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Wednesday, 8 Sep 2010

Dollar gewinnt nach schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) am Dienstag sind die Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Vormonatsvergleich um 2,2% gesunken. Zudem kommen am Markt neue Schuldensorgen um Irland auf. Händler konzentrieren sich wieder auf Safe-Havens wie USD/JPY und EUR/CHF, während die Aktienmärkte Verluste erleiden.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdownupdowndowndowndown
Wochentendenzdowndowndowndownnodown
Resistance1.28501.549084.301.02200.92250.8350
1.28151.546584.101.01750.91850.8335
1.27751.542083.901.01400.91550.8300
Support1.26601.532583.301.00700.90850.8250
1.26251.529583.051.00350.90550.8230
1.26051.525082.901.00000.90300.8210

Wirtschafts News

USD - Safe-Haven-Käufe bringen Dollar Kursgewinne

Zum zweiten Handelstag in Folge verbuchte der US-Dollar am gestrigen Dienstag Kursgewinne. Sorgen um die Kapitalausstattung europäischer Banken drückten die US-Aktienbörsen ins Minus. Das Wall Street Journal berichtete gestern über zu niedrig angesetzte Bestände der Banken an gefährdeten Staatsanleihen beim europäischen Stresstest. Der US-Dollar wertete daraufhin im Tagesverlauf auf. Neue Zweifel am europäischen Bankensektor bestimmten laut Investoren den gestrigen Handel.

Für die deutsche Industrie ging es im Juli überraschend abwärts. Die Aufträge gingen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums um 2,2% im Vergleich zum Vormonat zurück. Der entsprechende Index misst den Gesamtwert der Auftragseingänge, Auslieferungen und Lagerbestände heimischer Hersteller. Experten hatten für Juli einem einen Anstieg um 0,6% erwartet.

Wichtigster, heute um 20:00 Uhr zur Veröffentlichung ausstehender Konjunkturindikator ist der Konjunkturbericht Beige Book der US-Notenbank Federal Reserve. Dieser liefert Informationen zur Wirtschaftsaktivität und zeichnet ein Bild von der konjunkturellen Lage der Volkswirtschaft in den zwölf verschiedenen Fed-Distrikten.

Das Währungspaar EUR/USD wertete in den vergangenen 2 Tagen wieder ab. Charttechnisch ist ein symmetrisches Triangle-Muster deutlich zu erkennen. Neue Unterstützung befindet sich bei 1,2660 und 1,2580.

EUR - Sorgen um europäische Banken belasten Euro

Ein Mangel an Konjunkturdaten aus den USA verlagerte den Fokus der Anleger am gestrigen Dienstag auf das Geschehen in der Eurozone. Einem jüngsten Bericht des Wall Street Journal zufolge hätte der letzte Stresstest für den europäischen Bankensektor nicht das tatsächliche Ausmaß der Investitionen überprüfter Institute in Staatsanleihen verschuldeter europäischer Länder dokumentiert. Darüber hinaus ist der deutsche Auftragseingang im Juli überraschend stark gesunken.

Ferner kamen gestern am Markt neue Sorgen um die Kreditwürdigkeit Irlands auf. Die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen erreichten am Dienstag ein neues Rekordhoch. Irlands Finanzminister Brian Lenihan erklärte, dass die Staatsgarantien für kurzfristige Verbindlichkeiten der Banken bis zum Ende des Jahres verlängert werden. Viele misstrauische Anleger waren dennoch nicht zu beruhigen. Sie konzentrierten ihre Investitionen wieder einmal auf Safe-Havens.

In Europa starteten die Börsen aufgrund negativer Vorgaben aus Übersee und Fernost im Minus. Der DAX fiel um 0,1% auf 6109 Punkte. EUR/USD sackte bis auf 1,2680 ab, nachdem der Eröffnungskurs mit 1,2806 ausgegeben wurde. Das Cross EUR/CHF markierte ein Allzeit-Tief bei 1,2808.

Heute stehen einige wichtige Veröffentlichungen auf dem Wirtschaftskalender Großbritanniens. Händler sollten den Hauspreisindex Halifax und aktuelle Daten zur Industrieproduktion gut im Auge behalten. Positive Ergebnisse könnten das schwächelnde Pfund Sterling stützen. Unterstützung und Widerstand für GBP/USD befinden sich bei 1,5320 respektive 1,5490.

JPY - Zinsentscheide aus Japan und Australien

Wie erwartet ließen beide Zentralbanken, sowohl die Bank of Japan (BOJ), als auch die Royal Bank of Australia (RBA) ihre Zinsrate bei 0,10% bzw. 4,50% unverändert.

Japans Notenbanker sehen die Wirtschaft des Landes zwar weiterhin auf Erholungskurs, warnen jedoch vor der Instabilität an den internationalen Devisen- und Aktienmärkten. Angemessene Schritte würden unternommen, falls Notwendigkeit bestehe, so die BOJ.

