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Freitag, 3 Okt 2008
Die Welt schaut auf Amerikas Wirtschaft
Alle Wirtschaftsaugen sind auf die heutige Abstimmung des US-Repräsentantenhauses zum Rettungspaket für die US-amerikanische Wirtschaft in Höhe von $700 Mrd. gerichtet. Dies ist jedoch nicht das einzig wichtige Ereignis aus den USA. Auf dem US-Wirtschaftskalender stehen weitere Indikatoren wie die Arbeitsmarktentwicklungen ADP Nonfarm Employment Change, die Arbeitslosenquote, der Durchschnittsstundenverdienst sowie der ISM Manufacturing Index des verarbeitenden Gewerbes an. Die Tendenzen des USD werden heute zweifellos zum bestimmenden Faktor für die heutigen Märkte.
| EUR/USD | GBP/USD | USD/JPY | USD/CHF | AUD/USD | EUR/GBP | |
| Tagestendenz | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
| Wochentendenz | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
| Widerstandskraft | 1.3932 | 1.7774 | 106.19 | 1.1381 | 0.7859 | 0.7894 |
| 1.3902 | 1.7742 | 105.97 | 1.1358 | 0.7836 | 0.7870 | |
| 1.3875 | 1.7711 | 105.69 | 1.1335 | 0.7814 | 0.7848 | |
| Support | 1.3811 | 1.7657 | 105.09 | 1.1292 | 0.7769 | 0.7804 |
| 1.3782 | 1.7625 | 104.91 | 1.1268 | 0.7745 | 0.7788 | |
| 1.3749 | 1.7598 | 104.766 | 1.1241 | 0.7722 | 0.7767 |
Wirtschafts News
USD - Entscheidung über US-Rettungsplan
Heute sind alle Augen erneut auf das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket gerichtet, dem am Mittwochabend der Senat mit großer Mehrheit zustimmte. Heute stellt sich die Frage, ob der Rettungsplan, nun bei wiederholter Abstimmung auch eine Mehrheit im Repräsentantenhaus erhalten wird. Am Montag war eine erste Abstimmung im Repräsentantenhaus gescheitert und hatte weltweite Unruhen auf den Finanzmärkten ausgelöst. An diesen gingen die Aktienkurse in den freien Fall über, nachdem die Ablehnung des Rettungsplans durch das Repräsentantenhaus die Börse erreicht hatte. Der kurzzeitige Nutzen der Durchführung dieses Plans ist eindeutig: die Märkte sollen sich stabilisieren und das Anlegervertrauen gesteigert werden. Darüber hinaus, so Experten, könnte sich weitaus mehr als nur eine vorübergehende und kurzfristige Erleichterung für die krisengeschüttelten Märkte einstellen. Unklar bleiben nach wie vor die Vorteile und Kosten des Rettungsplans auf lange Sicht.
Anlegern, die sich den Aufwärtstrend des USD gestern zu Nutze machten, bot sich die Möglichkeit lukrativer Geschäfte. Der Dollar erreichte ein Preisniveau, das seit Jahren nicht zu beobachten war. Zunächst schwankte der Dollar bei niedrigen 1,3750 gegen den EUR und 1,7546 gegen den GBP. Nach einem sich anschließend einstellenden Momentum wird der Dollar mittlerweile bei 1,3850 in Erwartung der heutigen Nachrichten gehandelt. Einzige, den USD übertreffende Währung, war der JPY, der den gestrigen Börsengang bei 105,11 beendete und bei 70 Punkten unter der Marke zu Handelsbeginn lag.
Die Entscheidung über das US-Rettungspaket stellt jedoch nicht das einzig wichtige Ereignis aus den USA am heutigen Handelstag dar. Auf dem US-Wirtschaftskalender stehen weitere Indikatoren wie die Arbeitsmarktentwicklungen ADP Non-farm Employment Change, die Arbeitslosenquote, der Durchschnittsstundenverdienst sowie der ISM Manufacturing Index des verarbeitenden Gewerbes an. Beginnend um 12:30 GMT sollten Anleger ihr Augenmerk auf diese Daten richten. Jeder Indikator, der schlechter als erwartet ausfallen wird, könnte leichte Abwärtstendenzen des USD auslösen. Dennoch bleibt der Rettungsplan bestimmender Faktor der heutigen Markttendenzen. Kein anderes Ereignis nimmt derzeit in diesem Ausmaß Einfluss auf die Währungskurse.
