close
| |

Monday, 28 Nov 2011

Europäische Schuldenkrise hält auch in Deutschland Einzug

Die überhaupt nicht den Erwartungen entsprochene deutsche Anleihen-Auktion zeigt deutlich, dass die europäische Schuldenkrise auch im Herzen Europas Einzug gehalten hat.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndowndownupdowndown
Wochentendenzdowndowndownupdowndown
Resistance1.36101.588579.500.97751.03400.8830
1.35701.569078.950.94601.00500.8765
1.33401.558077.850.93100.99250.8660
Support1.32101.542076.550.90800.96600.8550
1.31451.527075.560.89200.96200.8485
1.28701.50500.87600.93850.8355

Wirtschafts News

USD - USD profitiert von europäischen Sorgen

Das Marktgeschehen wird von den Ereignissen in Europa bestimmt, und da sich die Schuldenkrise verschärft, haben sich Händler vom EUR und anderen höhere Erträge erzielenden Anlagen zugunsten des USD getrennt. Während der Anlagen-Auktion am Freitag gelang es Italien die anvisierten Verkäufe in Höhe von EUR 10 Mrd. zu erzielen. Allerdings ist die Rendite für diese Anlagepapiere geradezu in die Höhe geschossen. Italien muss jetzt für 6-Monats-Anleihen einen Zinssatz von 6,054% zahlen, gegenüber noch 3,535% Ende Oktober. Die Renditen auf diesem Niveau sind schlichtweg astronomisch und dürften sehr wahrscheinlich nicht zu halten sein. Die Herabsetzung des portugiesischen Kredit-Ratings durch Fitch auf Ramsch-Niveau weist auf die große finanztechnische Schieflage hin und auf die Risiken der die portugiesische Wirtschaft durch die von der EU auferlegten Sparmaßnahmen ausgesetzt ist.

Da die europäische Schuldenkrise eskaliert führte das zu einem neuerlichen Anstieg von USD Zuflüssen. Der Dollar Index handelt derzeit auf dem höchsten Wert seit dem 4. Oktober. Höhere Erträge erzielende Währungen wie der NZD und der AUD sind entweder eingebrochen oder versuchen sich momentan an ihren Tiefs von 3. Quartal.

Trotz der Bedrohung eines neuerlichen quantitativen Lockerungsprogramms durch die US Notenbank wird der USD voraussichtlich weiter an Stärke zulegen, solange die Spannungen in Europa anhalten.

EUR - Europäische Schuldenkrise hält auch in Deutschland Einzug

Die überhaupt nicht den Erwartungen entsprochene deutsche Anleihen-Auktion zeigt deutlich, dass die europäische Schuldenkrise nach den EU Randstaaten (Griechenland, Portugal, Irland) auch das Herz Europas (Deutschland, Frankreich, Italien) erreicht hat. Italiens finanzielle Schwierigkeiten waren ja durchaus bekannt, da die Rendite auf italienische Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit auf über 7% angestiegen war. Doch nun beginnt auch die Nachfrage nach deutschen Anleihen nachzulassen. Deutsche Anleihen werden gemeinhin als Safe-Hafen-Anlagen betrachtet. Das Deutschland nicht in der Lage gewesen ist sein komplettes Anleihen-Paket zu verkaufen kann dahingehend gedeutet werden, dass sich das Vertrauen von Investoren in deutsche Anleihen verlagert.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich wiederholt gegen Euro-Bonds ausgesprochen, wie auch gegen Pläne, dass die EZB als Kreditgeber letzter Instanz auftritt. Die gemeinsame Pressekonferenz mit Sarkozy und Monti in der vergangenen Woche war der jüngste Beleg für Merkels Widerwillen kurzfristig zusätzliche Maßnahmen zur Beruhigung der Finanzmärkte zu ergreifen. Merkels Vorschlag die EU Verträge zu ändern, würde wahrscheinlich in einem langwierigen Zustimmungsprozess münden, einem Luxus, den sich Europa angesichts des derzeit an den europäischen Anleihemärkten herrschenden Drucks nicht leisten kann. So dürfte sich die nunmehr seit 2 Jahren anhaltende Schuldenkrise auch noch in den Dezember fortsetzen. Das lässt Verkäufe bei einem EUR Aufschwung umso verlockender erscheinen.

JPY - S&P spricht eine Warnung für das japanische Kredit-Rating aus

Am Freitag äußerte sich S&P dahingehend, dass die japanische Regierung nicht genügend Anstrengungen unternommen habe, um die Staatsschulden zu reduzieren. Das kann als eine erste Warnung für eine Herabsetzung der japanischen Bonitätseinstufung angesehen werden. S&P zufolge stehe man kurz vor einer Herabsetzung, allerdings sei der Rückgang japanischer Staatsfinanzen nur sehr allmählich. Derzeit ist Japan noch in der Lage an den Kapitalmärkten Kredite zu extrem niedrigen Zinssätzen aufzunehmen.

