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Mittwoch, 29 Okt 2008
Erwartete Leitzinssenkung schwächt USD, während EUR sich verstärkt
Die US-Notenbank soll heute im weiteren Tagesverlauf ihren Leitzins um 0,50% senken. Dies könnte dem aktuellen Aufwärtstrend des USD ein Ende setzen. Der Unterschied zwischen dem US-amerikanischen und dem europäischen Leitzins nimmt weiter zu, während der EUR zunehmend an Boden gewinnt. Große Veränderungen bahnen sich an. Daher sollten Anleger die Entwicklungen auf den Aktienmärkten aufmerksam verfolgen, um die richtige Entscheidung ihre EUR- und USD-Positionen zu treffen.
| EUR/USD | GBP/USD | USD/JPY | USD/CHF | AUD/USD | EUR/GBP | |
| Tagestendenz | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
| Wochentendenz | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
| Widerstandskraft | 1.2815 | 1.6109 | 97.69 | 1.1589 | 0.6441 | 0.8029 |
| 1.2778 | 1.6077 | 97.35 | 1.1563 | 0.6420 | 0.7996 | |
| 1.2749 | 1.6042 | 97.02 | 1.1538 | 0.6399 | 0.7965 | |
| Support | 1.2687 | 1.5983 | 96.28 | 1.1480 | 0.6356 | 0.7905 |
| 1.2657 | 1.5953 | 95.94 | 1.1452 | 0.6339 | 0.7877 | |
| 1.2621 | 1.5919 | 95.60 | 1.1421 | 0.6319 | 0.7848 |
Wirtschafts News
USD - US-Leitzins auf der Agenda
Trotz der eher negativen Ergebnisse am gestrigen US-Handelstag, zogen die amerikanischen Aktienmärkte um mehr als 10% an. Der USD übertraf weltweit jede Währung und Anleger kauften Aktien auf, die während des schlechtesten Oktobers in der Geschichte gefallen waren.
Nach gestern verlor der USD allerdings zum ersten Mal in sieben Tagen gegen den EUR an Wert und brachte das so oft gehandelte Paar bis auf die 1,2784-Marke. Auch gegen den Britischen Pfund und den Schweizer Franken konnten ähnliche Entwicklungen beobachtet werden. Zumindest verzeichnete der USD einen Gewinnzuwachs gegenüber dem JPY, gegen den er über 500 Punkte gewinnen konnte, um letztendlich bei 98,48 zu schließen.
Wichtigste Wirtschaftveröffentlichung aus den USA war gestern der Bericht zum US-Verbrauchervertrauen. Der Index des Conference Boards fiel dabei auf einen historischen Tiefstand von 38,0. Im Monat September lag dieser noch bei 61,4 Punkten. Lynn Franco vom Marktforschungsinstitut Conference Board erklärte, dass die Finanzkrise sich in den vergangenen Wochen negativ auf das Verbrauchervertrauen ausgewirkt hat. Tiefer war das Barometer noch nie seit Beginn der Umfrage vor rund vierzig Jahren gefallen. Sowohl die Aussichten für den Arbeitsmarkt als auch für die Inflation im vierten Quartal hätten sich verschlechtert. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.
US-Verbraucher sind weiter skeptisch. Ihr Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich ein weiteres Mal deutlich verschlechtert. Der Bericht weckt damit Befürchtungen, dass die größte Volkswirtschaft der Welt trotz USD-Aufwärtstrend in eine Periode der Rezession abrutschen wird.
Für heute werden einige wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA erwartet, die die Tendenzen des USD bestimmen sollten. Besonderes Augenmerk sei dabei auf die Entscheidung der US-Notenbank zu richten, die ihren Leitzins um 0,50% senken will. Anleger wissen genau, in welch extremer Korrelation der Wert der US-amerikanischen Währung zum Leitzins steht. Ein gesenkter Leitzins erhöht die Menge der in Umlauf gebrachten Dollarnoten, was den USD wiederum schwächt. Bei einer Steigerung der Zinsrate ergibt sich eine gegenteilige Entwicklung. Weiterer Index auf dem US-Wirtschaftskalender heute ist die Kernrate der Auftragseingänge langlebigen Güter, die ebenfalls ihren Einfluss auf die Märkte nehmen werden. Sollten sich hier nachteilige Zahlen ergeben, unterstreicht dies lediglich die derzeitig problematische Lage der US-Wirtschaft. Voraussichtlich wird der USD daraufhin weiter an Wert verlieren.