Die australische Notenbank hatte als erste Zentralbank weltweit nach der Finanzkrise ihre Leitzinsen wieder angehoben. Mit dem Tagesgeldsatz von 4,50% hält die Zentralbank an ihrer Geldpolitik fest. In Australien übernimmt Julia Gillard als erste Frau das Amt des australischen Premierministers. Zwei Wochen nach den Parlamentswahlen gelang es ihr, sich eine knappe Mehrheit zu sichern.

Safe-Haven-Käufe bestimmten den gestrigen Handel im Laufe des Tages. Dabei zählte der Japanische Yen zu den gefragten Währungen im Devisenhandel. Das Währungspaar USD/JPY fiel auf ein 15-Jahrestief bei 83,50, von 83,79 am Vortag. Die aktuellen Markttendenzen bringen USD/JPY seinem Allzeit-Tief bei 79,70 wieder ein Stück näher.

Rohöl - Konjunktursorgen belasten Ölpreise

Wieder einmal begeben sich die internationalen Ölpreise auf Talfahrt. Im asiatischen Handel am Mittwochmorgen kostete ein Barrel US-WTI zur Auslieferung im Oktober $73,67 und damit $0,42 weniger als gestern. Der Preis für ein Barrel Nordsee-Brent rutschte um $0,44 auf $77,30 ab. Händler verwiesen auf die jüngste Dollar-Aufwertung und die zunehmende Risikoaversion am Markt als Beweggrund für die gegenwärtig schwache Tendenz am Ölmarkt. Risikoanlagen wie Rohstoffe kehrten Investoren den Rücken.

Zudem belasten die hohen Lagerbestände und die gedämpfte Nachfrage die Ölpreise, so Marktbeobachter. Darüber hinaus drückt die Hurrikan-Saison und die damit verbundenen Sorgen um Produktionsausfälle die Kurswerte. Öl-Händler zeigten sich am Dienstag außerdem aufgrund der schweren Explosion in einer mexikanischen Raffinerie des Erdölkonzerns Pemex verhalten.

Am Donnerstag veröffentlicht das US-amerikanische Energieministerium aktuelle Zahlen zum Rohöllagerbestand in den USA. Experten rechnen mit einem Anstieg um rund 300.000 Barrel.

Unterstützung und Widerstand für Rohöl könnten zunächst bei $71, bzw. $75,70 aufzufinden sein.

Technische News

EUR/USD

In den letzten beiden Handelstagen ergaben sich für dieses Paar äußerst rückläufige Tendenzen. Die technischen Indikatoren signalisieren jedoch, dass sich dieser Trend möglicherweise schon bald ändern könnte. Entsprechend der Signale, die der Slow Stochastic auf der Tages-Chart liefert, steht ein zinsbullischer Umschwung unmittelbar bevor. Heutige Aufwärtstendenzen werden ebenfalls vom RSI der Tages-Chart bestätigt. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte sich bei EUR/USD jetzt auszahlen.

GBP/USD

Dieses Währungspaar verzeichnete im letzten Monat kontinuierlich Kursverluste und handelt aktuell um die 1,5380-Marke. Jedoch bewegt sich der RSI der Tages-Chart bereits im überverkauften Bereich, was bedeuten könnte, dass sich hier bald eine Kurskorrektur nach oben ergibt. Heute bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte auch bei diesem Kurspaar eine gute Wahl sein.

USD/JPY

USD/JPY begab sich gestern deutlich auf Talfahrt und handelt momentan um die Marke von 83,47. Der Slow Stochastic der Tages-Chart bestätigt Abwärtstendenzen für dieses Währungspaar. Der Slow Stochastic der Stunden-Chart zeigt wiederum an, dass sich noch heute eine zinsbullische Trendwende ergeben könnte. Hier einzusteigen, sobald die Zeichen deutlicher werden, könnte eine gute Entscheidung sein.

USD/CHF

Ein kontinuierlicher Abwärtstrend hat dieses Währungspaar letztendlich in den überkauften Bereich des RSI auf der Tages-Chart gedrückt. Darüber hinaus scheint der Slow Stochastic aufwärts zu kreuzen und signalisiert somit bevorstehende Preiskorrekturen nach unten. Anlegern bietet sich möglicherweise eine gute Handelsgelegenheit, den Durchbruch auf den Stunden-Charts abzuwarten und anschließend zu kaufen, um Profit aus dem bevorstehenden Trend zu schlagen.

Die Wild-Card

Rohöl

Rohöl gibt eindeutig rückläufige Signale aus, nachdem der Rohstoff gestern an der Marke bei $75 pro Barrel scheiterte. Die Stunden-Chart lässt jedoch erkennen, dass sich das Paar im überkauften Bereich des RSI bewegt. Hier sind abwärts gerichtete Bewegungen wahrscheinlich. Darüber hinaus ist auf der gleichen Chart das Abwärtskreuzen des Slow Stochastic deutlich zu erkennen, was die vorgenannte Tendenz bestätigt. Für Forex - und Rohstoff-Händler könnte es von Vorteil sein, bei Rohöl auf fallende Kurse zu setzen. Maßgebliche Preisbewegungen könnten sich einstellen.

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