Gleichwohl eine Herabsetzung des japanischen Kredit-Ratings als ein Schlag ins Gesicht betrachtet werden dürfte, braucht man sich doch nur die jüngste Herabsetzung der US Bonität durch S&P zu betrachten. Trotzdem sie ihr AAA-Rating durch S&P verloren haben, sind die USA weiterhin in der Lage Kredite zu ausreichend niedrigen Zinssätzen aufzunehmen. Das dürfte jedoch nicht auf die Kreditwürdigkeit der USA zurückzuführen sein, sondern eher auf den Mangel an weltweit zur Verfügung stehender Anlagebonität bei Staatsschulden. Aufgrund der Probleme an den europäischen Schuldenmärkten dürfte eine Herabsetzung des japanischen Kredit-Ratings die Fähigkeit Japans Geld zu leihen nicht sonderlich beeinträchtigen, noch sollte es sich auf den Kurs des JPY auswirken.

Rohöl - Rohölpreis setzt seinen Abschwung fort.

Nachdem er kurz über den Wert von $ 100 pro Barrel angestiegen war setzt der Rohölpreis seinen Abschwung fort. Investoren haben sich an den Ereignissen in Europa ausgerichtet, die die Stimmung an den Märkten nach unten zogen. Die festgefahrene politische Lage in Europa in Verbindung mit den Herabsetzungen der Kredit-Ratings für Portugal, Ungarn und Polen drückten kräftig auf die Investment Stimmungslage.

Die Staatsschuldenkrise setzt sich fort, während Händler bei den US Wirtschaftsdaten auf Anzeichen für eine Verbesserung der US Wirtschaftslage achten. Die wichtigste Wirtschaftspublikation dieser Woche dürfte der Arbeitsmarktbericht (NFP) am Freitag sein, allerdings sollten Rohölhändler am Donnerstag auch auf den ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe beachten, um dort eventuell Hinweise auf eine weitere Verbesserung der US Konjunkturlage zu entdecken.

Technische News

EUR/USD

Der EUR schloss den Handel der vergangenen Woche unter dem psychologisch wichtigen Wert von 1,35, wobei einem solchen Abschluss auf dem Monats-Chart noch größere Bedeutung zukommt. Der Slow Stochastic auf dem Monats- und dem Wochen-Chart verläuft weiterhin rückläufig, und bei einem Durchbruch des Werts von 1,3210 dürfte wahrscheinlich das Oktober-Tief von 1,3145 getestet werden. Unterhalb dieses Werts bei 1,3040 liegt die 61% Fibonacci Rückführung der Bewegung vom Juni 2010 bis Mai 2011, was sich als Meilenstein bei dem neuen Abwärtstrend dieser Paarung erweisen dürfte. Unterstützung findet sich beim Januar-Tief von 1,2870. Als Widerstandswert zeigt sich das Hoch vom 18. November bei 1,3610.

GBP/USD

Bei einem rückläufigen Slow Stochastic auf dem Monats- und dem Wochen-Chart dürfte sich die GBP/USD-Paarung am Oktober-Tief von 1,5270 versuchen, da sich die Paarung in unmittelbarer Nähe des langfristigen Aufwärtstrends des Tiefs con 2009 befindet, deren Wert bei 1,5050 liegt. Bei einer Aufwärtsbewegung dürfte es zu kräftigen Verkäufen beim Juli-Hoch von 1,5780 kommen.

USD/JPY

Der Abwärtstrend bei der USD/JPY-Paarung hält weiterhin an und nur ein Durchbruch über dem Wert von 78,95 von der fallenden Trendlinie des Hochs in 2007 dürfte die rückläufige Stimmung bei dieser Paarung umkehren. Bei einem Durchbruch dieses Werts dürfte sich die Paarung am jüngsten Post-Interventions-Hoch von 79,50 versuchen, einem Wert der mit dem 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt der Paarung übereinstimmt. Andererseits findet sich erste Unterstützung bei 76,55, dem Tief vom 18. November, gefolgt vom Allzeit-Tief bei 75,56.

USD/CHF

Die USD/CHF-Paarung versucht sich am Oktober-Hoch von 0,9310, wobei ein Durchbruch hier sehr wahrscheinlich die Tür zum 20-Monate-Bewegungsdurchschnitt von 0,9460 und dem Februar-Hoch von 0,9775 öffnen dürfte. Erster Widerstand findet sich bei 0,9080, dem Tief vom 18. November, wobei eine Abwärtsbewegung die Paarung wahrscheinlich bis zum November-Tief von 0,8760 führen dürfte.

Die Wild-Card

NZD/USD

Lehrbuchmäßig hat sich eine durchbrochene zuvor unterstützende Trendlinie nun in einen Widerstand gewandelt. Die NZD/USD-Paarung ist wieder auf 0,7550, die langfristige Trendlinie des Tiefs in 2010 angestiegen. Sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen, dürfte der erste Test beim Freitags-Tief von 0,7370 zu finden sein, gefolgt vom März-Tief von 0,7115. Zusätzlicher Widerstand findet sich beim Mai-Tief von 0,7750. forex

Aktuelle Zeit: 05/25 15:24 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
kompletter FOREXYARD Kalendar

Live-Konto eröffnen Demo-Konto eröffnen

Feedback Feedback Schliessen