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Tuesday, 8 Nov 2011

Deflation kehrt in die Schweiz zurück

Die Oktober-Daten des schweizer Verbraucherpreisindex zeigten einen größer als erwarteten Rückgang bei den Preisen. Daher versuchten Händler sich weitestgehend vom CHF zu trennen, bevor die SNB den nächsten Schritt unternimmt des CHF zu schwächen.


EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenznonodownnodownno
Wochentendenzdownnodownupnoup
Resistance1.45501.661580.200.97751.10100.8880
1.42501.653579.500.91601.07600.8830
1.38701.616579.700.90801.04500.8670
Support1.37001.585077.800.8760 1.02000.8550
1.36001.563077.500.85651.01150.8350
1.31451.527075.560.84500.99250.8285

Wirtschafts News

USD - US Daten sollten von der Eurozone getrennt betrachtet werden

Die US Wirtschaftsdaten zeigen sich von ihrer positiven Seite, während die jüngsten Daten aus Europa ein düsteres Bild einer Wirtschaft zeichnen, die auf eine Rezession zusteuert. So zeigte das US Bruttoinlandsprodukt einen respektablen Zuwachs um 2,5% im 3. Quartal und passable Daten zu Beginn des 4. Quartals mit einem Arbeitsmarktbericht (NFP) in der vergangenen Woche, der 80.000 neue Arbeitsplätze aufweist. Europa andererseits verzeichnete vergangene Woche einen schwachen Einkaufsmanagerindex, und die gestrigen Daten der deutschen Industrieproduktion wiesen einen Rückgang um 2,7% auf, gegenüber einer allgemeinen Prognose eines Rückgangs um 0,7%. In der vergangenen Woche senkte die EZB den Leitzinssatz um 25 Basispunkte, dieweil Mario Draghi vorhersagt, dass Europa dabei ist in eine „leichte Rezession“ einzutreten.

Ein unsicherer Faktor, der über den Devisenmärkten schwebt, ist die Möglichkeit eines weiteren quantitativen Lockerungsprogramms durch die US Notenbank (Fed). Heute werden zwei Sprecher der Fed wahrscheinlich Argumente für und gegen QE3 vortragen. Die beiden Mitglieder des Offenmarktausschuss (FOMC), Charles Plosser und Narayana Kocherlakota, sind als Falken bekannt und teilen nicht die ultra-lockere Einstellung des US Notenbankchefs Ben Bernanke zur Geldmarktpolitik. Nach diesen Reden ist mit Geboten für einen schwächer werdenden USD zu rechnen, obwohl die Bewegungen bei den Haupt-Währungspaarungen wahrscheinlich durch die Ereignisse in Europa bestimmt werden.


EUR - Der EUR steht vor einem Schlagzeilen-Risiko

In der Gerüchteküche brodelt es weiter, was den EUR anfällig für Schlagzeilen-Risiken macht. Das war beispielsweise der Fall, als gemunkelt wurde, dass Italiens Ministerpräsident Berlusconi seinen Rücktritt bekannt geben werde, was kurz darauf auf Facebook bestritten wurde. Das italienische 10-Jahres-BTP bewegte sich zum EWU Hoch von 6,67%, einem Wert, der auf fortgesetzten Druck an den italienischen Finanzmärkten hinweist.

Die EZB war vergangene Woche damit beschäftigt Staatsanleihen aufzukaufen. Die SMP kaufte europäische Anleihen im Wert von EUR 9,52 Mrd. gegenüber den Käufen in der Vorwoche im Wert von EUR 4 Mrd. Das ist ein beunruhigendes Zeichen angesichts des fortgesetzten Drucks auf italienische Schuldverschreibungen.

Mit einem Cross des 5-Tages-Bewegungsdurchschnitts unterhalb der 20-Tage-Marke zeigte sich am Freitag ein kurzzeitiger rückläufiger technischer Indikator. Ein Vielfaches dieses Indikators zeigt die Richtung des kurzzeitigen Trends. Unterstützung findet sich bei 1,3600, dem Tief vom 1. November und Widerstand bei 1,3870, dem Hoch der vergangenen Woche.

CAD - Kanadische Wirtschaftsdaten fangen an Schwäche zu zeigen

Die Wirtschaftsdaten aus Kanada fangen an Schwächen bei der kanadischen Wirtschaft aufzuzeigen. Vergangenen Freitag zeigten die Arbeitslosenzahlen in Kanada einen Anstieg um 54.000, und die Arbeitslosenquote stieg auf 7,3% gegenüber dem Vorwert von 7,1%. Der kanadische Arbeitsmarktbericht von Freitag belegte, dass der größte Teil der Arbeitsplätze auf den Fertigungssektor verloren gegangen war. Die Stimmung an den Märkten beginnt sich auf den CAD auszuwirken, und die Ereignisse in Europa helfen die USD/CAD-Paarung zu unterstützen.

Heute steht in Kanada die Bekanntgabe der Wohnungsmarktdaten an, wie auch eine Rede des kanadischen Zentralbankchefs Mark Carney. Eingedenk des negativen marktpolitischen Berichts vom Oktober besteht die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Rede die Rückläufigkeit der kanadischen Wirtschaftsaussichten zur Sprache kommt.