EUR - Neueste EUR-Entwicklungen außnahmsweise positiv
Der EUR beendete den gestrigen Börsengang bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen. Gegenüber dem USD konnte die 15-Nationen-Währung an Boden gewinnen und notierte zu Handelsschluss bei 1,2784. Kursschwankungen ergaben sich gegenüber den GBP, da sich der Großteil der Marktbewegungen gestern auf den Dollar konzentrierte. Darüber hinaus wurde nur ein Indikator aus Europa veröffentlicht.
Die Zahlen zur GfK-Konsumklimastudie für den Monat Oktober überraschten. Trotz Rezessionsängsten haben Verbraucher laut vorausberechnetem GfK-Konsumklimaindex weiterhin Vertrauen in ihre Wirtschaft. Dieser Anstieg kann auf den Aufwärtstrend der Indizes für die Einkommenserwartung zurückgeführt werden. Die Aussichten auf eine Fortsetzung dieser positiven Entwicklung stehen gut. Dies ist jedoch vom Verbrauchervertrauen und der Beständigkeit der aktuellen finanzpolitischen Maßnahmen abhängig und setzt voraus, dass sich keine weitere finanzielle Belastung für die Verbraucher ergibt. Des Weiteren hätten drastisch ansteigende Ölpreise einen eher entmutigenden Effekt auf das Konsumklima.
Für heute wird lediglich eine Veröffentlichung aus Europa erwartet: Deutschlands vorläufiger Verbraucherindex. Sollte ein Aufwärtstrend erkennbar werden, hätte dies einen äußerst positiven Effekt auf die europäische Währung. Um eine Entscheidung im Bezug auf EUR-Positionen zu treffen, sollten Anleger die Aktienmärkte keinesfalls aus den Augen verlieren.
JPY - Yen erhält Hilfe durch mögliche Leitzinssenkung seitens BoJ
Noch vor zwei Tagen kletterte der Yen bis auf ein 13-Jahreshoch gegen den Dollar. Doch bereits gestern konnte ein heftiger Sturz der japanischen Währung beobachtet werden. Gegen den USD fiel der JPY um 5,2% und schloss um die 97,00. Gleichzeitig ergab sich eine vorläufige Steigerung der Risikobereitschaft auf den Märkten.
Einem japanischen Zeitungsbericht war gestern zu später Handelsstunde zu entnehmen, dass die BoJ nun doch die Senkung ihres Leitzinses in Betracht ziehe. Diese könnte die derzeit stockende japanische Wirtschaft ankurbeln und den Aufwärtstrend des JPY stoppen. Japans Regierung sei in diesem Zusammenhang um den japanischen Exporthandel besorgt. Im Widerspruch dazu, sieht Japans Wirtschaftsminister gegenwärtig keinen Zusammenhang zwischen der Zinspolitik der BoJ und dem Wechselkurs des Yen, da der übliche Zusammenhang derzeit in Japan nicht existiere. Eine Leitzinssenkung wäre damit unwahrscheinlich. Trotzdem würde die BoJ-Leitung am Freitag über die Möglichkeit einer Leitzinsänderung beraten.
Aus Japan wird heute im späteren Handelstagsverlauf nur eine Veröffentlichung erwartet: der Manufacturing PMI (vgl. dt. Einkaufsmanagerindex). Jede Aufwärtsbewegung kann sich nur positiv auf Japans Währung auswirken. Um ihre JPY-Positionen zu bestimmen, sollten Anleger besonders auf die Reaktion der Aktienmärkte auf einen eventuell steigenden Dollarkurs achten.
Rohöl - Ölpreise entwickeln sich gedämpft weiter
Gestern fielen die Preise um weitere $2. Experten erwarten keine Verbesserung in naher Zukunft, da die Ölpreise weiterhin unter der nachlassender Nachfrage angesichts der lahmenden Wirtschaft weltweit leiden werden. Noch im Juli waren die Preise auf ein Rekordhoch von $145 geklettert. Zum gestrigen Handelsschluss notierte Rohöl bei $64,46.
