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Tuesday, 5 Oct 2010

BoJ überrascht Devisenmärkte mit Leitzinssenkung und Aufkauf von Anleihen

Der Japanische Yen rückt in den Fokus des Marktgeschehens. Überraschend teilte die japanische Notenbank am Dienstag im Anschluss an ihre geldpolitische Sitzung mit, dass sie beabsichtige, den Leitzins zur kurzfristigen Geldbeschaffung von Banken auf 0,0% bis 0,1% zu senken. Händler hatten eine weitere Intervention am Devisenmarkt erwartet, jedoch nicht mit einer Senkung der Leitzinsen gerechnet. Darüber hinaus planen die japanischen Währungshüter den Aufkauf von Anleihen für bis zu 35 Billionen Yen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupnodowndowndownup
Wochentendenzupupdowndownupup
Resistance1.39971.605784.840.99080.98420.8877
1.38581.593684.150.98220.97650.8773
1.37711.588383.750.97680.96460.8708
Support1.36321.576283.060.96820.96460.8604
1.35791.569482.770.96490.96100.8565
1.34391.557482.080.95630.95330.8461

Wirtschafts News

USD - Dollar profitiert von abermaligen Sorgen um Eurozone

Am Montag konnte der USD etwas Boden gegen den EUR gutmachen. Wieder aufkeimende Sorgen um die Staatsverschuldung der Euro-Länder belasteten die europäische Gemeinschaftswährung. Nach Ankündigung der Lockerung ihrer Geldpolitik durch die Japanische Notenbank Bank of Japan, fiel der Kurs des Yen. Der US-Dollar verbuchte entsprechende Kursgewinne gegenüber dem JPY.

Die Aufwertung konnte der USD halten, trotz gestriger Konjunkturdaten, deren Ergebnisse recht unterschiedlich ausgefallen waren. Während der Index der ausstehenden Hausverkäufe im August gegenüber dem Vormonat um 4,3% auf 82,3 Zähler anzog und damit über den Erwartungen der Experten lag, ist der Auftragseingang der US-Industrie im August um 0,5% gesunken.

Heute blicken Anleger mit Spannung auf den für 16:00 Uhr zur Veröffentlichung ausstehenden ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe (September) in den USA. Prognosen zufolge soll dieser von 51,5 auf 51,7 Zähler leicht ansteigen.

EUR - EUR gibt aufgrund erwarteter EU-Haushaltssorgen nach

Am Montag gab der EUR gegen den USD nach und rutschte von dem zuvor markierten 6-Monatshoch bis auf unter $1,3700 ab. Neu aufkommende Sorgen um die Staatsverschuldung einiger EU-Mitgliedsstaaten, allen voran Irland, belasten wieder die europäische Einheitswährung. Wie die Regierung des hoch verschuldeten Eurolandes mitteilt, wird die Sanierung der angeschlagenen Anglo Irish Bank mehr kosten als zunächst angenommen. Irland muss voraussichtlich eine Rekordverschuldung eingehen, die das Staatsdefizit auf rekordverdächtige 32% der Wirtschaftsleistung des Landes drückt.

Die Europäische Zentralbank EZB steigert währenddessen ihren Ankauf von Anleihen zur Stützung des europäischen Marktes für Staatsanleihen. Insgesamt beliefen sich die gekauften Staatsanleihen in der vergangenen Woche auf eine Summe von €1,384 Mrd.

Am späten Montagnachmittag sackte der EUR auf $1,3690 ab. Noch am Freitag hatte die Währung der 16 Nationen bei $1,3784 notiert. Kurz nach Markteröffnung heute Morgen handelte das Währungspaar EUR/USD um die Marke von $1,3660. Zum Japanischen Yen schloss der EUR im asiatischen Handel bei Y114,20 von zuvor Y114,81. Das Britische Pfund Sterling handelte um $1,5837 von zuvor $1,5841.

JPY - Yen fällt nach überraschender Leitzinssenkung

Der japanische Yen gab im asiatischen Handel am Dienstag deutlich nach. Investoren reagierten auf den neuesten Beschluss der BoJ, ihre Geldpolitik zu lockern. Über die Senkung der Leitzinsen hinaus, planen die japanischen Währungshüter den Aufkauf von Anleihen für bis zu 35 Billionen Yen. Während der JPY-Kurs kräftig fiel, kam es am Aktien- und Anleihenmarkt in Tokio zu Kursgewinnen.