Die technischen Indikatoren für die USD/CAD-Paarung beginnen aufwärts zu zeigen. Nachdem das Paar die von den Mai- und August-Hochs abfallende langfristige Trendlinie durchbrochen hatte stieg sie lehrbuchmäßig wieder an. Widerstand für die Paarung findet sich bei 1,0260, dem Hoch vom 18. Oktober, und bei einem Durchbruch hier ergibt sich Spielraum bis Oktober-Hoch von 1,0650. Unterstützung findet sich bei der zuvor durchbrochene Trendlinie bei 0,9850.

CHF - Deflation kehrt in die Schweiz zurück

SNB offizielle fangen an sich wegen des Verbraucherpreisindex im Oktober Sorgen zu machen, der aufzeigte, dass die Verbraucherpreise auf Monatsbasis um 0,1% zurückgegangen sind. Allgemein war mit einem Anstieg um 0,2% gerechnet worden. Aufs Jahr gerechnet ergibt sich jetzt ein Rückgang um 0,1% gegenüber einem im September berichteten Anstieg von 0,5%. Nach Bekanntgabe dieser Daten wurde der CHF weitläufig verkauft, als Marktteilnehmer angesichts der drohenden Deflation mit weiteren Schritten der SNB zur Schwächung des CHF rechneten. Eine mögliche Maßnahme der SNB könnte ein Anheben des EUR/CHF-Basiskurs auf 1,25 sein, gegenüber dem ursprünglichen Wert von 1,20. Morgen wird der SNB Vorstandsvorsitzende Philipp Hildebrand in Berlin eine Rede halten, bei der er mehr Licht auf den Kampf der SNB mit deflationären Kräften und einem überbewerteten Schweizer Franken werfen dürfte.

Die EUR/CHF-Paarung stieg bis auf 1,2390, einem Wert der mit dem langzeitigen Abwärtstrend vom Hoch im Mai übereinstimmt. Bei einem Durchbruch hier findet sich Widerstand beim Oktober-Hoch von 1,2470, gefolgt von 1,2960, dem Hoch von Ende April. Die USD/CHF-Paarung stieg ebenfalls an, und beim 50-Tage- und 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt hat sich ein zinsbullischer Cross gebildet. Widerstand findet sich bei 0,9080, dem Hoch vom 20. Oktober und dem Oktober-Hoch von 0,9310.


Technische News

EUR/USD

Nachdem das Paar wieder zu seiner langfristigen Trendlinie vom Juni-Tief zurückfand war die EUR/USD-Paarung nicht in der Lage über die alte Trendlinie anzusteigen, die sich in einen Widerstandswert gewandelt hat. Der Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart weist abwärts und deutet auf einen weiteren Rückgang bei der Paarung hin. Erste Unterstützung findet sich bei 1,3600, dem Tief der vergangenen Woche, und bei einem Durchbruch hier könnte sich die Paarung am Oktober-Tief von 1,3145 versuchen. Widerstand findet sich beim 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 1,3980, gefolgt vom Oktober-Hoch von 1,4250.


GBP/USD

Die GBP/USD-Paarung zeigt sich weiterhin lebhaft und bildet eine Basis beim 55-Tage-Bewegungsdurchschnitt bei 1,5860, obwohl sich beim Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart sich ein rückläufiger Cross bildet. Ein Durchbruch unterhalb des Wochen-Tiefs der vergangenen Woche bei 1,5875 könnte sich bis zum Tief vom 18. Oktober von 1,5630 ausdehnen, einem Wert, der nahe der 61% Fibonacci Rückführung der Aufwärtsbewegung vom Oktober liegt. Widerstand findet sich beim 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 1,6140, gefolgt von 1,6530, der von den April- und August-Hochs abfallenden Trendlinie.

USD/JPY

Die Intervention seitens des MOF, als die USD/JPY-Paarung auf einem neuen Rekordtief stand, stellte sicher, dass die Wochen- und Monats-Kerzenformation eine Aufwärtsrichtung einnahm. Allerdings zeigte die Unfähigkeit der Paarung die von den Hochs in 2007 und 2010 abfallende Trendlinie zu durchbrechen, dass der langfristige Abwärtstrend immer noch intakt ist. Erste Unterstützung findet sich bei 77,80 vom September-Hoch, gefolgt von 77,50. Widerstand findet sich bei 79,50.

USD/CHF

Innerhalb der nächsten Tage wird sich wahrscheinlich ein zinsbullischer Cross beim 50-Tage-Bewegungsdurchschnitt oberhalb des 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt bilden. Erster Widerstand findet sich bei 0,9080, dem Hoch vom 20. Oktober, gefolgt vom Oktober-Hoch von 0,9310. Unterstützung findet sich bei 0,8760, dem Tief vom Donnerstag/Freitag, gefolgt vom Oktober-Tief von 0,8565.

Die Wild-Card

Gold

Der Goldpreis bewegte sich über seine 61% Rückführung nachdem er im September einen $ 400 Rückgang zu verzeichnen hatte. Das bringt den Widerstandswert von $ 1.816,50 pro Feinunze ins Spiel, wobei Händler sich bereits in Richtung $ 1.921 orientieren. Unterstützung findet sich bei $ 1.719, dem 50-Tage-Bewegungsdurchschnitt, sowie beim Tief vom 1. November von $ 1.681 pro Feinunze.

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