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Friday, 27 Nov 2009

Dubai-Schuldenberg lässt US-Dollar-Kurs aufwerten

Die Sorge um die Zahlungsfähigkeit Dubais brachte die Börsianer am Donnerstag in Unruhe. Die Furcht, dass die Araber angesichts der Lage Aktienpositionen auflösen könnten, belastete gestern die europäischen und asiatischen Aktienmärkte und brachte dem jüngst schwachen US-Dollar als Safe-Haven-Währung Auftrieb. Analysten zufolge ist wieder ein Stück weit Vertrauen der Marktteilnehmer zerbrochen worden. Die Märkte sind schockiert. Händler fragen sich, welche potenziellen Brandherde der Weltwirtschaft noch bestehen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndowndownupdownup
Wochentendenznodowndowndowndownup
Resistance1.49851.647086.951.01850.90900.9175
1.49651.645086.751.01650.90700.9155
1.49351.642086.451.01350.90400.9125
Support1.48751.636085.851.00750.89800.9065
1.48451.633085.551.00450.89500.9035
1.48251.631085.351.00250.89300.9015

Wirtschafts News

USD - US-Dollar erholt sich von 14-Jahrestief gegen Yen

Am Donnerstag erholte sich der US-Dollar gegenüber einem Großteil der Gegenwährungen, mit Ausnahme des japanischen Yen. Die US-Währung profitierte von Safe-Haven-Tendenzen, die sich gestern aufgrund von Anlegersorgen um eine mögliche Liquiditätskrise des Wüstenstaats Dubai verstärkten. Bereits am Mittwoch löste die staatseigene Investmentgesellschaft von Dubai „Dubai Word“ Panik unter den Investoren aus. Mit ihren Gläubigern will das Unternehmen ein Abkommen schließen, nach dem die Rückzahlung der Verbindlichkeiten in Höhe von $59 Mrd. USD zunächst um sechs Monate verschoben wird. Die Märkte reagierten auf die Nachricht am Donnerstag mit einer weltweit nachlassenden Risikobereitschaft zugunsten des USD.

Zum japanischen Yen ergab sich für den USD der insgesamt schlechteste Monat seit vergangenem Dezember. Experten erwarten für die kommende Woche US-Indizes, die eine rückläufige Geschäftstätigkeit in den USA ausweisen. Mit einer Anhebung der Zinssätze wird zunächst nicht gerechnet. Zum EUR notierte der Dollar gestern bei $1,4945 pro EUR von zuvor $1,5019.

Die US-amerikanische Währung zog im frühen Freitagshandel jedoch zum Yen wieder etwas an, nachdem eine neue Risikoaversion am Markt Händler dazu veranlasste, risikoreiche Anlagen wieder abzustoßen und eine Verschnaufpause bei den jüngst groß angelegten USD-Verkäufen einzulegen. Die Marktteilnehmer sahen von der Erprobung neuer USD-Tiefstände angesichts des dünnen Handels vor dem US-Feiertag „Thanksgiving“ ab.

Die bärische Dollar-Stimmung hällt dennoch vor. Die Zeichen sprechen für eine anhaltende Niedrigzinspolitik der US-Notenbanker, die einen schwachen USD zur Korrektur der wirtschaftlichen US-Schieflage angeblich nicht ablehnen.

EUR - EUR gibt aufgrund fallender Aktien um 1% auf unter $1,5 nach

Die europäische Gemeinschaftswährung sackte am Donnerstag angesichts eines dünnen Feiertagshandels in den USA deutlich ab. Darüber hinaus veranlasste die jüngste Risikoaversion Anleger dazu, vermeintlich risikoreiche Währungen zu scheuen. Der EUR bewegte sich über den gestrigen Handelstag hinweg um das Tagestief $1,4960 und somit bei 1,1% unter dem Vortagesstand. Zum japanischen Yen ergaben sich ebenfalls Abwärtstendenzen. Hier fiel der EUR auf ein 2-monatiges Tief von 129,52 Yen.

Des Weiteren erweiterte der EUR seinen Abwärtstrend, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihren Ausblick für einige Großbanken des Emirats Dubai senkte. Die Sorge um Dubai drückte die Aktienmärkte gestern weltweit. Die Kurseinbrüche beliefen sich auf teils 3%. S&P reagierte auf Dubais Bitte um Stundung der Schulden bei den Gläubigern. Dies würde Sorgen um die finanzielle Situation der in Dubai ansässigen Banken hervorrufen. Die geplante Schuldenrestrukturierung des Staatskonglomerats „Dubai World“ belastete die globalen Aktienmärkte in hohem Maße und gab Händlern den Anlass, ihre USD-Positionen zurückzuziehen.

Das Britische Pfund konnte gestern zwar etwas Boden zum USD gutmachen, notierte jedoch mit minus 1,4% um die Marke von $1,64. Auch zum EUR rutschte Großbritanniens Währung um 0,4% auf 90,93 Pence ab. Anleger mutmaßen, in wie weit Großbritanniens Banken von der Dubai-Krise betroffen sind und schicken das britische Pfund auf Talfahrt, so Analysten. Die jüngsten Kursentwicklungen verstärken die ohnehin bärische Stimmung der Investoren in Bezug auf das Pfund Sterling.

