Handelsbilanzdefizit bei.

Folglich scheinen sich Händler vermehrt Gedanken darüber zu machen, wie Daten wie der heutige Arbeitsmarktbericht den Morast, der sich hinter den Marktaussichten dieser Woche auftut, beeinträchtigt. Sollte die Arbeitslosenstatistik eine größere Zahl von Ansprüchen auf Arbeitslosenunterstützung aufweisen als gedacht, könnte das das GBP in einen Abwärtstaumel versetzen, während Investoren sich vom Risiko abwenden. Der Einkommensindex dürfte auch aufzeigen, dass immer weniger Firmen Neueinstellungen oder Gehaltserhöhungen vornehmen, was für ein immer stärkeres strukturelles Manko auf dem Beschäftigungssektor spricht.

JPY - Japanische Yen weiter im Aufschwung während Risikofreudigkeit abnimmt

Der japanische Yen (JPY) verzeichnete gestern Kursanstiege zu den meisten seiner Währungsrivalen, da diverse Wirtschaftspublikationen seit letzter Woche dafür sorgten, dass Händler sich wieder Sicherheitsanlagen zuwandten. Der Yen hat in den vergangenen Wochen an Momentum zugelegt, da sich Risikovermeidung an den Weltmärkten breit gemacht hat, sowie aufgrund der Sorgen über Griechenlands Schulden, dem Einbruch auf dem weltweiten Fertigungssektor und den steigenden Energiekosten. Befürchtungen, dass sich die Schuldenseuche von Griechenland auf Italien ausdehnen wird spielen eine immer größere Rolle bei der Risikoeinschätzung.

Diese Bewegung hat dazu beigetragen den Kurs des Yen zu all seinen Währungsrivalen steigen zu lassen, einschließlich anderer Safe-Hafen-Währungen wie dem US Dollar (USD). Die gleich bleibende und zahme Geldmarktpolitik der Bank of Japan (BOJ) verstärkt den Reiz des Yen, da Investoren seine geringe Ertragslage als effektives Wertedepot betrachten. Das gestern Morgen veröffentlichte Leitzins-Statement der BOJ hat an dieser Stimmung wenig geändert, da der Zinssatz auf seinem Rekordtief belassen wurde. Händler scheinen weiterhin auf den Reiz des JPY als Abwehr unerwünschter Risiken zu setzen.

Rohöl - Während USD-Paarungen Kursgewinne verzeichnen sinkt der Rohölpreis

Der Rohölpreis fand am Dienstag geringfügige Unterstützung, da sich die Stimmungslage am Abschwung des USD Kurs und dem leichten Aufwärtsknick des EUR zu orientieren schien. Die Daten der vergangenen Woche aus Europa und den USA veranlassen immer noch viele Investoren sich wieder Safe-Hafen-Anlagen zuzuwenden, da viele Berichte auf einen überraschenden Abwärtsknick beim Wachstum, weltweiter Industrieproduktion und den Verbraucherausgaben hinwiesen.

Während Investoren nach Sicherheit suchten fiel der Preis für Rohöl, der seit Mitte vergangener Woche einen Aufstieg verzeichnete, am Montag auf ein Wochen-Tief von $ 95,60 pro Barrel und stieg am Dienstag wieder über $ 96. Der plötzliche Anstieg des Dollarkurses aufgrund der risikovermeidenden Stimmungslage trug dazu bei, dass viele Investoren ihre Verkaufspositionen bei physischen Anlagewerten aufstockten, doch trug der gestrige zeitweise Abschwung beim New Yorker Handel zum leichten Rohölpreisanstieg bei. Sollte die Stimmungslage beim Rohöl die Woche über anhalten, könnte der Ölpreis weiterhin mit solchen Preisbewegungen rechnen.

Technische News

EUR/USD

Nach einem unechten oberen Ausbruch vom Dreiecks-Chart-Muster nähert sich die EUR/USD-Paarung der steigenden Unterstützungslinie von dem Mai-Tief bei 1,4160. Der sinkende Stochastic auf dem Tages- und Monats-Chart lässt darauf schließen, dass die nächste Bewegung wieder rückläufig sein wird. Bei einem Durchbruch hier findet sich der nächste Haupt-Unterstützungswert bei 1,3970. Der 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 1,3905 könnte sich ebenfalls als unterstützend erweisen. Unterhalb dieses technischen Schlüsselwerts findet sich die steigende Trendlinie vom Mai-Tief in 2010 bei 1,3710, was Händlern den Kauf bei diesem Wert schmackhaft machen dürfte. Andererseits dürfte sich das Hoch vom 7. Juli bei 1,4370 als unterstützend erweisen, wie auch der sinkende Widerstandswert von den Hochs in Mai und Juli bei 1,4530. Ein Handelsschluss über dem Juni-Hoch von 1,4700 könnte darauf hinweisen, dass sich das Momentum umkehrt.

