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Thursday, 3 Nov 2011

EZB macht einen Neustart unter Mario Draghi

Der heutige Tag markiert das Ende einer Ära, da die Pressekonferenz der EZB nicht von Mister Euro, Jean-Claude Trichet, geleitet wird. An seiner Stelle übernimmt nun der Italiener Mario Draghi den Vorsitz der EZB. Draghi wird sich mit einer ganzen Reihe von Themen auseinanderzusetzen haben. Während das vorrangigste Thema wohl die europäische Schuldenkrise sein dürfte, weisen neueste Wirtschaftsdaten auf sinkende Wachstumsaussichten der Eurozone und die Möglichkeit einer EU Rezession hin.


EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdownnodownnodownno
Wochentendenzdowndowndownupnoup
Resistance1.42501.661580.200.91601.10100.8880
1.39601.645079.900.90801.07600.8830
1.38301.618079.700.89601.05000.8670
Support1.36001.587577.850.85501.02000.8530
1.35251.563077.500.84501.01200.8350
1.31451.527075.560.82400.99200.8285

Wirtschafts News

USD - USD schwächelt während sich die Stimmungslage am Markt verlagert

Nach den Panikverkäufen riskanter Anlagewerten im Anschluss an die Bekanntgabe eines griechischen Referendums haben sich die Märkte wieder einigermaßen stabilisiert. Eine Bloomberg-Studie besagt, dass 69% der befragten Ökonomen der Meinung sind, dass die US Notenbank (Fed) ein weiteres quantitatives Lockerungsprogramm (QE3) durchführen wird. Nach dem gestrigen Meeting der Fed und dem heutigen der EZB dürften die Erwartungen, dass die Zentralbanker die Weltwirtschaft unterstützen werden, dazu beitragen riskante Anlagen zu stützen.

Morgen werden in den USA der wöchentliche Bericht über die Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung und der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen veröffentlicht. Es besteht die Möglichkeit, dass die Daten enttäuschend ausfallen und eine fortgesetzte Schwäche der US Wirtschaft aufweisen werden. Sollte das der Fall sein wird sich das wahrscheinlich positiv auf den USD auswirken.

Die Kursbewegungen im vergangenen Monat lassen sich nur schwer ignorieren. Die EUR/USD-Paarung stieg wieder bis zum Wert von 1,4250, bei dem sich die zuvor durchbrochene Trendlinie vom Mai 2010 findet und vollzog eine Rückführung auf exakt den 61,8% Fibonacci Wert der Juli-Oktober-Bewegung. Die Kursbewegung scheint abwärts zu deuten. Unterstützung für die EUR/USD-Paarung findet sich beim Tief dieser Woche von 1,3607, gefolgt von 1,3145. Widerstand findet sich beim gestrigen Hoch von 1,3820 und dem Hoch vom letzten Donnerstag bei 1,4245.

EUR - Mario Draghi tritt die Nachfolge von Jean-Claude Trichet an

Der heutige Tag markiert das Ende einer Ära, da die Pressekonferenz der EZB nicht von Mister Euro, Jean-Claude Trichet, geleitet wird. An seiner Stelle übernimmt nun der Italiener Mario Draghi den Vorsitz der EZB und wird sich gleich mit einer ganzen Reihe von Themen auseinanderzusetzen haben. Vorrangig sind die Staatsschuldenkrise, das Referendum in Griechenland das droht die Einigung über eine 50%-ige Abschreibung der griechischen Schulden außer Kraft zu setzen, eine Rekapitalisierung der europäischen Banken, fortgesetzte Käufe von Staatsanleihen verschuldeter Staaten durch die EZB, sowie der Plan für einen Hebel um den EFSF auf EUR 1 Bio. anzuheben.

Jüngste Wirtschaftsdaten deuten auf ein fortgesetztes Nachlassen des europäischen Wirtschaftswachstums hin. Aus Deutschland wird für den Monat Oktober ein Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen berichtet, der erste Anstieg seit Februar 2010. Die Arbeitslosenquote in Deutschland stieg von 6,9% auf 7,0%. Zukunftweisende Daten wie der deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sanken von 50,3 auf 49,1 und damit unterhalb des Boom-Bust-Levels. Bei diesem wirtschaftlichen Abschwung in Europas größter Volkswirtschaft fragt man sich, wie lange es wohl dauern wird bis Draghi den diesjährigen Leitzinssatz von 0,50% erhöhen wird?

Der Schlüsselwert für die EUR/GBP-Paarung vor der EZB Pressekonferenz liegt bei 0,8550, der steigenden Trendlinie vom Juni 2010. Unterhalb dieses Werts findet sich kaum nennenswerte Unterstützung bis zum Jahres-Tief von 0,8285.

GBP - Ereignisse außerhalb Großbritanniens bestimmen den Kurs des GBP

Das Pfund Sterling zeigt sich weiterhin von seiner starken Seite, wozu auch ein schwächer werdender USD beigetragen hat. Der am Dienstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe unterhalb des 50-Wertes wurde heute mit der Bekanntgabe des Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe mit 53,9 gegenüber einer Prognose von 50,0 wieder wettgemacht. Dieses erheblich besser als erwartete Ergebnis ließ die GBP/USD-Paarung über 1,6000 ansteigen, jedoch konnte das Paar diesen Kursgewinn nicht aufrechterhalten.

