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Friday, 12 Nov 2010

Eurozonen-Schuldenlast schwächt EUR weitestgehend

Am Markt drehte sich gestern erneut alles um die Staatsverschuldung im Euroraum, insbesondere um den größten Schuldensünder der Eurozone, Irland. Insgesamt bleibt die ohnehin bereits geringe Risikobereitschaft am Markt niedrig, so dass Anleger dem Euro zunehmend den Rücken kehren. Infolgedessen setzt der USD seinen Aufwärtstrend fort und das Währungspaar EUR/USD handelt mittlerweile nahe eines 6-Wochentiefs.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndownnonodownup
Wochentendenzdowndownupupdowndown
Resistance1.37051.615583.350.98701.00200.8565
1.36751.613083.000.98300.99850.8530
1.36451.610082.750.98000.99500.8500
Support1.35751.603082.150.97500.98750.8445
1.35401.600081.700.97200.98450.8410
1.35001.597081.250.96850.98050.8375

Wirtschafts News

USD - Dollar erreicht 6-Wochenhoch gegenüber Euro

Der US-Dollar verbuchte gestern gegen einen Großteil seiner Hauptgegenwährungen Kursgewinne. Dabei wertete der Dollar um 200 Punkte gegen den Euro auf. EUR/USD fiel fast bis auf 1,3600 und markierte ein neues 6-Wochentief. Auch zum japanischen Yen und britischen Pfund Sterling machte der USD Boden gut.

Die Märkte wurden gestern wieder von der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der hoch verschuldeten Länder in der Eurozone beherrscht. Die jüngste Euro-Talfahrt geht mit fallenden Aktienkursen weltweit und einer nachlassenden Nachfrage nach Risikoanlagen einher. Zusätzlich stärkte eine Reihe positiver Wirtschaftsdaten aus Amerika den Dollar. In den USA wurde im vergangenen Monat ein Stellenzuwachs von rund 151.000 Jobs gemessen. Analysten hatten mit knapp der Hälfte neuer Arbeitsplätze gerechnet.

Dies war das erste Plus seit Juli. Zum ersten Mal seit vier Monaten zeichnet sich am US-Arbeitsmarkt eine leichte Erholung ab. Bereits zuvor lieferten die US-Handelsbilanz und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Ergebnisse, die die Erwartungen der Experten überraschend übertrafen. Die positiven Konjunkturdaten aus den Staaten sowie die neu aufkommenden Schuldensorgen im Euroraum lenken die Aufmerksamkeit der Händler vom angekündigten Staatsanleihenankauf für $600 Mrd. der US-Notenbank Federal Reserve ab. Entsprechend kann sich der US-Dollar weiterhin auf ganzer Front behaupten.

Markbewegendster Indikator aus den USA heute: Index der Verbraucherstimmung, Universität Michigan im November (1. Umfrage). Analysten zufolge soll der Index auf 69,1 Zähler zugelegt haben. Im Oktober wurde ein Indexstand von 67,7 ausgegeben. Ein positives Ergebnis könnte den USD zusätzliche Stärke verleihen.

EUR - Schuldensorgen der Eurozone drücken Eurokurs deutlich

Am Donnerstag verzeichnete die europäische Gemeinschaftswährung Kursverluste gegenüber einem Großteil der Hauptgegenwährungen. Dabei rutschte die Einheitswährung um über 200 Punkte gegen den US-Dollar ab und drückte das Währungspaar EUR/USD bis auf ein neues 6-Wochetief. Gegen das Britische Pfund Sterling sowie den japanischen Yen verlor der EUR nahezu 100 Punkte.

Als Hauptbeweggrund für die Kursverluste des EUR verwiesen Händler auf den besorgniserregenden Anstieg der Renditen irischer Anleihen. Am Donnerstag stieg die Rendite für irische Staatsanleihen auf den Rekordwert von 8,6%. Möglicherweise muss Irland Liquiditätshilfen aus dem Rettungsfonds der EU erhalten - dies wäre nach Griechenland die zweite Finanzspritze für einen überschuldeten Mitgliedstaat.

Da sich am Markt seit Tagen alles um die Staatsverschuldung im Euroraum dreht, bleibt die ohnehin geringe Risikobereitschaft niedrig, so dass Anleger dem Euro zunehmend den Rücken kehren.

Für heute werden einige wichtige Wirtschaftsdaten aus der Eurozone erwartet. Als bedeutendste Daten aus der Eurozone gilt die 1. Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts BIP im 3. Quartal. Hier wird der Wert aller Güter und Dienstleistungen, die von Personen innerhalb Deutschlands erbracht worden sind, gemessen. Die Prognosen der Experten belaufen sich auf einen Zuwachs um 0,8% im 3. Quartal. Ein solch positives Ergebnis, könnte vorangegangene Kursverluste des EUR möglicherweise ausgleichen. Darüber hinaus sollten Händler das BIP in der Eurozone (3. Quartal) und aktuelle Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone (September) gut im Auge behalten.

