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Wednesday, 20 Aug 2008

Rohölbestände werden Märkte voraussichtlich bestimmen

Nachdem der USD, aufgrund des besser als erwartet ausgefallenen Erzeugerpreisindexes, ein Rekordhoch gegen den EUR verbuchte, setzte ein regelrechter Absturz ein.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupdownnodownupup
Wochentendenzupdownupnoupup
Resistance1.48601.8745110.901.10650.88250.7988
1.48351.8710110.551.10300.88000.7965
1.47901.8666110.251.09650.87650.7930
Support1.47101.8600109.701.09100.87000.7900
1.46751.8574109.401.08850.86750.7880
1.46401.8548109.101.08400.86500.7840

Wirtschafts News

USD - USD steigt und fällt

Gestern ergab sich für den Dollar ein Tag voller gemischter Ergebnisse. Bereits kurz nach Handelsbeginn erreichte der USD ein Rekordhoch innerhalb der letzten 6 Monate gegen den EUR. Das Paar fiel bis auf 1,4630. Daraufhin setzte jedoch ein regelrechter Sturz des USD ein: der Kreuzkurs stieg und durchbrach die 1,4800-Marke.


Die Rekordzahlen gegen den EUR kamen aufgrund eines viel besser als erwartet ausgefallenen Erzeugerpreisindexes zustande. Dieser Indikator verbesserte sich um 1,2%. Experten hatten lediglich mit einen Anstieg von 0,6% gerechnet. Diese überraschende Entwicklung spiegelt ein zunehmendes Inflationstempo wider, dass möglicherweise nur durch eine Erhöhung der Zinssätze gestoppt werden könnte. Die Märkte reagierten sofortig und die USD-Rallye setzte sich fort. Insgesamt traten gestern drei Faktoren in Verbindung ein, die Anlegern eine ausgezeichnete Möglichkeit bieten könnten, großen Profit aus ihren USD-Short-Positionen zu schlagen. Als erstes fiel der Index der Baugenehmigungen entgegen allen Erwartungen bis auf ein Rekordtief seit dem Jahre 1991. Lediglich 0,94 Mio. Baugenehmigungen wurden auf annualisierter Basis im Juli erteilt. Dies verdeutlicht, dass sich der US-Immobilienmarkt nach wie vor inmitten einer Krise befindet, die noch nicht überwunden ist. Ein weiterer Grund für den Sturz des Dollars ergab sich durch einen zweiten Tag infolge gekennzeichnet von Abwärtstendenzen an den amerikanischen Aktienmärkten. Nach einem gesamten Monat positiver Entwicklungen, die zum zinsbullischen Trend des USD beitrugen, führten nur zwei aufeinander folgende Tage mit fallenden Aktienkursen bereits dazu, Anleger in eine skeptische Stimmung zu versetzen. Teilweise schlossen diese daraufhin ihre USD-Long-Positionen. Schlussendlich nahm auch die Erholung der Ölpreise ihren Einfluss, die gestern über $3 pro Barrel anstiegen und bei $115 gehandelt wurden. Dies schwächte den USD zusätzlich.


Für heute stehen für die US-Wirtschaft lediglich die Zahlen der Rohölbestände an. Anleger sollten diese Veröffentlichung aufmerksam beobachten, da dieser Indikator die USD-Bewegung am heutigen Tag maßgeblich beeinflussen wird. Sollten sich hierbei keine besonderen Veränderungen ergeben, wird der USD höchst wahrscheinlich seinen Aufwärtstrend gegenüber den Hauptwährungsrivalen wieder aufnehmen.

EUR - Deutsche Wirtschaft bestimmt EUR-Tendenzen

Gersten konnte der EUR gegen all seine Hauptwährungsgegner Gewinne verzeichnen. Dies wurde am deutlichsten gegen den USD, nachdem das Paar am Morgen die 1,4800-Marke durchbrach. Darüber hinaus konnte der EUR seinen Aufwärtstrend ebenfalls gegen GBP und JPY aufrechterhalten.


Diese zinsbullische Bewegung des EUR ist in erster Linie auf die ausschließlich positiven, gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone zurückzuführen. Dabei spielte Deutschland, Europas stärkste Wirtschaftszone, eine entscheidende Rolle. Der deutsche Erzeugerpreisindex stieg um 2,0% und übertraf dabei alle Erwartungen, die lediglich bei 0,7% lagen. Noch entscheidender waren jedoch die ZEW-Konjunkturerwartungen, deren Index die Stimmung unter den Finanzanalysten misst. Dieser Indikator wurde bei -55,5 anstelle der erwarteten -62,0 ausgegeben. Auch die europäischen ZEW-Konjunkturerwartungen wurden veröffentlicht und fielen ebenfalls positiver als prognostiziert bei -55,7 aus. Dieses Ergebnis lag um nahezu 8 Punkte höher als die Voraussagen. Um den EUR ergaben sich gestern wieder Gerüchte, dass sich eine Erhöhung der Eurozone-Zinssätze ergeben werde. Diese steigerten sich im Anschluss an das ausgegebene Ergebnis des Erzeugerpreisindexes, da die gesteigerte Inflationsrate die EZB dazu treiben könnte, die Zinssätze höher zu setzen.
Zusätzlich zu den positiven Daten der Eurozone, ergab sich für den USD gestern ein eher unruhiger Handelstag in Bezug auf seine Indikatoren. Auch die steigenden Ölpreise verhalfen dem EUR zu einer Korrigierung gegenüber dem USD.