JPY - Risikoaversion stärkt Yen gegen US-Dollar

Japans Yen erreicht mittlerweile ein 14-Jahreshoch bei über 85,00 gegen den US-Dollar. Die Spekulationen unter den Händlern verstärkten sich, nach denen die erneute Risikoaversion am Markt die Attraktivität des JPY als Zufluchtswährung steigert.

Zum USD kletterte der Yen bis auf ein Tageshoch von 85,83 pro USD, und markierte damit den höchsten Stand seit Juli 1995. Zu Handelsschluss notierte die Inselstaatwährung schließlich bei 85,0 von zuvor 86,59. Zum EUR schloss der Yen fester und zog von 128,87 pro EUR auf 130,03 pro EUR an. Das Tageshoch lag gestern bei 126,91 - neuer Rekordstand seit dem 29. April.

Leicht gab Japans Währung nach, als der japanische Finanzminister Hirohisa Fujii auf der Suche nach Lösungen im Kampf gegen die Deflation erklärte, dass Tokio zukünftig die USA und auch Europa um Hilfe bitten könnte. Am Dienstag hatte Banken-Minister Shizuka Kamei auf eine internationale Reaktion gedrängt, dem Kursanstieg der japanischen Währung Einhalt zu gebieten. Kamei betonte, die Wichtigkeit, angemessene Gegenmaßnahmen gegen die jüngsten Entwicklungen im Land zu treffen. Die japanische Regierung erhöht aktuell den Druck auf die Zentralbank des Landes.

Rohöl - Rohöl fällt auf Tiefstand um $76-Barrel-Marke

Am Freitag wurde das Barrel Rohöl unter der Marke von $76 gehandelt und verharrte angesichts der Anlegersorgen um eine stockende Erholung des Energiebedarfs in den USA, der größten Energie verbrauchenden Nation weltweit, bei diesen jüngsten Abwärtstendenzen. Die Preise rutschten, während der US-Dollar gegen den EUR aufwertete. Auslöser hierfür waren neueste Nachrichten um das Emirat Dubai, dass ankündigt, ein Moratorium für seinen derzeitigen Schuldenberg zu suchen. Ein starker US-Dollar dämpft den Anreiz von Rohstoff-Anlagen.

Analysten zufolge seien die Rohstoff- und Aktienmärkte derzeit äußerst angespannt und kämpften gegen die sich verstärkende Befürchtung um eine mögliche Insolvenz Dubais an. Die Marktteilnehmer mutmaßen, welche Auswirkungen die insgesamt mit rund 60 Mrd. USD bezifferten Schulden des Emirats auf die globale Wirtschaftlage haben.

Der Rohstoff Rohöl handelt in diesem Monat innerhalb einer engen Spanne. Kursgewinne ergaben sich jüngst hauptsächlich aus schwachen US-Konjunkturdaten und einem überwiegend rückläufigen USD, dessen Kursverluste sich jedoch im Zaum halten. Während der letzten 28 Handelstage wurde Rohöl zwischen $74,50 und $78 pro Barrel gehandelt. Die Handelsspanne könnte sich bis Jahresende möglicherweise auf $75-$82 pro Barrel erweitern.

Technische News

EUR/USD

Dieses Cross signalisierte gestern deutlich bärische Tendenzen und wird momentan um die Marke 1,4920 gehandelt. Der Slow Stochastic der Tages-Chart ist negativ geneigt und bestätigt diese Tendenz. Der Stochastic Slow der 4-Stunden-Chart zeigt an, dass sich noch heute eine zinsbullische Trendwende ergeben könnte. Hier einzusteigen, sobald die Zeichen deutlicher werden, könnte eine gute Entscheidung sein.

GBP/USD

Auf der 4-Stunden-Chart verdeutlicht ein neu entstandenes zinsbullisches Cross des Slow Stochastic, dass sich eine zinsbullische Preiskorrektur ankündigt. Die steigende Tendenz des Momentum-Oszillators auf der Stunden-Chart bestätigt diese Neigung. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte heute die richtige Strategie sein.

USD/JPY

Dieses Währungspaar verzeichnete in der vergangenen Woche deutliche Kursverluste und wird momentan um die 86,10-Marke gehandelt. Der RSI der Tages-Chart hat mittlerweile in den „überkauften“ Bereich gedreht, was darauf hinweist, dass eine Preiskorrektur nach oben bevorsteht. Auch der RSI der 4-Stunden-Chart stützt diesen Trend. Heute bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte für USD/JPY eine gute Wahl sein.

USD/CHF

Die Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Ein neues rückläufiges Cross des 4-Stunden-Slow Stochastic hat sich mittlerweile herausgebildet und lässt eine Preiskorrektur nach unten innerhalb des nächsten Zeitfensters vermuten. Sobald die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne vollzogen ist, könnte es sich lohnen, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

Die Wild-Card

Rohöl

Die Ölpreise sind wieder einmal am Fallen. Das Barrel Rohöl wird derzeit um die $75,25-Marke gehandelt. Inzwischen gibt der RSI der 4-Stunden-Chart zinsbullische Signale aus, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass der Ölpreis wieder steigt. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine gute Gelegenheit bieten, bei einem äußerst beliebten Trend jetzt einzusteigen.

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