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Tuesday, 27 Dec 2011

Erwartungen für eine schwächere EZB Geldmarktpolitik steigen

Investoren haben schon seit langem für eine quantitative Lockerung (QE) seitens der US Notenbank (Fed) und der BoE eingepreist. Nunmehr scheint es, als würde die EZB die Erwartungen für eine schwächere Geldmarktpolitik erfüllen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndowndownupdowndown
Wochentendenzdowndowndownupdowndown
Resistance1.35501.6165 81.501.00651.05500.8510
1.3430 1.589079.500.97801.04500.8450
1.3200 1.577078.300.95501.03400.8400
Support1.30301.541077.150.90650.98600.8350
1.28701.527076.500.87600.98000.8280
1.26651.511075.560.85700.96600.8140

Wirtschafts News

USD - US Wirtschaftsdaten und europäische Ereignisse bestimmen das Marktgeschehen bis zum Jahresende

Während dieser verkürzten Woche dürfte es um die Liquidität recht schwach bestellt sein, da viele Marktteilnehmer nicht ins Marktgeschehen eingreifen werden. Jedoch dürften die Veröffentlichungen von US Wirtschaftsdaten und die Ereignisse in Europa für höhere Volatilität sorgen als normal. Für heute erwarten wir die Bekanntgabe der Berichte über das US Verbrauchervertrauen und der Hauspreise. Am Donnerstag werden die letzten US Wirtschaftspublikationen für das Jahr 2011 der regionale Konjunkturbericht des Fed-Distriktes Chicago und der Bericht über noch nicht abgeschlossene, aber bereits vertraglich fixierte Immobilienverkäufe sein. In der vergangenen Woche erholte sich der Aktienmarkt und starke US Daten dürften dazu beitragen, dass sich dieser Trend fortsetzt, obwohl der S&P 500 nahe dem Wert von 1.260 von den Oktober- und November-Hochs auf technischen Widerstand trifft. Angesichts weiterer Gewinne bei den Aktien ist es sehr wahrscheinlich, dass sich der USD abschwächen wird.

Die Ereignisse in Europa dürften die Risikobereitschaft zum Jahresende hin unterstützen. Fehlende europäische Staatsanleihenauktionen dürften helfen die immer noch schwelende Bedrohung einer Herabsetzung des Kredit-Ratings für Frankreich zu überstehen. Gleichwohl das bereits in die die Anleihe-Märkte eingepreist zu sein scheint, dürfte der Verlust des AAA Kredit-Ratings für Frankreich der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und die EUR/USD-Paarung unter den Kurs von 1,30 senkt.

EUR - Erwartungen für eine schwächere EZB Geldmarktpolitik steigen

In einem Interview am langen Wochenende äußerte sich das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank und Gouverneur der Bank von Italien, Ignazio Visco, dahingehend, dass man sich um die europäische Geldmarktpolitik „entsprechend dem Konjunkturverlauf kümmern werde“. Diese Bemerkung lässt sich so deuten, dass die EZB bereit ist ihre Geldmarktpolitik zu lockern, sollte die europäische Wirtschaft Unterstützung benötigen. Viscos Äußerungen knüpfen an denen des EZB Mitglieds Lorenzo Bini Smaghi an, der sich gegen inflationäre Falken wandte, die ein quantitatives Lockerungsprogramm (QE) als Mittel zur Unterstützung der Wirtschaft ausschließen.

Fairnesshalber muss man jedoch sagen, dass Mario Draghi alles in Griff zu haben scheint. Seit seiner Amtsübernahme hat er die Leitzinsanhebungen um 50 Basispunkte durch seinen Vorgängers Jean-Claude Trichet aufgehoben und den europäischen Banken erhebliche Liquiditäts-Rückstellungen angeboten. Die 3-Jahres-Kredite in Höhe von EUR 489 Mrd. an 523 Banken waren schon höchst erstaunlich. Während die Liquiditätsmaßnahmen den europäischen Banken helfen, hat die Senkung des Leitzinssatzes nur begrenzten Einfluss auf die Realwirtschaft, in Anbetracht der gedämpften Stimmung an den Märkten aufgrund der Schuldenkrise.

Da der Leitzinssatz mit 1,00% nun auf dem niedrigsten Stand seit 2008 festgelegt ist, dürfte die EZB eine geldmarktpolitische Lockerung unterhalb dieses Werts in Erwägung ziehen. Angesichts der Bereitschaft Mario Draghis entschlossen zu handeln, wie er es in den ersten 2 Monaten seiner EZB Präsidentschaft getan hat, wird die Zentralbank, sollte die Bedrohung einer Deflation sich in die Inflationsprognosen der EZB einschleichen, weitere Leitzinssenkungen und möglicherweise QE3 ins Auge fassen, um die schädlichen Auswirkungen einer Deflation abzuwenden.

Was bedeutet das für den EUR? Während QE3 sich nicht immer in einer schwächeren Währung auswirkt (siehe GBP/USD seit dem 6. Oktober), dürfte der EUR sehr wahrscheinlich einen Einbruch erleiden, sollte der EU Leitzins weiter sinken. Die heutige FOREXYARD technische Analyse bietet einige Kurswerte für genau diese Situation.

AUD - AUD erhält Auftrieb

Der AUD erhielt in der vergangenen Woche Auftrieb, als eine Stimmungsverbesserung an den Märkten sich positiv auf die hohe Erträge erzielende Währung auswirkte. Moody's bestätigte das AAA Kredit-Rating Australiens und würdigte so die Finanzpolitik der Regierung, die finanzielle Stärke und den niedrigen Stand der Verschuldung. Das Top Kredit-Rating sollte in diesen Tagen nicht einfach so abgetan werden, da S&P höchstwahrscheinlich im Januar einige der wichtigsten europäischen Staaten herabsetzen wird. Frankreich ist hierfür einer der wahrscheinlichsten Kandidaten.