JPY - Gemischte Ergebnisse für Yen gegenüber Hauptwährungen

Für den japanischen Yen ergab sich am Donnerstag ein äußerst volatiler Handel gegen übrige Hauptwährungen. Der Yen gab um rund 40 Punkte gegen den US-Dollar nach, so dass USD/JPY inzwischen nahe eines neuen 1-Monatshochs notiert. Zum EUR machte der Yen nahezu 100 Punkte gut. EUR/JPY fiel entsprechend bis auf die Marke von 112,10.

Trotz einer weniger erfolgreichen Auktion von US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren, setzte sich die JPY-Talfahrt gegen den USD fort. Dennoch warnen Marktbeobachter: Die extrem lockere Geldpolitik der US-Notenbank reduziert zunehmend die Attraktivität Dollar-dominierter Assets für ausländische Investoren. Der Yen notierte zum Euro aufgrund der vorherrschenden Unsicherheit am Markt hinsichtlich der hoch verschuldeten Länder in der Eurozone fester. Die Börse in Tokio schloss am Donnerstag aufgrund des insgesamt schwächeren Yen freundlich.

Auf Japans Wirtschaftsagenda stehen für heute keine kursbewegenden Indizes. Händler sollten ihr Augenmerk insbesondere auf Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone richten. Als marktbewegend gelten dabei der Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan und Deutschlands BIP-Zahlen zum 3. Quartal, deren Ergebnisse gegenwärtig eine große Wirkung auf die Märkte im Allgemeinen zu haben scheinen.

Rohöl - Ölpreis rutscht auf $86,30 pro Barrel ab

Der Preis für ein Fass Rohöl gab am gestrigen Donnerstag zum ersten Mal in drei Tagen nach. Den Handelstag begann der Rohstoff bei zinsbullischen Tendenzen mit Notierungen um $88,60 pro Barrel in der Spitze. Im weiteren Handelsverlauf setzte jedoch eine Konsolidierung der Ölpreise ein und Rohöl rutschte bis auf die Marke von $86,30 ab.

Händler verwiesen auf die neu aufkommenden Sorgen um die europäische Schuldenkrise und eine eventuell daraus folgende Dämpfung des globalen Wachstums als Beweggründe für die Notierungen an den Ölmärkten. Am Donnerstagmorgen kostete US-WTI zur Auslieferung im Dezember $86,20 pro Fass und damit $1,61 weniger als am Vortag. Nordsee-Brent wurde um $1,25 weniger bei $87,56 pro Fass gehandelt.

Anleger sollten Veröffentlichungen aus den USA, insbesondere den Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan (November) heute aufmerksam verfolgen. Eine gesteigerte Nachfrage nach Energierohstoffen in den USA, der größten Energie verbrauchenden Nation weltweit, stützt die Ölpreise. Rohölhandel-Strategien für heute sollten entsprechend ausgerichtet werden. Hier könnten sich vortägige Kursverluste möglicherweise ausgleichen.

Technische News

EUR/USD

Dieses Paar befindet sich momentan inmitten eines äußerst starken Abwärtstrends und gab im gestrigen Handel um mehr als 200 Punkte nach. Aktuell gibt der MACD der Tages-Chart bärische Signale aus, was bedeuten könnte, dass sich die Abwärtstendenzen vorerst fortsetzen, mit einem potenziellen Zielkurs um 1,3560.

GBP/USD

Seitdem dieses Paar die 1,6175-Marke erreicht hat, befindet es sich kontinuierlich im Abwärtstrend und wird aktuell um die 1,6060-Marke gehandelt. Darüber hinaus ist der RSI der 4-Stunden-Chart bis unter die 70-Marke gefallen, was bedeuten könnte, dass sich für heute weitere Abwärtstendenzen ankündigen. Verkaufen ist womöglich vor dem Wochenende die richtige Entscheidung.

USD/JPY

Dieses Paar handelte gestern nahezu unverändert und notiert nach wie vor um die Marke von 82,20. Jedoch sind alle Oszillatoren der Tages-Chart inzwischen gen Norden ausgerichtet, was ein Zeichen dafür sein kann, dass hier in Kürze Aufwärtstendenzen zu beobachten sein werden. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

USD/CHF

Dieses Paar verzeichnet seit Wochenbeginn nach und nach Kursgewinne und handelt gegenwärtig um die Marke von 0,9770. Der MACD der 4-Stunden-Chart signalisiert, dass der Aufwärtstrend mit einem möglichen nächsten Kursziel bei 0,9820 weiteres Potenzial in sich trägt.

Die Wild-Card

Rohöl


Bei Rohöl haben mittlerweile Kurskorrekturen zu den deutlichen Kursgewinnen am Wochenanfang eingesetzt. Das Barrel Rohöl wird aktuell bei $86,26 gehandelt. Außerdem deutet das Abwärtskreuzen des Slow Stochastic auf der Tages-Chart auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends am heutigen Freitag. Aktuell ist der RSI abwärts gerichtet. Fällt dieser unter die 70-Marke, werden die möglichen Abwärtsbewegungen bestätigt. Hier könnte sich Forex -Anlegern jetzt eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Trend zum frühstmöglichen Zeitpunkt einzusteigen.

Aktuelle Zeit: 05/25 15:31 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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