Heute wird der britische Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe bekannt gegeben, wobei man mit einem 1 Punkt Rückgang gegenüber dem Vormonatsergebnis von 51,9 rechnet. Positive Daten dürften dem GBP helfen sich über Wasser zu halten, wie schon die ganze Woche über, auf jeden Fall mehr, als das beim EUR der Fall war. Man sollte allerdings bedenken, dass das GBP seinen hohen Wert auch deshalb aufrechterhalten konnte, da die BOE zusätzliche quantitative Lockerungsmaßnahmen bekannt gegeben hatte. Diese Fakten deuten auf externe Faktoren hin die die Bewegungen der GBP/USD-Paarung bestimmen. Das GBP dürfte im Kreuzfeuer größerer Themen stehen, wie das griechische Drama und den Zentralbankmaßnahmen der Fed und der EZB. Die GBP/USD-Paarung findet Unterstützung bei 1,5890, bei der sich die steigende Unterstützungslinie des Tiefs vom 12. Oktober befindet. Widerstand findet sich mit 1,6165 beim Hoch dieser Woche.

Silber - Silberpreis verzeichnet kurzzeitigen Anstieg

Der Silberpreis verzeichnete einen leichten Aufschwung nachdem er bis auf $ 32 pro Feinunze gefallen war, wo der Rohstoff dann einen Aufschwung von der steigenden Trendlinie der September- und Oktober-Tiefs erfuhr. Unterstützung für den Rohstoff dürfte wieder ansteigen, im Einklang mit der Nachfrage nach Gold, da die Erwartungen für ein quantitatives Lockerungsprogramm durch die Fed immer größer werden. Widerstand für Silber dürfte sich beim Oktober-Hoch von $ 35,65 finden, wohingegen sich der Unterstützungswert beim steigenden Trend vom Oktober-Tief findet, der bei $ 32,15 pro Feinunze liegt.


Technische News

EUR/USD


Ein eindrucksvoller Aufschwung im Oktober brachte die EUR/USD-Paarung bis zu 1,4250, der 61% Rückführung der Mai-Oktober-Bewegung. Jedoch verheißt die Unfähigkeit der Paarung diesen technischen Schlüsselwert zu übersteigen in nächster Zeit nichts Gutes für den EUR. Die Unfähigkeit der Paarung über die zuvor durchbrochene Trendlinie von den Juni 2010 und Januar 2011 Tiefs anzusteigen ist ebenfalls bemerkenswert. Ein sinkender Slow Stochastic auf dem Tages- und Wochen-Chart deutet zudem auf Rückläufigkeit bei der EUR/USD-Paarung hin. Unterstützung findet sich bei 1,3915, dem Hoch vom 17. Oktober, gefolgt von 1,3650, dem Tief vom 18. Oktober und dem Gesamt-Oktober-Tief von 1,3145. Der 61% Rückführungswert dient als erster Widerstand mit möglichen zusätzlichen Verkäufen bei 1,4450, der Trendlinie von den Mai- und Juli-Hochs.

GBP/USD

Der Paarung ist es nicht gelungen über den 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt anzusteigen, und sie stoppte kurz vor dem 61% Fibonacci Rückführungswert der April-Oktober-Bewegung von 1,6150, der als erster Widerstand dienen sollte. Bei einer Bewegung darüber hinaus könnte sich Widerstand bei 1,6450 vom August-Hoch finden, obwohl sich beim Slow Stochastic auf dem Tages-Chart ein rückläufiger Cross gebildet hat, der sich auch beim Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart zu zeigen beginnt. Folglich könnte sich bei einer Abwärtsbewegung Unterstützung beim Wert von 1,5890, dem Tief vom 26. Oktober finden, sowie bei 1,5630, dem Tief vom 18. Oktober.

USD/JPY

Eine weitere Intervention hat die USD/JPY-Paarung um 400 Pips bzw. um 5,29% angehoben. Allerdings konnte dieser kräftige Anstieg nicht die fallende Trendlinie vom Hoch in 2007, das diese Woche bei 79,70 liegt, durchbrechen. Da der langfristige Abwärtstrend noch intakt ist könnte eine Abwärtsbewegung erneut die Allzeit-Tiefs von 77,85 vom September-Hoch testen, sowie den Unterstützungswert von 77,50 vom Hoch in Mitte Oktober. Sollten sich die Interventionen seitens des japanischen Finanzministeriums fortsetzen, könnten sich Angebote bei 80,20 finden, was der Spitzenwert nach der letzten Intervention im August war.

USD/CHF

Der Schweizer Franken hat seinen Abwärtstrend zum USD wieder aufgenommen, nachdem er bis auf 0,8550 gesunken war, einem Wert, der zuvor sowohl als Unterstützung als auch als Widerstand diente. Bei einem Aufschwung hier könnte sich Widerstand bei 0,8900, dem Oktober-Spitzenwert finden. Sollte sich der Abwärtstrend vom Oktober in den November fortsetzen könnte sich nach einem Durchbruch des Werts von 0,8550 ein neuer Widerstand beim August-Hoch von 0,8240 finden.

Die Wild-Card

EUR/CHF

Diese Währungspaarung ist aus dem Rampenlicht verschwunden nachdem die SNB den Basiskurs bei 1,20 festgelegt hatte, jedoch sollten Händler dieses Paar im Auge behalten, da die EUR/CHF-Paarung Abwärtstendenz aufweist. Der Kurs der EUR/CHF-Paarung sank bis auf 1,2140, den niedrigsten Wert seit Anfang Oktober. Damit lag nicht weit vom Basiskurs von 1,20, den die SNB versprochen hat zu verteidigen. Es sollte beachtet werden, dass der Spitzenwert der EUR/CHF-Paarung nicht in der Lage war die vom Mai-Hoch in 2010 abfallende langzeitige Trendlinie zu durchbrechen, deren Wert derzeit bei 1,2410 steht. Könnte eine Eskalation der europäischen Schuldenkrise die Märkte dazu bringen die Grenzen auszuloten bis zu der die SNB bereit ist ihren Basiskurs zu verteidigen?

forex

Aktuelle Zeit: 05/25 15:37 GMT
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05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
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