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Freitag, 14 Nov 2008

EUR-Kurssprung gegenüber USD und JPY rückläufig aufgrund gesteigerter Risikobereitschaft

Deutliche Kursgewinne an den Aktienmärkten steigerten gestern die Risikobereitschaft der Anleger, die sich risikoträchtigen Währungspaaren zuwendeten. Darüber hinaus trugen schlecht ausgefallenen US-Wirtschaftsdaten ihren Beitrag zum Gewinnzuwachs des EUR gegenüber dem USD und JPY.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupnoupnoupup
Wochentendenznodowndownupdownup
Widerstandskraft1.28701.497598.351.19880.66600.8700
1.28351.492798.001.19500.66200.8669
1.28001.490097.601.19250.65900.8633
Support1.27151.482096.901.18200.65150.8550
1.26801.479096.571.18000.64800.8510
1.26501.475596.151.17850.64550.8468

Wirtschafts News

USD - Einzelhandelsumsätze auf der Agenda

Der Dollar verzeichnete gestern Nachmittag einen extrem volatilen Börsengang und wurde innerhalb einer äußerst breiten Spanne gehandelt. Die Kursschwankungen ergaben sich durch deutliche Kursgewinne an den Aktienmärkten sowie einigen Indikatoren, die auf die schwierige Wirtschaftssituation in den USA hindeuteten. Demnach hatte der Dollar heftige Verluste gegen den EUR zu verzeichnen. Die US-Währung ließ stark nach und erreichte ein 3-Tagestief. Gegen den JPY gewann der Dollar an Boden und schloss bei einem neuen 2-Tageshoch.

Aufgrund der Kurserholung an den Aktienmärkten und den enttäuschenden Zahlen aus der US-Wirtschaft geriet der Dollar gestern ins Rutschen. Der Dow-Jones-Index schloss gestern, nach zweitätiger Talfahrt, 6,7% höher. In den letzten Tagen konzentrieren sich die Anleger wieder vermehrt auf Risikowährungen, die bessere Renditen versprechen. Experten erwarten weitere Abwertungen für das Währungspaar EUR/USD.

In den USA beschleunigt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosenerstanträge wurde gestern bei 516.000 ausgegeben und stieg im Vergleich zur Vorwoche um 32.000 Anträge. Dies sei ein neuer Rekord seit Januar 1983. Im Laufe des gestrigen Handels verlor der USD weiter an Boden, nachdem in New York das US-Haushaltsdefizit für den Monat Oktober bekannt gegeben wurde, das bei -$237,18 Mrd. lag. Der Wert übertraf die Schätzung des Congressional Budget Office um fast das Doppelte und ist auf die durch die Finanzkrise fallenden Staatseinnahmen und steigenden Ausgaben zurückzuführen.

Auch heute werden aus den USA wieder wichtige Wirtschaftsindikatoren erwartet. Unter anderem steht die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze sowie der Index der Verbraucherstimmung, 1. Umfrage auf der Agenda. Die Prognosen dieser Daten fallen bislang negativ aus. Des Weiteren sollten Anleger heute die Rede von US-Notenbankchef Bernanke zum Abschluss der 5. EZB Central Banking Conference verfolgen. Auch zum heutigen Börsengang kann erneut von einer hohen Volatilität für den USD während des gesamten Tagesverlaufs gerechnet werden.

EUR - EUR gewinnt gegen USD und GBP an Boden

Der Anstieg der globalen Aktienmärkte war für den EUR gestern von Vorteil. Sogar die enttäuschenden Wirtschaftdaten aus der Eurozone nahmen die Anleger dabei gelassen hin. EUR/USD stieg um mehr als 2% und notierte bei 1,2726, während EUR/GBP sogar 2,6% zulegte und bei £0,8581 schloss. Dabei ist zu beachten, dass das Währungspaar EUR/GBP in dieser Handelswoche um über 5,6% stieg.

Europas stärkste Wirtschaft zeigt wiederum unverändert ihre Schwäche. Die deutschen BIP-Zahlen wiesen einen Rückgang von -0,5% aus und bestätigten, dass die deutsche Wirtschaft sich in einer Rezession befindet. Das düstere Konjunkturbild verdeutlicht, dass sich die gesamteuropäische Wirtschaft auf dem absteigenden Ast befindet. Zu Beginn dieses Jahres waren die Resultate noch außerordentlich gut ausgefallen, während sich inzwischen, nach dem dritten Quartal, ein enttäuschender Konjunkturausblick abzeichnet.
Auch die Prognosen für das vierte Quartal bleiben trostlos. Experten sind sich einig, dass auch die zukünftige Entwicklungen der Ölpreise keinen Einfluss auf die inländische Nachfrage nehmen werden und die Eurozone vor einer Rezession bewahren.

Anlegern steht heute ein äußerst wichtiger Handelstag bevor. Beginnend um 2:00 MGZ werden sowohl Ansprachen als auch Veröffentlichungen von Wirtschaftsindikatoren für die europäische Wirtschaft erwartet. Am Ende des heutigen Börsentags wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zum Abschluss der 5. EZB Central Banking Conference eine Rede halten. EUR-Anleger sollten hier aufmerksam sein, da Trichets Worte hohe Volatilität auf den Märkten auslösen könnten.

JPY - Japan gibt Unterstützungsplan bekannt

Der JPY verlor gestern gegen den Dollar über 1,7% und notierte zu Handelsschluss bei 97,07. Zwischenzeitlich erreichte der JPY ein Rekordtief bei 2,8%. Vor dem Hintergrund kräftiger Kursgewinne an den Märkten von über 6% gab der Yen gestern nach. Während die Aktienmärkte ihre jüngst erfahrenen Verluste wieder ausgleichen, verlagern Investoren ihre JPY-Positionen auf gewinnträchtigere Vermögenswerte.

