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Thursday, 16 Sep 2010

Japans Intervention am Devisenmarkt unterbricht Yen-Aufwertung

Nach wochenlangem Hin- und Her hat die japanische Regierung am Mittwochvormittag zum ersten Mal seit sechs Jahren am Devisenmarkt interveniert, um die zuletzt heftige Aufwertung des Japanischen Yen zu stoppen. Die Reaktion auf die Intervention Japans war am Markt direkt zu spüren. Der Yen wertete innerhalb eines Handelstages so stark wie seit 22 Monaten nicht ab. Die Marktteilnehmer erwarten auch für heute außerordentliche Kursbewegungen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupdownupupdownup
Wochentendenzupupupdownupup
Resistance1.30721.568386.101.01020.94300.8410
1.30511.566185.911.00810.94090.8389
1.30201.563085.621.00500.93770.8357
Support1.29591.556785.010.99900.93200.8298
1.29311.553584.720.99620.92910.8267
1.29101.551484.510.99410.92700.8245

Wirtschafts News

USD - Dollar uneinheitlich gegenüber Hauptwährungen

Der USD beendete den gestrigen Handel bei unterschiedlichen Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen. Zum Pfund Sterling fiel der Greenback um nahezu 80 Punkte und brachte das Währungspaar GBP/USD bis auf die Marke von 1,5650. Zum JPY machte der USD rund 250 Punkte gut, nachdem die US-Währung in den vergangenen Handelstagen bis auf ein 15-Jahrestief gegen den Yen abgerutscht war. Zum Euro unterlag der US-Dollar einigen Kursschwankungen.

Die zuletzt extreme Yen-Aufwertung gegenüber dem Dollar wurde gestern durch die Intervention der Japanischen Regierung am Devisenmarkt unterbrochen. Im Anschluss an den Schritt verbuchte der Dollar erstmals seit zwei Wochen wieder Kursgewinne gegen die Inselstaatwährung und legte um nahezu 2% auf 85,20 Yen zu. Im Tagesverlauf hatte die Regierung um Premierminister Naoto Kan am Mittwoch in mehreren Schritten Dollar und Euro gekauft. Die Abschwächung des Yen kam vor allem auch japanischen Exportwerten zugute. Die Aktienmärkte in Asien erholten sich angesichts der Intervention Japans kräftig.

Erneut brachten jedoch insgesamt eingetrübte Konjunkturerwartungen und eine erhöhte Risikoaversion den USD gestern auch unter Druck. Nach Angaben der Federal Reserve Bank of New York am Mittwoch ist der Empire State Manufacturing Index im Monat September auf 4,1 Zähler zurückgegangen. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 6,4 Punkte gerechnet. Des Weiteren teilte die US-Notenbank mit, dass die Industrieproduktion in den USA im August um 0,2% gestiegen sei. Analysten hatten im Vormonatsvergleich mit einem Output-Anstieg um 0,3% gerechnet. Unterdessen verzeichnete der USD zusätzliche Kursverluste gegenüber Euro und Pfund Sterling.

Für heute stehen mehrere wichtige Indikatoren auf der US-Wirtschaftsagenda. Zu den kursbewegenden Veröffentlichungen zählen: Erzeugerpreise (August), Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) sowie Philadelphia-Fed-Index (September). Jeder Indikator kann Einfluss auf das Marktgeschehen und den USD-Handel nehmen.

EUR - Euro verliert gegen Pfund Sterling und gewinnt gegen Yen

Für den EUR ergab sich gestern ein volatiler Handel. Gegenüber dem USD konnten deutliche Kursschwankungen beobachtet werden, ohne eine klare Ausrichtung. Zum Pfund Sterling gab die europäische Gemeinschaftswährung um nahezu 100 Punkte nach. Zum Japanischen Yen wiederum machte die Währung der 16 Nationen 350 Punkte gut.

Dabei erholte sich der EUR um 2,6% auf 110,78 Yen. Darüber hinaus zeigten gestern veröffentlichte Konjunkturdaten ihre Wirkung. Nach Angaben des europäischen Statistikamtes, Eurostat, sind die Verbraucherpreise im August um 1,6% gestiegen, während die Teuerungsrate im Juli noch bei 1,7% lag. Die gestrige Intervention der Bank of Japan (BoJ) in Form von milliardenschweren Yen-Verkäufen hievte den Euro im Laufe des Handelstages schließlich um rund 2 Yen auf 110,78. Die BoJ hatte zuletzt im Jahre 2004 am Devisenmarkt interveniert. Volkswirte zweifeln jedoch an einem nachhaltigen Erfolg des Interventionsschrittes ohne eine Unterstützung der amerikanischen und der europäischen Notenbanken.

Am heutigen Donnerstag scheint der wichtigste Indikator aus dem Euroraum die Handelsbilanz für die Eurozone (Juli) zu sein. Diese misst unter Berücksichtigung von Export und Import von Waren und Dienstleistungen in der Eurozone die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der EU-Länder. Ein positives Ergebnis könnte dem EUR weiteren Aufschwung verleihen.

JPY - Yen: Freier Fall nach BoJ-Intervention

Mit ihrer erstmals seit 6 Jahren durchgeführten Intervention am Devisenmarkt, löste die Japanische Regierung am gestrigen Mittwoch einen regelrechten Yen-Kurssturz aus. Der Japanische Yen sackte zum USD um 250 Punkte ab, so dass sich USD/JPY von seinem zuvor erreichten 15-Jahrestief bis auf 85,50 erholen konnte. Zum Euro gab der Yen um 350 Punkte, zum Pfund Sterling um 500 Punkte nach.

