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Tuesday, 26 Jul 2011

Festgefahrene Gespräche über US Schuldenhöchstgrenze verärgern Devisenmärkte

Am gestrigen Tag, der geprägt war von Risikovermeidung, verzeichnete der US Dollar (USD) Kursverluste. Normalerweise hätte das zu einem Kursanstieg beim Dollar führen sollen. Diese überraschende Ereigniswende steht in direktem Zusammenhang mit der Tatsache, dass sich der US Kongress und das Weiße Haus nicht über die Anhebung der Schuldenhöchstgrenze einigen konnten. Die letzte Frist für eine solche Einigung läuft Anfang kommender Woche aus.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenznonodowndownupno
Wochentendenzupupdowndownupup
Resistance1.4940 1.674582.000.85500.9410
1.47001.6545 81.500.8385 0.9150
1.45751.636079.600.82701.10100.9075
Support1.42801.619078.20 0.80001.08900.8840
1.40151.6000 77.501.05250.8700
1.37801.578076.111.04500.8660

Wirtschafts News

USD - USD im Abschwung da Gespräche über US Schuldenhöchstgrenze Befürchtungen verstärken

Der Kurs des US Dollar (USD) war gestern rückläufig, als Händler aufgrund von Mutmaßungen, dass bei den Gesprächen über eine Anhebung der Schuldenhöchstgrenze eine Einigung nicht erzielt werden könnte, anfingen sich nach Sicherheit umzusehen. Die Kurse von Safe-Hafen-Anlagen wie dem Schweizer Franken (CHF und dem japanischen Yen (JPY) hielten sich wegen der Abwendung von höhere Erträge erzielenden Anlagen aufrecht, wenngleich der Dollar diesmal, aufgrund der heimischen Ursache für die Risikovermeidung, aussetzen musste.

Die Nachrichten haben Händler nach und nach in eine pessimistische Marktstimmung versetzt, die bislang zu einem Rückgang beim USD Kurs führte, während die Kurse der anderen Safe-Hafen-Währungen anstiegen. Da die Volkswirtschaften Europas und der USA gestern auf dem Wirtschaftskalender nicht vertreten waren, gab es auch kaum Nachrichten, die dem Pessimismus an den Devisenmärkten entgegenwirken konnten, insbesondere in den USA und in der Eurozone.

Allerdings wird heute wieder eine ganze Anzahl von Wirtschaftspublikationen erwartet, so dass Händler sich auf Portfolio-Umschichtungen einstellen sollen, da auch mit erhöhter Volatilität zu rechnen ist. Aus der US Wirtschaft werden Berichte zum Wohnungsmarkt und zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Sollten diese Berichte nicht den Erwartungen entsprechen besteht die Möglichkeit, dass weitere Investitionen in den Schweizer Franken und den Yen getätigt werden, was wiederum den Kurs des USD weiter sinken lassen wird. Händler sollten ein Auge auf die Wirtschaftsnachrichten aus der Eurozone halten, da sie die heutige Risikostimmungslage nicht unerheblich beeinträchtigen dürften.

EUR - Deutscher Index des Verbrauchervertrauens unter Beobachtung

Der Euro (EUR) handelte bislang diese Woche mit unterschiedlichen Ergebnissen, während Händler sich bemühen die Risikostimmungslage in der Region einzuschätzen. Zum US Dollar (USD) handelte der Euro beim gestrigen späten Handel mit Aufwärtstendenz, während die Umschichtungen beim Dollar, aufgrund der Unsicherheit wegen der Uneinigkeit bei den Gesprächen über die US Schuldenhöchstgrenze, für Aufregung an den Devisenmärkten sorgten.

