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Montag, 13 Okt 2008

Dollar setzt seinen Kurs gegenüber EUR und GBP fort

Vor dem Hintergrund der schlechtesten Handelswoche auf den Aktienmärkten weltweit, die in ihrer Geschichte zu beobachten war, verbuchte der Dollar großen Zuwachs gegenüber EUR und GBP, während die amerikanische Währung heftige Verluste gegen den japanischen Yen einstecken musste.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupupupdownupdown
Wochentendenzdowndowndownupdownup
Widerstandskraft1.36231.7188100.891.14500.67610.8012
1.36001.7146100.671.14080.67250.7985
1.35821.7120100.351.13760.67030.7962
Support1.35361.705099.751.13060.66400.7917
1.35171.702399.381.12630.66130.7883
1.34801.700899.101.12400.65880.7854

Wirtschafts News

USD - USD-Aufwärtstrend kontra europäischem Rettungsplan

Am vergangenen Freitag hatten Experten eine dramatische Wende für die Entwicklungen des USD am Wochenende vorausgesagt, die sich nach dem Treffen der G7 sowie G20 einstellen sollte. Dies war in der Tat der Fall. Obwohl die beim G7-Gipfel abgegebenen Erklärungen von manchen anschließend als "nicht gerade überwältigend" bezeichnet wurden, hatten sie ihre Wirkung und lösten Bewegungen auf den Märkten aus. Gleichzeitig beschlossen die Finanzminister der Eurozone einheitlich, große Finanzinstitute in Europa vor ihrem Aus zu bewahren.


In der letzten Woche war die USD-Gewinn von 390 Pips gegenüber dem EUR auf die Unsicherheiten der Weltmärkte zurückzuführen. Die aktuell vorherrschende Finanzkrise betrifft mittlerweile jedes größere Wirtschaftssystem, insbesondere die USA und ihre Aktienmärkte. Das Vertrauen der Anleger in den USD war jedoch wieder gestiegen, da sich die US-Regierung nach Anlegermeinung als erste Nation die Mühe gemacht hatte, einen Finanzrettungsplan vorzustellen und zu bewilligen. Der Mangel an Initiative seitens anderer Industrienationen, ließ den Dollar große Gewinne verbuchen. Infolgedessen legten Banken in USD an und verkauften verstärkt übrige Währungen. Dieses Verhalten steigerte wiederum die Dollar-Nachfrage und brachte Amerikas Währung auf ein 15-Monatshoch gegenüber den Währungsgegnern. Inzwischen wurde ein dem US-Plan ähnliches Rettungspaket für die Eurozone durchgesetzt, was Anleger dazu veranlasste, sich erneut an europäischen Währungen und Carry Trades zu orientieren. Seitdem ist ein Trendumschwung des USD zu erkennen. Seit Handelsbeginn heute Morgen konnte bereits ein heftiger Fall des USD gegenüber dem EUR bis auf die 1,3600-Marke beobachtet werden. Zu Handelschluss am vergangenen Freitag notierte der Dollar noch bei 1,3250.


Für diese Woche stehen einige wichtige Indikatoren auf dem Wirtschaftskalender der USA, beginnend mit der heutigen Pressekonferenz zur Umsetzung des 700-Milliarden-Dollar-Rettungspakets, um die sich Neel Kashkari als Beauftragter der US-Regierung kümmert. Im weiteren Wochenverlauf wird sich US-Notenbankchef Ben Bernanke erneut zum US-Konjunkturausblick und der aktuellen Marktlage äußern. Darüber hinaus werden am Mittwoch die Indizes der Einzelhandelsumsätze und das Verbraucherverhalten sowie die Zahlen der Baugenehmigungen am Freitag erwartet. Mehr denn je sollten Anleger ihr Augenmerk in dieser Woche auf die Eurozone richten, die im Rahmen der Inkraftsetzung ihres Rettungsplans weitere Details zu diesem ausarbeiten wird und sich zweifelsohne auf die Tendenzen des USD auszuwirken weiß.

EUR - Eurozonen-Rettungplan von Zentralbanken genehmigt

Endlich konnten sich die europäischen Banken darauf einigen, in der Rettung ihres Finanzsystems gemeinsam vorzugehen. Bekanntermaßen leidet die Eurozone unter Kooperationsschwierigkeiten zwischen den einzelnen Zentralbanken. Nach den Gipfeltreffen der G7 und G20 am Wochenende sowie einer Konferenz der 15 Nationen der Währungsunion, verkündeten Europas Finanzminister jedoch ein Abkommen zur gemeinschaftlichen Stabilisierung der europäischen Wirtschaft. Der Rettungsplan soll Staatsgarantien und mögliche staatliche Beteiligungen an Banken umfassen. Finanzinstitute sollen dabei mit frischen Mitteln rekapitalisiert werden. Finanzkatastrophen wie der Fall Lehman Brothers Holdings Inc. in den USA sollen unter allen Umständen verhindert werden.