Wichtigste Veröffentlichung für Rohöl-Anleger heute ist die Bekanntgabe der US-Rohöllagerbestände. Im diesem Bericht werden unter anderem die aktuellen Lagerbestände für Rohöl und Benzin sowie die Veränderungen der Lagerbestände im Verhältnis zu den Markterwartungen dargestellt. Erwartungsgemäß sollen die Lagerbestände ansteigen.
Anleger sollten die Tendenz der Rohölpreise weiterhin im Auge behalten. Noch vor dem Wochenende könnten diese die $55-$60-Marke erreichen.
Technische News
EUR/USD
Dieses Paar hat gestern eine zinsbullische Korrigierung begonnen, die weiteres Potential in sich trägt. Ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der Tages-Chart deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend das Paar bis auf die 1,3000-Marke bringen könnte. Somit ist es heute eventuell richtig, zu kaufen.
GBP/USD
Dieses Paar scheint sich zu erholen und hat in den letzten 24 Stunden über 600 Punkte gewonnen. Aktuell scheint 1,6200 das nächste psychologische Level dieses Kurspaares darzustellen. Sollte ein Durchbruch dieser Marke erfolgen, könnte dies als Bestätigung eines zinsbullischen Trends gelten.
USD/JPY
Dieses Paar scheint seine Aufwärtstendenz nach Antesten der 100,00-Marke eingeschränkt zu haben, denn ein rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart hat sich bereits gebildet. Eine Wiederaufnahme des Abwärtstrends scheint unmittelbar bevorzustehen. Die richtige Strategie für heute könnte lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/CHF
Dieses Paar unterliegt bereits seit einigen Tagen hohen Kursschwankungen und konnte noch keine eindeutige Richtung einschlagen. Aktuell verdeutlicht eine Doji-Anordnung auf der 4-Stunden-Chart, dass sich eine kräftige Bewegung ergeben könnte. Welche Richtung USD/CHF einschlagen wird, ist jedoch nicht deutlich erkennbar. Anleger sollten sich bei diesem Kurspaar heute eher zurückhalten.
Die Wild-Card
Rohöl
Nach einem lang anhaltenden Abwärtstrend geben die Ölpreise nun leicht zinsbullische Signale aus. Ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic sowohl auf der Tages- als auch auf der Stunden-Chart verdeutlicht, dass diese zinsbullische Neigung Potential in sich trägt. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Trend zu einem äußerst frühen Zeitpunkt einzusteigen.
| Datum | Zeit | $€£¥ | Ereignis | Zeit | Vor | Pro | Akt | Wich |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01/08 | 12:00 | GBP | Official Bank Rate | 2.00% | 1.50% | 1.50% | ![]() | |
| 13:30 | USD | Unemployment Claims | 492K | 545K | - | ![]() | ||
| 15:00 | CAD | Ivey PMI | 40.2 | 37.5 | - | ![]() | ||
| 15:30 | USD | Natural Gas Storage | -143B | -78B | - | ![]() | ||
| 16:00 | USD | President-Elect Obama Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 17:50 | CAD | Gov Council Member Duguay Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 18:30 | USD | Assist Treasury Sec Kashkari Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 19:00 | EUR | ECB President Trichet Speaks | * | * | * | ![]() | ||
| 20:00 | USD | Consumer Credit | m/m | -3.5B | -0.5B | - | ![]() | |
| 01/09 | 05:00 | JPY | Leading Indicators | 85.2% | 81.4% | - | ![]() | |
| 07:00 | EUR | German Retail Sales | m/m | -2.2% | 0.4% | - | ![]() | |
| 07:45 | EUR | French Industrial Production | m/m | -2.7% | -0.7% | - | ![]() | |
| 07:45 | EUR | French Trade Balance | -7.1B | -5.0B | - | ![]() | ||
| 09:30 | GBP | Manufacturing Production m/m | m/m | -1.4% | -0.5% | - | ![]() | |
| 09:30 | GBP | PPI Input | m/m | -3.3% | -2.0% | - | ![]() | |
| 09:30 | GBP | Industrial Production | m/m | -1.7% | -0.5% | - | ![]() | |
| 09:30 | GBP | PPI Output | m/m | -0.7% | -0.7% | - | ![]() | |
| 10:00 | EUR | Retail Sales | m/m | -0.8% | 0.1% | - | ![]() | |
| 11:00 | EUR | German Industrial Production | m/m | -2.1% | -2.0% | - | ![]() |


Official Bank Rate


















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