Dabei verzeichnete der JPY die größten Kursverluste innerhalb eines Handelstages seit 22 Monaten. Nach langem Hin- und Her hatte sich die Regierung in Tokio schließlich am gestrigen Mittwoch dazu durchgerungen, am Markt zu intervenieren, um der Deflation im Land und den starken Wechselkursschwankungen den Kampf anzusagen. Die zuletzt kräftige Aufwertung des Yen belastet die japanische Wirtschaft zunehmend. Für den vom Export stark abhängigen Inselstaat entstehen so deutliche Wettbewerbsnachteile, denn die Yen-Stärke verbilligt Importe und drückt das Preisniveau. Die Regierung Japans hofft nun, einheimischen Firmen mithilfe der Abschwächung des Yen das Exportgeschäft wieder zu erleichtern.

Tokio hält sich weitere Schritte in den kommenden Tagen offen. Japanische Unternehmen hoffen, dass Japans Finanzminister Yoshihiko Noda grünes Licht für zusätzliche Yen-Käufe und USD-Verkäufe geben wird. Zunächst gehen Marktbeobachter von anhaltend starken Wechselkursschwankungen am Markt aus.

Rohöl - Ölpreise fallen den 3. Tag in Folge und notieren um $74,70 pro Barrel

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten erreichten gestern ein Tagestief bei $74,70 pro Barrel. Nach einem Eröffnungskurs um die Marke von $76,50 pro Barrel, drehten die Ölpreise im Laufe des Handelstages ins Minus, bevor sie nach leichten Kurskorrekturen um $75,50 pro Barrel notierten.

Im asiatischen Handel am Donnerstagmorgen gab Rohöl weiter nach. Ein Fass WTI-Öl zur Auslieferung im Oktober kostete $75,28 und somit $0,73 weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass Nordsee-Brent zur Auslieferung im November rutschte um $0,41 auf $79,01 ab. Händler verwiesen unter anderem auf die geplante Wiederinbetriebnahme der gegenwärtig geschlossenen Hauptölleitung zwischen den USA und Kanada am Freitag als Beweggrund für die schwächer tendierenden Preise. Darüber hinaus enttäuschte der aktuelle Bericht des US-Energieministeriums Department of Energy (DoE) zu den Rohöllagerbeständen der letzten Woche in den USA die Erwartungen der Experten. Im Vorwochenvergleich waren die Vorräte um 2,5 Mio. Barrel auf 357,4 Mio. Barrel zurückgegangen. Volkswirte hatten einen Rückgang um 2,6 Mio. Barrel prognostiziert.

Angesichts des jüngsten Preisrutsch sollten Rohstoff-Händler die heute zur Veröffentlichung ausstehenden Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone gut im Auge behalten, da diese in der Regel Einfluss auf den Ölhandel nehmen. Darüber hinaus hat die jüngste Yen-Intervention der japanischen Regierung einen gestärkten US-Dollar zur Folge, der die Ölpreise drückt.

Technische News

EUR/USD

Charttechnisch verliert der jüngste Aufwärtstrend dieses Paares an Schwung. Mittlerweile konsolidiert sich EUR/USD um die 1,2990-Marke. Das Abwärtskreuzen des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart deutet auf eine rückläufige Preisausrichtung in unmittelbarer Zukunft hin. Ergibt sich diese Kurskorrektur nach unten, könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

GBP/USD

Die Tages-Chart gibt unterschiedliche Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Der RSI der 4-Stunden-Chart bewegt sich jedoch im überverkauften Bereich, was bedeuten könnte, dass der jüngste Abwärtstrend nachlässt und eine Aufwärtskorrektur bevorsteht. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte heute die richtige Entscheidung sein.

USD/JPY

Die Kursschwankungen dieses Paares insbesondere der letzten Zeit liefern widersprüchliche Signale. Auf der Stunden-Chart kreuzt der Slow Stochastic aufwärts, was bedeuten könnte, dass sich eine Aufwärtsbewegung ankündigt. Im Gegensatz dazu weist das Abwärtskreuzen auf der 4-Stunden-Chart darauf hin, dass schon bald neue Abwärtstendenzen einsetzen könnten. Daher ist es heute womöglich richtig, deutlichere Zeichen abzuwarten.

USD/CHF

Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt unterschiedliche Signale aus. Auch die 4-Stunden-Chart lässt keine eindeutige Tendenz erkennen. Warten Sie auch hier klare Signale auf den Stunden-Charts ab.

Die Wild-Card

CAD/CHF

Dieses Paar handelte in den letzten Wochen innerhalb einer äußerst flachen Spanne. Mittlerweile scheinen sich neue Bewegungen zu ergeben. Der MACD der Stunden- und 4-Stunden-Chart kreuzt eindeutig aufwärts, was bedeuten könnte, dass ein Aufwärtstrend unmittelbar bevorsteht. Auch das Aufwärtskreuzen des Slow Stochastic auf der Tages-Chart bestätigt diese Annahme. Forex -Anleger könnten von den künftigen Kursbewegungen profitieren, indem sie frühzeitig Kauf-Positionen eröffnen und bei dem sich ankündigenden Aufwärtstrend noch vor dem Wochenende einsteigen.

Aktuelle Zeit: 05/25 17:56 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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