Wegen einer möglichen Ausweitung der Schuldenseuche über die gesamte Eurozone zeigten sich etliche Wirtschaftswissenschaftler besorgt darüber, dass als nächstes das Verbrauchervertrauen kippen könnte, gefolgt von weiteren Herabsetzungen der Kredit-Ratings, was in einem fatalen Strudel von Schulden und Zahlungsverzug enden könnte. Die steigende Inflation stellt in diesem Szenario eine Bedrohung dar, und die Eurozone steht vor dem Debakel den Leitzinssatz anzuheben, um die Inflation einzudämmen und gleichzeitig die Fähigkeit der Schuldenrückzahlung nicht zu verlieren, oder aber den Leitzinssatz zu belassen wo er ist, um Wirtschaftswachstum zu fördern, während die Inflation ansteigt.

Heute können Händler die Bekanntgabe eines recht wichtigen Berichts über das Verbrauchervertrauen in Deutschland erwarten. Um 7:00 MGZ veröffentlicht die Gesellschaft für Konsumforschung GfK ihre Konsumklimastudie für Deutschland. Sollten die Daten auf Stillstand beim Verbrauchervertrauen und Konjunkturoptimismus hinweisen, können wir uns in den vor uns liegenden Tagen und Wochen auf verstärkte Hinwendungen zur Sicherheit einstellen. Das könnte auf lange Sicht gesehen den Kurs des EUR drücken, da sich immer mehr Händler in die Sicherheit flüchten.

AUD - Risikovermeidung sorgt für unterschiedliche Ergebnisse beim australischen Dollar

Der australische Dollar (AUD) handelte gestern größtenteils im Minus zu seinen Währungspartnern, da aufgrund von Marktdaten Händler sich wieder Sicherheitsanlagen zuwandten. Der AUD hat in den vergangenen Wochen an Momentum verloren, als sich Risikovermeidung an den Weltmärkten breit machte. Die Befürchtungen einer Ausweitung der Schuldenseuche von Griechenland nach Italien muss ebenso in die weltweite Risikoeinschätzung mit einbezogen werden wie die derzeitigen Gespräche über eine Anhebung der US Schuldenhöchstgrenze.

Der AUD hatte sich in jüngster Zeit zu seinen Währungsrivalen, insbesondere zu den Safe-Hafen-Währungen wie den US Dollar (USD) und dem japanischen Yen (JPY) gefestigt. Eine Rede des Chefs der australischen Zentralbank, Glenn Stevens, die dieser später am heutigen Tag vor der Anika-Foundation halten wird, könnte Spekulanten einige Hinweise darauf geben, wie sie ihre Positionen hinsichtlich des AUD angleichen könnten. An die Rohstoffpreise gebunden zu sein, könnte dem AUD in nächster Zeit ebenfalls helfen, da die Rohölpreise steigen. Allerdings sorgt die allgemeine Risikovermeidung dafür, dass der Kurs dieser Währung sinken wird.

Rohöl - Inmitten der Unruhe an den Märkten bleibt der Rohölpreis stabil

Der Rohölpreis blieb am Montag stabil, als sich an den weltweiten Aktienmärkten, wegen der ungeklärten Frage der Anhebung der US Schuldenhöchstgrenze ein Abschwung abzeichnete. Die Wirtschaftsdaten der vergangenen Woche für Europa und die USA führen immer noch dazu, dass sich viele Investoren wieder Safe-Hafen-Anlagen zuwenden, da viele Berichte auf einen überraschenden Abwärtsknick bei der weltweiten Industrieproduktion und bei den Verbraucherausgaben verweisen.

Ein erwarteter Anstieg bei den Dollar-Kursen aufgrund der risikovermeidenden Stimmungslage führte dazu, dass viele Investoren ihre Short-Positionen bei physischen Anlagen anglichen. Da sich die Kursgewinne beim USD jedoch nicht bewahrheiteten blieb der Rohölpreis stabil. Sollte sich die Stimmungslage beim Rohöl in dieser Woche trüben, könnte es nach der Wochenmitte zu größeren Preisschwankungen kommen.

