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Monday, 5 Sep 2011

Eine kurze Atempause für den EUR

Da sowohl die USA als auch Kanada einen gesetzlichen Feiertag begehen dürfte es heute um die Liquidität beim nordamerikanischen Handel knapp gestellt sein, was dem Abschwung des EUR zum USD und zum CHF eine kurze Atempause einräumen könnte.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenznonodowndownnono
Wochentendenzupupdowndownupup
Resistance1.47001.661581.500.85501.10800.9080
1.45501.6450 80.200.83301.08000.8915
1.43001.6250 78.500.82401.06250.8815
Support1.41001.611075.940.77101.03150.8700
1.39751.6000 0.76500.99250.8600
1.38401.57800.75150.97000.8530

Wirtschafts News

USD - Wachstum zwar verlangsamt aber nicht aufgehalten

Aus der US Wirtschaft sind weitere enttäuschende Nachrichten zu vermelden. Der Arbeitsmarktbericht (NFP) vom Freitag zeigte, dass es im August nicht gelungen war neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Der durchschnittliche Stundenlohn fiel um 0,1% gegenüber dem vorangegangenen Anstieg um 0,5%, was die positiven Daten der vergangenen Woche hinsichtlich der persönlichen Ausgaben ein wenig relativiert. Die Anzahl der Gesamtarbeitsstunden ging ebenfalls zurück.

Im Gegensatz zu Europa steht die US Wirtschaft zwar still, ist aber nicht rückläufig. Das dürfte wahrscheinlich politische Reaktionen, sowohl auf steuerlicher als auch geldmarktpolitischer Seite nach sich ziehen. Von den Republikanern unter Druck gesetzt hat Präsident Obama seine Rede zur wirtschaftlichen Lage auf den 7. September verlegt. Er wird eine Reihe von Vorschlägen ansprechen, die von der Erweiterung der US Arbeitslosenunterstützung über Lohnsteuererleichterungen bis zu einem möglichen Arbeitsbeschaffungsprogramm, ähnlich dem der Works Progress Administration, der Mitte der 1930er gegründeten Arbeitsbeschaffungsbehörde, reichen.

Eine geldmarktpolitische Reaktion dürfte sich nach dem zweitägigen Treffen der US Notenbank im September ergeben. Es besteht die Möglichkeit, dass die Notenbank die Laufzeiten für Kredite in ihren Bilanzen verlängert, oder dass sie sich auf eine bestimmte Inflationsrate festlegt, ähnlich der Zusage den Leitzinssatz bis Mitte 2013 unverändert zu belassen. Weitere Aufkäufe von Staatsanleihen sind eingedenk des Aufwärtsknicks bei den US Inflationszahlen eher unwahrscheinlich.

EUR - Wirtschaftswachstum verzeichnet Stillstand

Nach einem herausragenden 1. Quartal, in dem die deutsche Wirtschaft ein Wachstum von 1,5% aufwies, steht das 2. Quartal im krassen Gegensatz mit einem mageren Anstieg um nur 0,1%. Es wird nicht angenommen, dass es zu weiteren Anstiegen kommen wird, da der Einkaufmanagerindex für die Eurozone im August unter die 50 Boom-Bust-Werte gesunken ist. Auch die französische Wirtschaft wies im 2. Quartal Null-Wachstum auf. Zusätzlicher Druck zeichnet sich in Italien und Spanien ab, deren Einkaufmanagerindexe auf neue Tiefstwerte gesunken sind.

Europa steckt seit geraumer Zeit in einer Schuldenkrise und ergreift im Gegensatz zu den USA keine finanzpolitischen Maßnahmen. Gegensätzliche Maßnahmen wurden in Italien und Spanien mit zusätzlichen Sparmaßnahmen ergriffen, die das stockende Wachstum verstärken dürfte, während die Weltwirtschaft nachzulassen beginnt. Die sich der EZB bietenden Optionen scheinen allerdings recht begrenzt zu sein. Vergangene Woche deutete EZB Präsident Trichet an, dass der inflationäre Druck nachlässt. Die reduzierte Inflationsprognose wird offiziell am Donnerstag bekannt gegeben. Es ist unwahrscheinlich, dass die EZB ihre zwei Leitzinssatzanhebungen von Anfang des Jahres zurücknehmen wird, da es einem Eingeständnis des Versagens ihrer korrigierenden geldmarktpolitischen Maßnahmen gleichkäme. Man sollte sich daran erinnern, dass in 2008 die EZB den Leitzinssatz fortgesetzt erhöhte, während die Welt in eine Finanzkrise steuerte, nur um dann nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers einen Rückzieher zu machen.

Neuerlicher Druck macht sich auch in Griechenland bemerkbar. Die EU-Troika hat Athen verlassen ohne ihre Untersuchung der griechischen Finanzlage beenden zu können. Die griechische Regierung räumte ein, dass das Bruttoinlandsprodukt wahrscheinlich weiter schrumpfen dürfte als erwartet und dass das Land ebenfalls nicht in der Lage sein dürfte die zuvor festgelegten Haushaltskürzungen einzuhalten. Griechische 2-Jahres-Staatsanleihen handeln zum höchsten Wert der vor der Einigung vom 21. Juli bestand.

