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Tuesday, 22 Mar 2011

Erwartungen auf EZB Leitzinsanhebung lässt EUR/USD auf höchsten Stand seit 4 Monaten steigen

Der Handel dieser Woche begann mit einem kräftigen Anstieg beim Rohöl, der direkt auf die NATO-Angriffe auf Libyen zurückzuführen ist. Zudem war die wichtigste Entwicklung auf dem Devisenmarkt der ansteigende Euro-Kurs. Erwartungen, dass die EZB im April den Leitzinssatz anheben werde, beeinflussten weiterhin den Markt, und folglich stieg der Kurs der EUR/USD-Paarung auf den höchsten Stand seit 4 Monaten.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupupnonoupdown
Wochentendenzupupdowndowndownup
Resistance1.43101.639081.700.91001.01450.8800
1.42901.637081.500.90801.01150.8780
1.42601.634081.200.90501.00950.8750
Support1.42001.628080.600.89901.00350.8690
1.41701.625080.300.89601.00050.8660
1.41501.623080.100.89400.99850.8640

Wirtschafts News

USD - Dollarkurs sinkt zu dem Haupt-Währungen da Risikofreudigkeit zurückkehrt

Der US Dollar verzeichnete am Montag Kursverluste zu den meisten seiner Haupt-Währungspartner. Der Dollar fiel um etwa 80 Pips zum Euro, und die EUR/USD-Paarung handelt über dem Wert von 1,4200. Zum britischen Pfund Sterling fiel der Dollar um etwa 100 Pips.

Aufgrund erneuter Risikofreudigkeit an den Märkten fiel der Dollar im Vergleich zu einem ganzen Korb unterschiedlicher Währungen am Montag auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten. Händler haben sich fremdfinanziertem Risikohandel mit Aktien und Rohstoff-gebundenen Währungen zugewandt und so die Nachfrage nach dem Euro und dem britischen Pfund Sterling verstärkt.

Der Rückgang des Dollarkurses wurde auch vom Anstieg beim Euro beschleunigt. Die Annahme, dass die Europäische Zentralbank im April den Leitzinssatz von seinem Rekord-Tief von 1,00% anheben werde, ließ die Nachfrage nach der 17-Nationen-Währung stetig steigen. Die US Notenbank andererseits wird wahrscheinlich an ihrer lockeren Geldmarktpolitik festhalten, was wiederum die Nachfrage nach dem Dollar schwächen dürfte.

Heute wird Richard Fisher, der Präsident der Federal Reserve Bank of Dallas, eine Rede zur zukünftigen Geldmarktpolitik der Vereinigten Staaten halten. Diese Rede, die für 11:35 MGZ vorgesehen ist, wird wahrscheinlich große Volatilität an den Märkten auslösen. Händler sollten die Rede Fishers aufmerksam verfolgen und dabei bedenken, dass ein friedfertiger Ton den Dollar vermutlich weiter schwächen dürfte.

EUR - Erwartungen einer EZB Leitzinsanhebung lassen Euro-Kurs steigen

Der Euro verzeichnete gestern Kursanstiege zu dem meisten der anderen Haupt-Währungen. Die 17-Nationen-Währung legte am Montag zum US Dollar um etwa 80 Pips zu, und die EUR/USD-Paarung stieg bis auf 1,4240, den höchsten Wert seit 4 Monaten. Zum japanischen Yen stieg der Euro um rund 100 Pips.

Der gestrige Anstieg des Euro-Kurses erfolgte auch weil angenommen wird, dass die Katastrophenlage in Japan die Europäische Zentralbank (EZB) nicht davon abhalten wird, den Leitzinssatz im kommenden Monat anzuheben. EZB Offizielle hatten vergangene Woche verlauten lassen, dass bei der Eindämmung der Inflation größte Umsicht geboten sei, was auf eine unmittelbar bevorstehende Leitzinsanhebung schließen lässt. Zudem bemerkte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, dass er seinen Äußerungen vom 3. März nicht hinzuzufügen habe, was ebenfalls erahnen lässt, dass die EZB den Zinssatz im April anheben wird.

Derzeit scheint es, als könne die europäische Währung kurzfristig die Spekulationen um die Leitzinsanhebung für sich nutzen, insbesondere da die US Notenbank sehr wahrscheinlich an ihrer lockeren Geldmarktpolitik festhalten dürfte.

Heute werden keine sonderlich wichtigen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone erwartet, so dass Händlern empfohlen wird sich auf die führenden britischen Wirtschaftspublikationen zu konzentrieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem britischen Verbraucherpreisindex. Sollte der Bericht aufzeigen, dass die Inflation in Großbritannien im Anstieg begriffen ist, könnte das den Kurs für Pfund Sterling und auch den Euro stärken.