Am Wochenende treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G-20. Japan will dem Internationalen Währungsfonds auf dem Weltfinanzgipfel Devisenreserven anbieten. Ministerpräsident Aso werde beim Treffen der G-20 ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Japans Regierung wird jedoch über die genaue Zusammensetzung der Finanzhilfen für den IWF noch beraten.

Rohöl - Kursgewinne an Aktienmärkten stützen Ölpreis

Die Ölpreise verzeichneten gestern, nach dreitägiger Rutschpartie, einen Kurssprung von $2,98 auf $58,22. Diese Kursaufwertung kann auf den Abwärtstrend des Dollars in Kombination mit einem Anstieg der Aktienmärkte zurückgeführt werden. Während der Dollar verstärkt an Boden verlor, stießen Anleger ihre Dollar-Positionen ab und investierten in den Rohstoff Rohöl.

Zuvor verzeichneten die Ölpreise bereits einen leichten Anstieg, nachdem aus Kreisen der OPEC verkündet wurde, dass die Auswirkungen der jüngsten Förderkürzung abgewartet werden werde. Sollte der Ölpreis weiter sinken, werden die Kartellmitglieder in der zum Monatsende anberaumten Konferenz weitere Drosselungen in Betracht ziehen.
Weitere negative Nachrichten bestimmen den Ölpreis: Die EIA kappt ihre Prognosen für die Ölproduktion. In der Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung ist von einem Nachfragerückgang von über 1 Mio. Barrel pro Tag die Rede. Auch in 2009 sollen Energienachfrage und Ölpreise sich eher rückläufig verhalten.

Technische News

EUR/USD

Gestern erreichte dieses Paar einen bedeutenden Durchbruch der 1,2800-Marke. Dennoch verdeutlicht ein rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, dass sich ein Abwärtstrend einstellen könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte die richtige Entscheidung für heute sein.

GBP/USD

Auf der Tages-Chart lässt sich eine eindeutig rückläufige Handelsspanne erkennen, in deren Mitte sich das Paar mittlerweile bewegt. Dennoch deutet die Double-Doji-Formation auf der Tages-Chart auf eine starke Bewegung hin. Anleger sollten zunächst auf einen Durchbruch warten, bevor sie sich dem Trend anschließen.

USD/JPY

Nach einer stark zinsbullischen Tendenz, hat sich dieses Paar mittlerweile um die 97,00-Marke konsolidiert. Die Double-Doji-Formation sowie ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, könnten bedeuten, dass die zinsbullische Korrigierung noch heute ein Ende nehmen wird. Verkaufen könnte daher eine gute Strategie sein.

USD/CHF

Dieses Paar verzeichnet jüngst hohe Volatilität. Dabei bieten sich gute Gelegenheiten, sowohl von den Abwärts- als auch den Aufwärtstendenzen des Währungspaares zu profitieren. Jedoch weist die Flag-Formation auf der Stunden-Chart auf einen kommenden Aufwärtstrend für heute hin. Kaufen könnte hierbei eine gute Entscheidung sein.

Die Wild-Card

AUD/USD

Nach einigen Tagen kontinuierlicher Verluste ergab sich für dieses Paar gestern eine zinsbullische Korrigierung, bei der AUD/USD über 300 Pips zulegen konnte. Dennoch geben die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart rückläufige Signale aus, was ein Zeichen dafür sein kann, dass das Paar schon bald die 0,6400-Marke erreichen wird. Hier könnte sich Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Abwärtstrend zu einem äußerst frühen Zeitpunkt einzusteigen.

Aktuelle Zeit: 01/08 13:46 GMT
DatumZeit$€£¥EreignisZeitVorProAktWich
01/0812:00GBP+Official Bank Rate2.00%1.50%1.50% 5
13:30USD+Unemployment Claims 492K545K467K 5
15:00CAD+Ivey PMI40.237.5-4
15:30USD+Natural Gas Storage-143B-78B-2
16:00USD+President-Elect Obama Speaks***4
17:50CAD+Gov Council Member Duguay Speaks***3
18:30USD+Assist Treasury Sec Kashkari Speaks***3
19:00EUR+ECB President Trichet Speaks***4
20:00USD+Consumer Credit m/m-3.5B-0.5B-1
01/0905:00JPY+Leading Indicators 85.2%81.4%-1
07:00EUR+German Retail Salesm/m-2.2%0.4%-3
07:45EUR+French Industrial Productionm/m-2.7%-0.7%-3
07:45EUR+French Trade Balance-7.1B-5.0B-1
09:30GBP+Manufacturing Production m/mm/m-1.4%-0.5%-5
09:30GBP+PPI Input m/m-3.3%-2.0%-5
09:30GBP+Industrial Production m/m-1.7%-0.5%-1
09:30GBP+PPI Outputm/m-0.7%-0.7%-1
10:00EUR+Retail Sales m/m-0.8%0.1%-3
11:00EUR+German Industrial Productionm/m-2.1%-2.0%-3

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USAUSAUSD0.25%
JapanJapanJPY0.10%
EuropeEuropeEUR2.50%
SwitzerlandSwitzerlandCHF0.50%
GBGreat BritainGBP1.50%
CanadaCanadaCAD1.50%
AustraliaAustraliaAUD4.25%
New ZealandNew ZealandNZD5.00%
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