Technische News

EUR/USD

Der EUR/USD-Paarung gelang es nicht den Handel unterhalb des 200-Tage-Bewegungsdurchschnitts zu schließen, und der Kurs versucht sich nun an der fallenden Trendlinie von den Hochs in Mai und Juli, das bei 1,4450 liegt. Das Kurzzeit-Momentum steigt derzeit an, und ein Durchbruch oberhalb dieses Widerstandswerts könnte Widerstand bei den Spitzenwerten von Juli, Juni und Mai bei 1,4580, 1,4700 und 1,4940 finden. Jedoch hat sich nach den Hochs vom Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche auf dem Tages-Chart ein rückläufiges Kerzen-Muster gebildet, was die Annahme unterstützt, dass der 3-Monats-Widerstandswert standhalten wird. Unterstützung findet sich bei 1,4015, 1,3835 und 1,3780 von der steigenden Trendlinie vom Juni-Tief in 2010.

GBP/USD

Nachdem er bis auf 1,5780, den 38% Rückführungswert der Bewegung von Mai 2010 bis April 2011, abgesunken war, hat die Paarung einen Durchbruch oberhalb der Halslinie der Kopf-Schulter-Formation und der fallenden Widerstandslinie von den April- und Mai-Hochs erzielt. Die Paarung fand jetzt Widerstand bei der zuvor durchbrochenen Trendlinie vom Mai-Tief in 2010, was jetzt bei 1,6360 als Anfangswiderstand dient. Eine Bewegung oberhalb dieser Linie dürfte sich am Mai-Hoch bei 1,6545 versuchen, obwohl Rückläufigkeit beim Pfund Sterling Widerstand vor dem April-Hoch von 1,6745 leisten dürfte. Andererseits findet sich Unterstützung bei dem Kreuzungswert der Halslinie und des vorigen Widerstandswert der April- und Mai-Hochs von 1,6190. Zusätzliche Unterstützung findet sich bei 1,6000 und dem Juli-Tief von 1,5780.

USD/JPY

Das Wiedererstarken des Yen brachte die USD/JPY-Paarung einen Schritt näher an das Rekordtief von 76,11. Ein fallender Slow Stochastic auf dem Monats-, Wochen- und Tages-Chart deutet auf weitere Rückläufigkeit bei dieser Paarung hin. Anfängliche Unterstützung findet sich bei 78,20, gefolgt von der unteren Linie der fallenden Keil-Formation vom Dezember 2008, deren Wert bei 77,50 liegt. Eine Bewegung darüber hinaus dürfte Widerstand bei 79,60 und 81,50 finden.

USD/CHF

Ein Versuch die USD/CHF-Paarung nach oben zu drücken traf beim Wert von 0,8270 auf Widerstand. Da sie nicht in der Lage ist die Kursgewinne zu halten, sieht es so aus, als würde sich die Paarung am jüngsten Rekordtief von 0,8080 versuchen. Ein jeglicher Versuch die Paarung nach oben zu drücken dürfte sehr wahrscheinlich bei 0,8270 und 0,8385 von der fallenden Trendlinie von dem Februar-Hoch auf Widerstand stoßen. Entsprechend Wertverkäufe der Paarung dürften auch bei 0,8550 ins Spiel kommen.

Die Wild-Card

GBP/USD

Bei der heutigen Bekanntgabe des Bruttoinlandsprodukts des 2. Quartals für Großbritannien könnte es sein, dass die Zahlen geringer ausfallen werden als ursprünglich von Wirtschaftswissenschaftlern prognostiziert. Allgemein wurde eine Zunahme um 0,2%, gegenüber 0,5% im 1. Quartal, vorhergesagt. Für jene Händler die davon ausgehen, dass man sich hinsichtlich der Anhebung der US Schuldenhöchstgrenze einigen werde, könnte sich bewahrheiten, dass der Dollarkus einen Aufwärtsschub erhält. So könnte sich Forex-Händlern die Gelegenheit bieten die GBP/USD-Paarung zu verkaufen, da der Kurs auf 1,6360 angestiegen ist, den Wert der zuvor durchbrochenen Trendlinie der Mai-Tiefs von 2010. Ein Schutzstopp sollte oberhalb der Trendlinie mit dem Ziel des Juli-Tiefs von 1,5780 platziert werden. forex

Aktuelle Zeit: 05/25 15:43 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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