Nach Bekanntgabe des europäischen Rettungspakets sagten Experten einen starken Umkehrtrend für die 15-Nationen-Währung voraus. Wie bereits heute zu Handelsbeginn zu beobachten war, erwiesen sich die Prognosen der Analysten als richtig. Der EUR-Gewinn an über 200 Punkten gegenüber dem USD deutet darauf hin, dass der EUR in dieser Woche stark zurückschlagen könnte. Zweifellos benötigt der Rettungsplan für die Eurozone einen Feinschliff, bevor er in die Tat umgesetzt werden kann. Für den Augenblick konnte seine Ankündigung das Anlegervertrauen jedoch stärken. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung von Dauer sein wird?


In Bezug auf Wirtschaftsindikatoren bleibt es in der anstehenden Woche in der Eurozone vergleichsweise ruhig. Einige wenige Indizes werden erwartet sowie eine Ansprache von EZB-Präsident Trichet. Daher werden die EUR-Tendenzen in dieser Woche wenig von europäischen Zahlen bestimmt werden. Marktbestimmende Faktoren werden in den nächsten Tagen vielmehr Bekanntgaben zur Umsetzung des US-Rettungspakets, einige wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA sowie das Ergebnis des Treffens zum Internationalen Währungsfonds (IMF - International Monetary Fund) sein. Bei diesem werden die weltweit geforderten Finanzminister und Mitgliedsländer des IMF über die derzeitige Finanzkrise diskutieren.

JPY - Wiederauftauchen von Carry Trades senkt JPY-Wert

Bei einem Wertverlust in größerem Umfang, eröffnete der JPY die heutigen Märkte mit bedeutenden Abwärtstendenzen gegenüber den Hauptwährungen. Experten erklärten in der vergangenen Woche, dass der JPY traditionsgemäß eine antizyklische Währung sei, da sie die Tendenz hat, sich entgegengesetzt jeglichen Markttrends zu verhalten. Fast jede Währung hatte in der vergangenen Woche Wertverluste zu verzeichnen, ausgenommen dem USD, was wiederum einen Wertzuwachs für den JPY bedeutete, da Carry Trades zugunsten des Yen verkauft wurden. Seitdem die Märkte mittlerweile mittels zentral gesteuerter Hilfspakete gerettet werden sollen, steigern sich die übrigen Währungen in ihrem Wert und lassen Carry Trades wieder in einem attraktiveren Licht erscheinen. Während Händler ihre JPY-Anlagen verkaufen, um sich die niedrige Zinsrate zu Nutze zu machen, bewegt sich der JPY wieder auf seine vorherigen Tiefstände gegenüber den Hauptwährungen zu.


Da in dieser Woche keine bedeutenden Indikatorenveröffentlichungen aus Japan erwartet werden und die einzigen Ereignisse zwei Ansprachen von Notenbank-Gouverneur Masaaki Shirakawadem, sowohl heute als auch am Freitag sein werden, bleibt es um die japanische Währung voraussichtlich ruhig. JPY-Anleger sollten in Shirakawas Reden auf Hinweise über zukünftige Entscheidungen zum japanischen Leitzins achten. Den größten Einfluss auf die Märkte werden die Entwürfe der amerikanischen und europäischen Finanzrettungspläne nehmen, die Anleger nicht aus den Augen verlieren sollten.

Rohöl - Rohölpreise fallen auf 13-Monatstief

Die Rohölpreise erholten sich zum frühen heutigen Handel leicht, nachdem sie gestern bis auf ein 13-Monatstief bei $77,07 pro Barrel gefallen waren. Die Nachricht über ein Rettungspaket für die Eurozone ließ den EUR in die Höhe schnellen, was wiederum die Rohölpreise stützte. Zusätzlich hatte sich der Iran für eine Drosselung der OPEC-Erdölfördermenge ausgesprochen, die dabei helfen soll, die Rohölpreise weltweit zu stabilisieren.


Seit Juli hat dieser Rohstoff nahezu 47% seines Wertes verloren. Experten sagen eine Fortsetzung des Preisrückgangs voraus. In der Tat liegen die Erwartungen großer Finanzkonzerne wie z. B. Goldman Sachs Group Inc. für die Rohölpreise in 2009 bei $75-86 pro Barrel. Noch vor einigen Wochen war die Rede von $112-120 pro Barrel. Wichtigste Einflussfaktoren für die Märkte stellen derzeit die Rettungspläne der USA sowie der Eurozone dar, die in den kommenden Wochen detailliert ausgearbeitet werden. Sie werden die Markttendenzen vorerst bestimmen. Anleger sollten jegliche Nachrichten diesbezüglich aufmerksam verfolgen.