Gleichwohl der AUD durch zusätzlichen Geldzufluss aufgrund des AAA Kredit-Ratings Aufschwung erhielt, wird der AUD doch letztlich durch Verbesserungen beim Risk-on-Trade angekurbelt. Das dürfte wahrscheinlich durch eine Lösung der europäischen Schuldenkrise erfolgen, die in nicht allzu großer Ferne zu liegen scheint. Die AUD/USD-Paarung findet Widerstand bei 1,0330, dem Hoch vom 30. November und Unterstützung beim Mitte-Dezember-Tief von 0,9860.

Rohöl - Spannungen über den Iran lassen Rohölpreis bis an die $ 100 pro Barrel steigen

Aufgrund des zunehmenden Geredes über einen Angriff auf iranische Atomanlagen verzeichnete der Rohölpreis einen Anstieg. Außerdem haben iranische Kriegsspiele in der Strasse von Hormuz die Spannungen an den Märkten erhöht, da der drittgrößte Erdölexporteur der Welt gedroht hat die Strasse zu schließen, sollte der Iran angegriffen werden. Folglich versucht sich der Rohölpreis nun am Wert von $ 100 pro Barrel. Rohöl handelt in einer Channel-Formation vom Oktober-Hoch und greift auf den oberen Grenzwert von $ 101,50 über. Der nächste Widerstandswert findet sich bei $ 103,30, während sich Unterstützung bei $ 92,00 pro Barrel findet.

Technische News

EUR/USD

Das Wochen-Chart zeigt sich recht aufschlussreich. Nachdem die Unterstützungslinie der Januar- und Oktober-Tiefs durchbrochen wurde stieg die Paarung wieder auf diesen Wert an und wandelte sich in den Widerstandswert von 1,3200, was bei zuvor durchbrochenen Trendlinien öfter vorkommt. Beim Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart bewegt sich die Paarung im überverkauften Bereich, wobei auf dem Monats-Chart noch Bewegungsspielraum besteht. 1,2670 erweist sich als wichtiger Unterstützungswert, da sich auf dem Monats-Chart eine Dreiecks-Formation der Tiefs in 2008 und 2010 findet. Unterhalb dieser Unterstützung liegt mit 1,2520 das Tief von 2008. Widerstand findet sich wieder beim 20-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 1,3215 und bei 1,3430, dem Hoch vom 9. Dezember, welches mit der 38% Fibonacci Rückführung vom Oktober-Hoch zum Dezember-Tief übereinstimmt.

GBP/USD

Beim Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart bewegt sich die Paarung im überverkauften Bereich, wobei auf dem Monats-Chart weiterhin ein Abschwung zu verzeichnen ist. Im verlauf des Dezembers ist es dem Pfund Sterling mehrere Male nicht gelungen einen Brückenkopf oberhalb des Widerstandswerts von 1,5770 zu etablieren. Beim Oktober-Tief von 1,5270 findet sich erste Unterstützung, obwohl Marktteilnehmer sehr wahrscheinlich die von 2009 ansteigende Trendlinie von 1,5110 ins Auge fassen werden. Ein Durchbruch des Widerstandswerts von 1,5770 könnte eine Eindeckung von Leerverkäufen zur Folge haben, wobei Marktpessimisten sich eher beim Hoch vom 18. November von 1,5890 finden dürften. Dieser Wert stimmt mit der 61% Rückführung der Oktober- bis Dezember-Bewegung überein. Nur ein Durchbruch des Oktober-Hochs von 1,6165 dürfte die technische Stimmung von pessimistisch in optimistisch wandeln.

USD/JPY

Die USD/JPY-Paarung versucht sich an der abfallenden Trendlinie vom Hoch in 2007, welches diese Woche bei 78,30 liegt. Bei einem Durchbruch hier könnte die USD/JPY-Paarung beim Oktober-Hoch von 79,50 und beim Juli-Hoch von 81,50 unter Verkaufsdruck geraten. Der 100-Wochen-Bewegungsdurchschnitt von 83,30 ist ein weiterer Wert, den Langzeit-Anleger zur Bestätigung technischer Aufwärtsbewegungen im Auge behalten sollten. Davon abgesehen weist der langfristige Trend weiterhin abwärts, und die Paarung findet Unterstützung beim Dezember-Tief von 77,15 und dem November-Tief von 76,50 vor dem Allzeit-Tief der Paarung.

USD/CHF

Ein Monats-Börsenschluss oberhalb des 20-Monats-Bewegungsdurchschnitts von 0,9385 würde die Stärke des USD bestätigen. Das würde das Jahres-Hoch in 2011 von 0,9780 und das Dezember-Hoch in 2010 von 1,0065 ins Spiel bringen. Der auffälligste technische Wert liegt bei 1,1140, der vom Hoch in 2003 langfristig abfallenden Trendlinie. Erste Unterstützung findet sich wieder bei 0,9065, mit der Möglichkeit eines weiteren Abschwungs zum Wendepunkt im Oktober bei 0,8565.

Die Wild-Card

EUR/CAD

Die EUR/CAD-Paarung hat den wichtigen Unterstützungswert von 1,3400 durchbrochen, der in diesem Jahr bereits des Öfteren als Unterstützungswert gedient hat. Forex-Händler sollten beachten, dass nur das Februar-Tief von 1,3265 dem Januar-Tief von 1,2775 im Wege steht.

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