JPY - Yen-Kurs fällt da atomares Risiko abnimmt

Der japanische Yen verzeichnete beim Handel am Montag Kursrückgänge auf ganzer Linie. Der Yen fiel um 40 Pips zum US Dollar, und die USD/JPY-Paarung handelt um den Wert von 81,00. Der Yen verzeichnete auch einen Rückgang um 100 Pips zum Euro und um 120 Pips zum britischen Pfund Sterling.

Nachdem es den Betreibern gelungen war Fortschritte bei der Kühlung der betroffenen Atomreaktoren zu machen, verzeichnete der Yen Kursrückgänge zu all seinen Haupt-Währungsrivalen. Investoren fürchten immer noch, dass die japanische Regierung Maßnahmen zur Schwächung des Yen einleiten wird, nachdem solche Bemühungen bereits vergangene Woche von den G7 Staaten unternommen wurden.

Die Stabilisierung der japanischen Atomkrise trug auch zur Rückkehr der Risikofreudigkeit an den Märkten bei, was die Nachfrage nach der japanischen Währung als Safe-Hafen-Anlage reduzierte.

Heute sollten Händler besonders wachsam, hinsichtlich eines möglichen Eingreifens in das Marktgeschehen durch die japanische Regierung, sein. Ein solches Eingreifen könnte erfolgen, falls der Yen wieder an Stärke zulegen sollte. Besondere Aufmerksamkeit sollte natürlich auch der atomaren Krise in Japan gelten, da jegliche neue Entwicklung die Märkte beeinflussen dürfte.

Rohöl - Rohölpreis stabilisiert sich über $ 103 pro Barrel

Beim Rohölhandel wurden zu Beginn der Woche Spitzenwerte erzielt, nachdem NATO Streitkräfte Angriffe auf libysche Regierungsstellungen unternommen hatten. Der Rohölpreis stieg auf über $ 104 pro Barrel, gegenüber dem Eröffnungspreis für die Woche von $ 101,31.

Rohöl handelt nahe dem höchsten Wert seit mehr als einer Woche, nachdem Luftangriffe auf Libyen und die Gefahr einer Ausweitung der Krise im Mittleren Osten die Energiepreise kräftig ansteigen ließen. Zudem ist die Ölförderung in Libyen auf weniger als 400.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, verglichen zu geschätzten 1,59 Mio. Barrel pro Tag im Januar.

Während des Handels am Montag verhielt sich der Rohölpreis relative stabil, und das Barrel Rohöl handelt derzeit um den Wert von $ 103,50.

Heute sollten Händler die Entwicklungen in Libyen im Auge behalten, da dieser Konflikt derzeit der Haupt-Katalysator beim Rohölhandel ist. Falls die Lage weiter eskalieren sollte, dürfte der Rohölpreis sogar noch weiter steigen.

Technische News

EUR/USD

Auf dem Tages-Chart hat sich ein sehr ausgeprägter zinsbullischer Channel gebildet, in dessen Mitte sich derzeit diese Paarung bewegt. Außerdem vermitteln sowohl MACD als auch RSI auf dem 4-Stunden-Chart weiterhin zinsbullische Signale, was darauf hindeutet, dass der Kurs der Paarung heute weiter ansteigen dürfte und möglicherweise gar den Wert von 1,4300 erreicht.

GBP/USD

Diese Paarung bewegt sich inmitten einer zinsbullischen Umkehr, die beim Wert von 1,6350 abgeschlossen sein dürfte. Falls das Paar heute den Widerstandswert von 1,6350 durchbrechen sollte, könnte es potentiell bis auf den Wert von 1,640 ansteigen. Zu kaufen könnte sich heute als richtige Strategie erweisen.

USD/JPY

Die USD/JPY-Paarung erholt sich weiterhin von seinem jüngsten Tiefstand von 76,40 und handelt derzeit um den Wert von 81,00. Nichtsdestotrotz hat sich auf dem 4-Stunden-Chart ein rückläufiger Cross gebildet, was darauf hindeutet, dass eine Abwärtskorrektur bevorstehen könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen scheint heute die richtige Wahl zu sein.

USD/CHF

Die USD/CHF-Paarung verzeichnete in den vergangenen Tagen einen relativ flach verlaufenden Handel nahe dem Wert von 0,9050. Da derzeit das 4-Stunden- und Tages-Chart unterschiedliche Signale vermitteln, scheint es ratsam, dass sich Händler heute bei dieser Paarung enthalten.

Die Wild-Card

Gold

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche erheblich angestiegen. In nur wenigen Tagen kletterte er von $ 1.380 auf $ 1.435 pro Feinunze. Da sich jedoch beim Slow Stochastic auf dem Tages-Chart ein rückläufiger Cross bildet, scheint es, als würde eine Abwärtskorrektur bevorstehen. Hier könnte sich Forex Händlern eine gute Gelegenheit bieten sich diesem Trend von Anfang an anzuschließen.

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