So ist die EUR/USD-Paarung heute Morgen beim asiatischen Handel von 1,45 auf unter 1,42 gesunken. Die Paarung durchbrach die steigende Trendlinie vom Juli-Tief und bewegt sich in Richtung des Werts von 1,4100, bei dem das Tief vom 11. August mit der 61% Fibonacci Rückführung der Juli-August-Bewegung übereinstimmt. Die EUR/USD-Paarung könnte sich weiter in dieser Spanne bewegen, es sei denn das Paar sinkt unter den Wert von 1,4050. Die EUR/CHF-Paarung ist ebenfalls gefährdet, nachdem die Lücke vom 15. August geschlossen wurde. Die EUR/CHF-Paarung fiel innerhalb einer Woche um dramatische 1000 Pips ab.

AUD - RBA wird morgen tagen

Die australische Zentralbank, die Reserve Bank of Australia, wird morgen tagen, und auf Devisenhandel-Blogs wird dahingehend spekuliert, dass die RBA vorhat den Leitzinssatz anzuheben, ähnlich wie in der Türkei und in Brasilien geschehen. Allerdings verlangsamt sich das australische Wirtschaftswachstum nicht so wie das in anderen Weltwirtschaften der Fall ist. Die Einzelhandelsumsätze erweisen sich nach wie vor positiv, und auch die Rohstoffpreise verbleiben gut unterstützt. Die Spekulationen auf eine Leitzinsanhebung durch die RBA mögen allerdings verfrüht sein und könnten Aufwärtspotential für den australischen Dollar in sich bergen.

Heute Morgen sackte die AUD/USD-Paarung ab, und die Werte von 1,0625 gefolgt von 1,0800 könnten als erste zwei Widerstandswerte dienen. Andererseits dürfte die Bewegung bei 1,0310 gedeckelt werden. Die AUD/NZD-Paarung zeigt eine umgekehrte Kopf-Schulter-Formation deren Halslinie bei 1,2750 Widerstand bildet, mit einer maßvollen Bewegung von rund 400 Pips.

Rohöl - $ 90 pro Barrel wird in nächster Zeit der Widerstandswert sein

Der Rohölpreis müht sich weiterhin seinen Wert zu halten. Der enttäuschende Arbeitsmarktbericht (NFP) vom vergangenen Freitag trug wenig dazu bei die Erwartungen für weltweites Wirtschaftswachstum beziehungsweise die Nachfrage nach diesem Rohstoff anzukurbeln. Stagnierende US Beschäftigungsdaten wirken sich weiterhin auf die US Konjunkturbelebung aus, allerdings könnten Hoffnungen auf zusätzliche geldmarktpolitische Lockerungen durch die US Notenbank es möglich machen, dass der Widerstandswert von $ 90 pro Barrel getestet wird. Unterstützung findet sich bei $ 84.50, $ 83.00 und bei $ 79.40.

Technische News

EUR/USD

Die Kerze der vergangenen Woche verdeutlichte zwei wichtige Punkte: zum einen die Unfähigkeit des EUR Kaufgebote über dem Wert von 1,4500 zu erhalten und die Bildung einer außen liegenden Tages-Tief-Kerzen-Formation zum Handelsschluss. So findet sich der Haupt-Unterstützungswert bei 1,4100, dem Wert bei dem das Tief vom 11. August mit der 61% Fibonacci Rückführung der Juli-August-Bewegung übereinstimmt. Der andere Schlüsselwert ist die steigende Trendlinie vom Mai-Tief in 2010, die bei 1,3975 ins Spiel kommt. Andererseits findet sich Widerstand beim Eröffnungskurs dieser Woche von 1,4180, gefolgt von 1,4325 und dem Hoch der vergangenen Woche von 1,4550.

GBP/USD

Die GBP/USD-Paarung zeigt sich beim Slow Stochastic auf dem Monats-, Wochen- und Tages-Chart rückläufig, während sich der Kurs dem wichtigen Unterstützungswert von 1,6110 annähert, bei dem der 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt mit dem Tief vom 11. August übereinstimmt. Ein Durchbruch hier könnte die Tür zum Wert von 1,6000 öffnen mit zusätzlicher Unterstützung nach unten bei 1,5780. Andererseits bildet das Hoch vom vergangenen Donnerstag/Freitag bei 1,6250 ersten Widerstand, gefolgt von 1,6450 und 1,6615.

USD/JPY

Der JPY fand eine Basis bei 76,40 und war nicht in der Lage sich unter das Rekordtief von 75,94 vom August zu bewegen. Der Slow Stochastic auf dem Wochen- und Tages-Chart weist zwar aufwärts, doch auf dem Monats-Chart zeigt er nach wie vor Abwärtstendenz. Erster Widerstand findet sich bei 77,70, gefolgt vom Post-Interventions-Hoch von 80,20 und letztlich bei 81,30, von der in 2007 abfallenden Trendlinie.

USD/CHF

Der Anstieg dieser Paarung erreichte nicht ganz den Widerstandswert von 0,8275, setzte den lang anhaltenden Abwärtstrend vehement fort und sank bis auf 0,7710, um sich dann wieder leicht zu erholen. Es gibt zwei Werte, die aus der Aufwärtsbewegung im August hervorstechen: 0,7650 bei der 50% Fibonacci Rückführung und 0,7510 bei der 61% Rückführung.

Die Wild-Card

Rohöl

Seit dem letzten Wochenende hat der Rohölpreis die Richtung gewechselt und fiel um rund 470 Pips. Derzeit weist der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden- und dem Tages-Chart abwärts, und es scheint als würde sich der rückläufige Trend noch verstärken. Unterstützung für Rohöl findet sich bei $ 84,00 pro Barrel. Hier könnte sich Forex-Händlern die großartige Gelegenheit bieten sich einem sehr beliebten Trend anzuschließen. forex

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