Technische News

EUR/USD

Slow Stochastic und RSI der Tages-Chart weisen auf ein Fortbestehen der derzeitigen Abwärtskorrigierung hin. Darüber hinaus ist eine deutlich rückläufige Handelsspanne auf der 4-Stunden-Chart zu erkennen. Außerdem sind alle Indikatoren der Stunden-Chart abwärts gerichtet. Heute könnte verkaufen die richtige Strategie sein.

GBP/USD

Dieses Paar befindet sich inmitten eines äußerst starken Abwärtstrends, der bereits vor Wochen eingesetzt hat. Ein Momentum ist deutlich zu erkennen und scheint weiteres Potential in sich zu tragen. Innerhalb eines kürzeren Zeitrahmens auf der Stunden-Chart deutet ein zinsbullisches Kreuz darauf hin, dass sich eine leichte Korrigierung einstellen könnte, bevor der Abwärtstrend fortschreitet. Bei Höchstständen zu kaufen, könnte heute die bevorzugte Strategie sein.

USD/JPY

Dieses Paar unterliegt bereits seit einer Weile hohen Kursschwankungen, ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen keine eindeutige Tendenz erkennen. Eine gute Strategie könnte heute sein, deutlichere Signale auf der Stunden-Chart abzuwarten.

USD/CHF

Dieses Paar befindet sich nach wie vor inmitten eines stetigen Aufwärtstrends, was noch keine Anzeichen von Schwäche vernehmen lässt. RSI und Momentum der Tages-Chart sind noch positiv geneigt, was darauf hinweist, dass weiteres Potential für diesen Aufwärtstrend besteht. Sollte das Paar die 1,1400-Marke durchbrechen, wird sich voraussichtlich ein neuer Aufwärtstrend einstellen.

Die Wild-Card

Rohöl

Auf der Tages-Chart ist eine rückläufige Anordnung nach wie vor zu erkennen. Dies deutet darauf hin, dass das Momentum noch nach unten gerichtet ist. Der Slow Stochastic ist hoch und bestätigt die Annahme, dass der Trend noch nicht beendet ist. Innerhalb eines kürzeren Zeitrahmens lässt sich ein zinsbullisches Kreuz auf der Stunden-Chart erkennen, was wiederum auf eine leichte Korrigierung hindeutet, die vor einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends stattfinden könnte. Forex -Anleger könnte ihre Gewinne maximieren, indem sie bei Höchstständen verkaufen und sich den aktuellen Abwärtstrend zu Nutze machen.

Aktuelle Zeit: 01/08 18:20 GMT
DatumZeit$€£¥EreignisZeitVorProAktWich
01/0817:50CAD+Gov Council Member Duguay Speaks***3
18:30USD+Assist Treasury Sec Kashkari Speaks***3
19:00EUR+ECB President Trichet Speaks***4
20:00USD+Consumer Credit m/m-3.5B-0.5B-1
01/0905:00JPY+Leading Indicators 85.2%81.4%-1
07:00EUR+German Retail Salesm/m-2.2%0.4%-3
07:45EUR+French Industrial Productionm/m-2.7%-0.7%-3
07:45EUR+French Trade Balance-7.1B-5.0B-1
09:30GBP+Manufacturing Production m/mm/m-1.4%-0.5%-5
09:30GBP+PPI Input m/m-3.3%-2.0%-5
09:30GBP+Industrial Production m/m-1.7%-0.5%-1
09:30GBP+PPI Outputm/m-0.7%-0.7%-1
10:00EUR+Retail Sales m/m-0.8%0.1%-3
11:00EUR+German Industrial Productionm/m-2.1%-2.0%-3
12:00CAD+Employment Change-70.6K-21.0K-4
12:00CAD+Unemployment Rate6.3%6.5%-4
13:15CAD+Housing Starts172K175K-4
13:30CAD+Building Permitsm/m-15.7%-3.7%-4
13:30USD+Non-Farm Employment Change-533K-475K-5
13:30USD+Unemployment Rate6.7%7.0%-5

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EuropeEuropeEUR2.50%
SwitzerlandSwitzerlandCHF0.50%
GBGreat BritainGBP1.50%
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AustraliaAustraliaAUD4.25%
New ZealandNew ZealandNZD5.00%
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