Für den heutigen Tag stehen keine Veröffentlichungen auf dem Wirtschaftskalender der Eurozone. Somit sollte es um den EUR und seine Kreuzkurse eher ruhig bleiben. Dennoch könnte es auf den Märkten, nach den zahlreichen gestrigen Ereignissen, auch heute zu einem Fortbestehen unruhiger Tendenzen kommen. Im Gegensatz zu gestern, scheint der EUR seine positiven Zahlen aufs höchste Maß gebracht zu haben. Ein Abwärtstrend könnte sich eventuell gegen den USD einstellen, der seine Rallye voraussichtlich fortsetzten wird.

JPY - BoJ erwartet Wirtschaftswachstum für Japan

Im gestrigen Handel verhielt sich der JPY schwankend und wies gemischte Ergebnisse gegenüber seinen Hauptwährungskontrahenten aus. Gegen den USD konnte der JPY Boden gutmachen, während das Paar unter die 109,60-Marke fiel. Gegenüber EUR und GBP verzeichnete der JPY jedoch großteils Abwärtstendenzen.


Die Bank of Japan (BoJ) hatte gestern entschiede, die Zinssätze unverändert bei 0,5% zu belassen, was die niedrigste Rate in der Gruppe der Industrienationen bildet. Die BoJ begründete ihre Entscheidung damit, dass sie das Abklingen der Inflationsbefürchtungen in Japan auf den Rückgang der Rohstoffpreise in Kombination mit einer Stabilisierung der Wirtschaft in Übersee zurückführte und dass die japanische Wirtschaft schon bald in eine Wachstumsphase eintreten würde. Dennoch erklärte BoJ Präsident Shirakawa, sei nicht klar, ob der Abwärtstrend der Rohstoffe, wie Rohöl, beständig bleiben würde. Somit verbleibe stets die Option auf eine Beeinflussung der Zinsrate, sollte dies in Zukunft nötig werden.


Heute steht zu später Stunde die japanische Handelsbilanz auf der Agenda. Diese soll, laut Experten, ein sehr viel besseres Ergebnis als im Vormonat ausgeben und sich um 0,35T, im Vergleich zum vorangegangenen Anstieg von 0,14T verbessern. Insgesamt wird der JPY jedoch heute hauptsächlich von den Entwicklungen seiner Währungsgegner beeinflusst werden. Anleger sollten daher USD und EUR aufmerksam verfolgen, um ihre JPY-Strategien für den heutigen Handel zu bestimmen.

Rohöl - Rohölpreise klettern unerwartet in die Höhe

Während des gestrigen Handels schossen die Rohölpreise um mehr als $3 pro Barrel in die Höhe. Das Barrel Rohöl durchbrach die $115-Grenze, woraufhin der USD gegen den EUR an Boden verlor, sodass die Energiemärkte neue Anleger fanden. Da heute die September-Kontrakte auslaufen, ergaben sich starke Kursschwankungen auf den Märkten, obwohl Tropensturm Fay harmloser als erwartet und die Versorgung aus dem Golf von Mexiko nicht mehr bedroht ist.


Um 2:35 GMT stehen die US-Rohölbestände aus, die großen Einfluss auf den Rohölhandel nehmen werden. Nach negativen Werten in der vergangenen Woche, wird der Bestand bei 0,7 Mio. Barrel erwartet, was die Rohölpreise wiederum sinken lassen wird, sobald der Vorrat steigt. Die Rohölpreise sollten sich also im heutigen Handel wieder etwas erholen.

Technische News

EUR/USD

Innerhalb des umfangreichen Abwärtstrends, scheint sich für dieses Paar stellenweise eine zinsbullische Korrigierung einzustellen. Das aufkommende rückläufige Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart deutet jedoch auf einen eventuell bevorstehenden Aufwärtstrend hin. Ein Durchbruch der 1,4700 wird das Paar jedoch voraussichtlich dazu bringen, seinen Abwärtstrend fortzusetzen.

GBP/USD

Dieses Paar hat sich mittlerweile um die 1,8650-Marke konsolidiert. Ein nächster Durchbruch könnte allerdings bereits bevorstehen. Die 4-Stunden-Chart weist ein gemäßigtes rückläufiges Momentum aus, wobei auch die Bollinger Bands verdeutlichen, dass ein Durchbruch näher rückt. Sollte dieses Paar eine starke Abwärtstendenz einschlagen, wird es sich voraussichtlich in Richtung der 1,8500-Marke bewegen.

USD/JPY

Dieses Paar wird nach wie vor in seiner zinsbullischen Spanne gehandelt. Die Bewegungsrichtung bleibt jedoch undeutlich. Bislang ist kein Durchbruch, weder in die eine noch in die andere Richtung erfolgt. Der Slow Stochastic lässt jedoch ein leichtes rückläufiges Kreuz auf der 4-Stunden-Chart erkennen. Auch die sich verdichtenden Bollinger Bands weisen auf einen bevorstehenden Durchbruch hin. Hier könnte die richtige Entscheidung lauten: bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

USD/CHF

Weder auf der Tages- noch auf den Stunden-Chart werden eindeutige Strukturen deutlich. Vielmehr ergeben sich auf beiden Charts gemischte Ergebnisse. Die nächste Entwicklung dieses Paares ist ziemlich ungewiss. Anleger sollten auf deutlichere Signale warten, bevor sie diesem Markt beitreten.

Die Wild-Card

CAD/CHF

Auf der 4-Stunden-Chart bildet sich eine eindeutig rückläufige Handelsspanne, innerhalb derer sich das Paar mittlerweile abwärts bewegt. Der Slow Stochastic gibt ein ziemlich starkes Kreuz, Tendenz fallend, aus, während der RSI im "überkauftem" Bereich schwankt und den Abwärtstrend weiterhin fördert. Dieses Paar scheint sich auf in Richtung 1,0100-Marke zu bewegen. Hierbei könnte die bevorzugte Strategie für
Forex -Anleger Verkaufen lauten.

Aktuelle Zeit: 05/25 19:25 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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