GBP/USD

Die Paarung ist in einer 220-Pips-Bandbreite verhaftet, während sie sich abmüht über ihrem 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt und erstem Unterstützungswert von 1,5910 zu bleiben. Bei einer Bewegung darunter findet sich die nächste Unterstützung bei 1,5750, dem Tief vom vergangenen Januar, nicht weit von der 38% Fibonacci Rückführung der Bewegung von Mai 2010 bis April 2011. Unterstützung findet sich auch bei 1,5650, einem Wert der im Oktober und Dezember des vorigen Jahres sowohl als Unterstützung als auch Widerstand diente. Das Konsolidierungsmuster ist bei 1,6140 der Halslinie der Kopf-Schulter-Formation gedeckelt. Für Händler, die bislang nicht verkauft haben, könnte das der Wert sein von dem sich ein möglicher Aufschwung erzielen ließe. Eine Umkehr des Chart-Musters der Kopf-Schulter-Formation zeigt eine maßvolle Bewegung, die die GBP/USD-Paarung nach unten bis auf 1,5370 drücken könnte.

USD/JPY

Die Folge steigender Hochs und sinkender Tiefs hat auf dem Tages-Chart einen bullischen Channel gebildet, doch die Paarung wird sich voraussichtlich weiterhin in einer Handelsspanne bewegen, in der sich die USD/JPY seit Anfang Juni befindet. Eine Reihe von Widerstandswerten wird hinreichend Gelegenheiten eröffnen profitabel zu verkaufen, was dem langfristigen Trend entsprechen würde. Der Spitzenwert des Channel findet sich bei 81,50 und liegt nahe dem 100-Tage-Bewegungsdurchschnitt. Zusätzlicher Widerstand findet sich beim Mai-Hoch von 82,20 und der fallenden Trendlinie von Hoch in 2007, das bei 82,80 liegt. Der Tiefpunkt des Channel könnte sich bei 80,45 als unterstützend herausstellen, wobei ein Durchbruch hier sich am Mai-Tief von 79,50 versuchen könnte.

USD/CHF

Das Tages-Chart vermittelt ein interessantes technisches Bild für den Schweizer Franken. Die Paarung liebäugelt mit dem 50-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 0,8550, einem technischen Indikator, den die Paarung seit Februar nicht erzielt hat. Möglicherweise bildet sich auch eine Umkehr des Tiefpunkts der Kopf-Schulter-Formation, deren Halslinie von den Mitte-Juni-Hochs und dem Hoch vom 1. Juli abfällt. Eine maßvolle Bewegung des Musters deutet auf potentielle Kursgewinne von 260 Pips hin, wobei eine Umkehr wahrscheinlich die Mai-Tiefs von 0,8755 zum Ziel haben dürfte, sowie den Tiefststand vom 16. März, der auch ein Fibonacci Rückführungswert von 0,8845 ist.

Die Wild-Card

Gold

Der Goldpreis entwickelte sich entsprechend seinem Safe-Hafen-Status und stieg aufgrund der zunehmenden Spannungen in der Eurozone. Der gestrige Preisanstieg um $ 3,40 führte den Rohstoff über den Widerstandswert von $ 1.557 pro Feinunze, und der Goldpreis nähert sich wieder dem im Mai erzielten Rekordhoch von $ 1.576. Forex-Händler sollten sich bewusst sein, dass bei einem Durchbruch dieses Widerstandswerts der Goldpreis sich sehr wahrscheinlich an dem nächsten großen runden Wert von $ 1.600 pro Feinunze versuchen wird. forex

Aktuelle Zeit: 05/25 07:42 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/25
08:15CHF+ Employment Level4.04M4.05M 4.05M3
09:00EUR+ Italian Retail Sales0.6% -0.1% -1
14:55USD+ Revised UoM Consumer Sentiment77.877.7 -3
14:55USD+ Revised UoM Inflation Expectations3.1% --1
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