EUR - Spekulationen auf Leitzinssenkung nach Trichet-Rede
Mit dem Ende der Handelswoche konnten Analysten einen der schwersten kurzfristigen Stürze des EUR beobachten. Zu Wochenstart lag der Kurswert des EUR weitaus höher, ließ jedoch bereits einen leichten Abwärtstrend erkennen. Im weiteren Wochenverlauf fiel der EUR schließlich bis auf ein 13-Monatstief gegenüber dem USD. Diese Entwicklung wurde eingeleitet von einer Abnahme des Wirtschaftswachstums, äußerst schlechten Wirtschaftsdaten der größten europäischen Nationen sowie einer rückläufigen Risikobereitschaft der Anleger.
Die gestrige Ansprache des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, führte zu einem katastrophalen Börsengang für den EUR. Experten gehen nun von einer Leitzinssenkung in der Eurozone aus. Trichets Rede fiel weniger zinsbullisch aus als erwartet. In seiner Ansprache machte Trichet ein gemindertes Inflationsrisiko, die Möglichkeit einer Leitzinssenkung zum nächsten EZB-Treffen des kommenden Monats sowie den US-Rettungsplan zum Thema. Dabei gelang es ihm jedoch nicht, die Ängste innerhalb der Eurozone um eine bevorstehende Wirtschaftskrise zu mindern. Die Befürchtungen in der Region haben sich seit gestern verstärkt, als die Zustimmung des US-Rettungsplans durch den US-Senat der 15-Nationen-Währung einen Schlag versetzte. Der EUR ließ stark nach und fiel gegenüber dem USD bis auf 1,3800 sowie gegen den GBP auf 0,7813. Der derzeitige Konjunkturausblick für die Eurozone ist nicht besonders positiv. Der EUR stürzte mittlerweile auf ein Einwochentief gegenüber den Hauptwährungen.
Heute können Anleger keine Neuigkeiten aus der Eurozone erwarten. Während die deutschen Banken am Tag der deutschen Einheit geschlossen bleiben, sind die einzig bedeutenden Daten, die veröffentlicht werden, Europas Einzelhandelsumsätze. Die Hauptrolle am heutigen Handelstag bleibt nach wie vor dem US-Rettungspaket überlassen, über das das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Amerika heute abstimmen wird.
JPY - Japanischer Yen übertrifft als einzige Währung den Aufwärtstrend des USD
Gestern ergab sich ein äußerst zinsbullischer Börsengang für den JPY, der gegenüber allen Hauptwährungen einen deutlichen Wertzuwachs erzielte. Darüber hinaus stellte der Yen die einzige Währung dar, die mit dem USD mithalten konnte. Der JPY schloss gegen den USD gestern bei 105,11. Darüber hinaus ließ der traumatische Handelstag des EUR den JPY bis auf ein Zweijahreshoch von 144,55 gegenüber der 15-Nationen-Währung klettern.
Gerstern blieb Japan abwesend vom Wirtschaftskalender. Es wurden keine Indikatoren veröffentlicht. Dennoch konnte sich die japanische Wirtschaft den Preissturz des Rohöls zu Nutze machen, der gleichzeitig die Transportkosten für japanische Exportwaren senkte.
Auch heute wird es um Japans Wirtschaft eher ruhig bleiben. Die Tendenzen des JPY-Kurses werden von den Entwicklungen seiner Kurspaare bestimmt werden. Allem Anschein nach wird sowohl für USD als auch EUR ein volatiler Börsengang erwartet, der den JPY in seinen Kurspaaren beeinflussen kann. JPY-Anleger sollten die Entwicklungen in den USA und Europa nicht aus den Augen verlieren. Insbesondere der US-Rettungsplan spielt im heutigen Marktgeschehen eine bedeutende Rolle.
Rohöl - Rohölpreise fallen bei sich verschlechternden Nachfrageprognosen
Die Rohölpreise gehen weiterhin zurück und fielen in dieser Woche bislang um 4,6% auf $93,97 pro Barrel. Dieser Rückgang ist der größte innerhalb einer Woche seit Dezember 2004. Die Rohölpreise werden sich voraussichtlich nicht um die $100-Marke pro Barrel halten, sollte sich ein Konjunkturabschwung einstellen und das Wirtschaftswachstum weiterhin lahmen. Der Energieverbrauch in den USA, der weltweit größten Energie konsumierenden Nation, hat sich im Zuge der aktuellen Finanzkrise drastisch reduziert. Sollten die USA womöglich in eine tiefe und anhaltende Rezession verfallen, werden die Rohölpreise höchstwahrscheinlich weiter sinken und ein mögliches Tief von $50 pro Barrel erreichen.
Am heutigen Börsentag dreht sich jedoch alles um die Abstimmung des US-Repräsentantenhauses über das $700 Mrd. schwere Rettungspaket für die US-amerikanische Wirtschaft. Nachdem das Repräsentantenhaus am Montag die erste Version abgelehnt hatte, wird heute erneut über den revidierten Plan abgestimmt. Insgesamt ist die Stimmung auf den Märkten pessimistisch. Einige Experten gehen nicht davon aus, dass die Durchsetzung des Rettungspakets eine bevorstehende Wirtschaftskrise abwenden kann.