USD/JPY kletterte im asiatischen Handel heute Morgen bis auf 83,97 in der Spitze, nachdem das Währungspaar gestern Abend in New York bei 83,36 schloss. Zum Euro handelte der Japanische Yen bei 114,79 EUR von zuvor 114,08.

Den Leitzins zur kurzfristigen Geldbeschaffung von Banken planen die japanischen Währungshüter auf 0,0% bis 0,1% zu senken. Zuletzt hatte die Zentralbank vor ungefähr zwei Wochen erstmals nach sechs Jahren am Devisenmarkt interveniert und versucht der starken Aufwertung der Landeswährung entgegenzuwirken. Der Schritt blieb jedoch nahezu ohne Erfolg. Mit der Leitzinssenkung hofft die BoJ nun, das gebremste Wachstum anzukurbeln und den JPY zu schwächen, um Deflationsgefahren zu bekämpfen.

Rohöl - Stärkerer Dollar lastet auf Ölpreisen

Am Montag drehten die Ölpreise im Handelsverlauf ins Minus. Der Preis für ein Fass WTI-Öl zur Auslieferung im November fiel um $0,25 auf $81,33. Nordsee-Brent sackte um $0,63 auf $83,12 ab.

Der Ölmarkt sei momentan überversorgt, so Marktbeobachter. Zudem seien die Preise durch die jüngste Dollar-Aufwertung gegenüber dem EUR belastet. Die Dollar-Stärke treibt die Ölpreise für Anleger anderer Währungen in die Höhe. Analysten erwarten bei den Rohöllagerbeständen der vergangenen Woche einen Anstieg, was den Ölpreis voraussichtlich weiter unter Druck setzten wird.

Händler sollten heute Fundamentaldaten, insbesondere aus der US-Wirtschaft, aufmerksam verfolgen, da diese in der Regel direkt auf die Ölpreise wirken.

Technische News

EUR/USD

Nach der jüngsten Abwertung sind leichte Kurskorrekturen bei EUR/USD zu erwarten. Auf der 2-Stunden-Chart hat der RSI in den überverkauften Bereich gedreht, während der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart aufwärts kreuzt. Für EUR/USD-Anleger könnte es eine gute Entscheidung sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

GBP/USD

Dieses Paar handelt aktuell zwischen 1,5790 und 1,5830. Ein Großteil der Indikatoren bewegt sich im neutralen Bereich. Bei diesem Handelspaar deutlichere Signale abzuwarten, könnte heute eine gute Wahl sein.

USD/JPY

Dieses Paar gibt heute unterschiedliche Signale aus. Während der RSI der Tages-Chart bereits in den überverkauften Bereich gedreht hat, und das Aufwärtskreuzen des Slow Stochastic und des MACD derselben Chart nicht zu übersehen ist, bewegt sich der RSI der 2-Stunden-Chart auf den überkauften Bereich zu. Der Slow Stochastic der 2-Stunden-Chart kreuzt wiederum abwärts. Auch bei USD/JPY klare Signale abzuwarten, könnte von Vorteil sein.

USD/CHF

Für USD/CHF könnte sich noch heute eine Kurskorrektur nach oben ergeben. Hinweise dafür gibt der im überverkauften Bereich schwankende RSI auf der 4-Stunden- und Tages-Chart sowie der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart und der Stunden-MACD, die aufwärts kreuzen. Hier könnte es sich heute auszahlen, auf steigende Kurse zu setzen.

Die Wild-Card

AUD/NZD

Hier hat sich der RSI im überverkauften Bereich auf der 4- und 8-Stunden-Chart eingefunden. Der Slow Stochastic kreuzt auf der 8-Stunden-Chart aufwärts. Darüber hinaus zeichnet sich ein Brechen unter die unteren Bollinger Bands auf der Stunden-, 8-, 4- sowie 2-Stunden-Chart deutlich ab, was ein Zeichen für eine künftige Aufwärtsbewegung ist. Forex -Anleger könnten hier auf steigende Kurse setzen, um heute aus den aktuellen AUD/NZD-Tendenzen Profit zu schlagen.

Aktuelle Zeit: 05/25 07:51 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/25
08:15CHF+ Employment Level4.04M4.05M 4.05M3
09:00EUR+ Italian Retail Sales0.6% -0.1% -1
14:55USD+ Revised UoM Consumer Sentiment77.877.7 -3
14:55USD+ Revised UoM Inflation Expectations3.1% --1
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