Der Abwärtstrend des Rohöls wird voraussichtlich vorerst anhalten. Mittlerweile stellt sich die Frage, ob die OPEC ihre Fördermenge aufrechterhalten oder die Versorgung einschränken wird. Ist die OPEC in der Lage ihre Fördermenge zu kontrollieren, könnten es möglich werden, die Rohölpreise stabil zu halten.
Technische News
EUR/USD
Allem Anschein nach hat dieses Paar mittlerweile seinen Tiefstand erreicht, nachdem es die 1,3750-Marke durchbrochen hat. Dennoch verdeutlicht ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart eine bevorstehende zinsbullische Korrigierung. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
GBP/USD
Seitdem dieses Paar die 1,7560-Marke durchbrochen hat, scheint es vor der Wiederaufnahme seines Aufwärtstrends zu stehen. Ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart verdeutlicht, dass diese zinsbullische Entwicklung unmittelbar bevorsteht. Eine gute Entscheidung könnte es heute sein, zu kaufen.
USD/JPY
Dieses Paar gibt weiterhin gemischte Signale aus und wird nun um die 105,25 -Marke gehandelt. Alle Oszillatoren der 4-Stunden-Chart sind aufwärts gerichtet und deuten auf eine gemäßigte zinsbullische Bewegung hin. Bei Tiefständen zu kaufen, könnte für heute richtig sein.
USD/CHF
Auf der Tages-Chart bildet sich eine äußerst deutliche zinsbullische Handelsspanne heraus. Die sich verengenden Bollinger Bands auf den Stunden-Charts deuten darauf hin, dass sich für dieses Paar bald starke Entwicklungen ergeben könnten. Der RSI hat die 40-Marke überschritten. Allem Anschein nach, steht das Paar zunächst unmittelbar vor einem leichten Abwärtstrend.
Die Wild-Card
Gold
Auf der Tages-Chart bildet sich eine sehr deutliche rückläufige Handelsspanne aus, nachdem der Goldpreis fortlaufend gefallen ist. Diese Tendenz stellte sich ein, seitdem die $926-Marke pro Unze durchbrochen wurde. Aktuell schwankt der RSI der Tages-Chart um die 50-Marke und der Slow Stochastic ist abwärts gerichtet. Dies könnte bedeuten, dass der Rohstoff Gold seinen Abwärtstrend fortsetzen wird. Hier könnte sich Forex-Anlegern eine großartige Handelsgelegenheit bieten, in einen äußerst gefragten Trend einzusteigen.
forex
| Datum | Zeit | $€£¥ | Ereignis | Zeit | Vor | Pro | Akt | Wich |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01/08 | 12:00 | GBP | Official Bank Rate | 2.00% | 1.50% | 1.50% | ![]() | |
| 13:30 | USD | Unemployment Claims | 492K | 545K | - | ![]() | ||
| 15:00 | CAD | Ivey PMI | 40.2 | 37.5 | - | ![]() | ||
| 15:30 | USD | Natural Gas Storage | -143B | -78B | - | ![]() | ||
| 16:00 | USD | President-Elect Obama Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 17:50 | CAD | Gov Council Member Duguay Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 18:30 | USD | Assist Treasury Sec Kashkari Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 19:00 | EUR | ECB President Trichet Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 20:00 | USD | Consumer Credit | m/m | -3.5B | -0.5B | - | ![]() | |
| 01/09 | 05:00 | JPY | Leading Indicators | 85.2% | 81.4% | - | ![]() | |
| 07:00 | EUR | German Retail Sales | m/m | -2.2% | 0.4% | - | ![]() | |
| 07:45 | EUR | French Industrial Production | m/m | -2.7% | -0.7% | - | ![]() | |
| 07:45 | EUR | French Trade Balance | -7.1B | -5.0B | - | ![]() | ||
| 09:30 | GBP | Manufacturing Production m/m | m/m | -1.4% | -0.5% | - | ![]() | |
| 09:30 | GBP | PPI Input | m/m | -3.3% | -2.0% | - | ![]() | |
| 09:30 | GBP | Industrial Production | m/m | -1.7% | -0.5% | - | ![]() | |
| 09:30 | GBP | PPI Output | m/m | -0.7% | -0.7% | - | ![]() | |
| 10:00 | EUR | Retail Sales | m/m | -0.8% | 0.1% | - | ![]() | |
| 11:00 | EUR | German Industrial Production | m/m | -2.1% | -2.0% | - | ![]() |


Official Bank Rate


















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