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Wednesday, 28 Apr 2010

Turbulente Zeiten am Devisenmarkt

Ein extrem volatiler Handelstag endete gestern mit Kursgewinnen für den US-Dollar gegen einen Großteil der Hauptwährungen. Dabei rutschte das Währungspaar EUR/USD bis auf ein neues Rekordtief seit April 2009 und notierte unter der Marke von 1,3200.

Die hohen Kursschwankungen werden sich auch am heutigen Handelstag voraussichtlich fortsetzen. Die Preisinstabilität des EUR und die geplanten EU-Hilfen für das krisengeplagte Griechenland verunsichern die Investoren fortwährend. Händler schließen zur Gewinnmitnahme vermehrt ihre Short-Positionen. Möglicherweise findet der EUR heute etwas Unterstützung. Die europäische Einheitswährung eröffnete zu früher Handelsstunde stärker als am Dienstag.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndownupupdowndown
Wochentendenzdowndownupupupup
Resistance1.33851.542094.101.09850.93050.8720
1.33451.538593.901.09100.92900.8700
1.33001.535093.501.08900.92500.8680
Support1.31501.522592.801.08000.91350.8630
1.31201.519092.601.07600.91100.8600
1.30651.514092.251.07250.90850.8570

Wirtschafts News

USD - US-Verbrauchervertrauen hoch und Märkte schließen im Minus

Der gestrige Handelstag bestätigte ein weiteres Mal die gegenwärtige Anfälligkeit der Märkte. Trotz stark aufgehelltem Konsumklima in den USA, blieb die Anlegerstimmung unverändert trüb. Die Sorge um eine Verzögerung der Wirtschaftserholung weltweit setzt nach wie vor die Zuversicht der Investoren herab. Zusätzlich auf die Stimmung drückte das Ergebnis zum Case-Shiller-Index, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Aus dem Index geht hervor, dass die Preise für US-Wohnimmobilien im Monat Februar erstmals seit fast drei Jahren gestiegen sind. Mit einem Anstieg von durchschnittlich 0,6% im Jahresvergleich lag das Ergebnis weit über den Erwartungen der Experten.


Im Handelsverlauf wertete der USD deutlich gegen die Hauptwährungen auf. Das Währungspaar EUR/USD handelt aktuell um 1,3200 und rutschte um nahezu 200 Punkte seit Markteröffnung am Dienstag ab. GBP/USD handelt wiederum um 1,5268 ebenfalls mit einem Verlust von ca. 200 Punkten seit gestern Morgen.

Abzuwarten bleibt, ob sich die vorgenannten Markttendenzen auch heute fortsetzen. Einige Händler beginnen verstärkt, ihre Short-Positionen zur Gewinnmitnahme zu schließen. Jedoch behält die Staatsverschuldung der Griechen gegenwärtig ihre Gültigkeit als Hauptursache für die sich rapide verschlechternde Stimmung im Euroraum, die eine Höhernotierung des EUR immer unwahrscheinlicher macht. Als wichtigste Veröffentlichung aus den USA gilt heute der Leitzinsentscheid des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed wird ihren Zinssatz voraussichtlich bei 0,25% belassen, während Händler die Aussagen der Regierungsbeamten in Bezug auf Ausstiegsstrategien sowie Zinsanhebungen in nächster Zukunft versuchen werden, zu entziffern.

EUR - Gesenkte Griechenland- und Portugal-Bonität bringt EUR auf Jahrestief

Der EUR wertete gestern deutlich ab, nachdem S&P die Bonität von Griechenland und Portugal herabgestuft hatte. Während Griechenlands nächster Refinanzierungstermin auf den 19. Mai fällt, erklärt Bundesbankpräsident Axel Weber, dass die europäische Gemeinschaftswährung trotz griechischer Schuldenkrise nicht kollabieren wird und Angela Merkel betont erneut, dass Athen die Milliardenunterstützung bis Anfang Mai nur nach Vorlage nachhaltiger Maßnahmen einer Sparpolitik erhält.

Angesichts der in weniger als zwei Wochen anstehenden Parlamentswahlen in Großbritannien, rechnen Analysten mit einer zunehmenden Volatilität am Markt. Weiterhin befürchten die Marktteilnehmer eine unklare Mehrheit im Parlament und eine wenig handlungsfähige Regierung, die von den Händlern als gravierender Risikofaktor empfunden wird.

Seit Börsenschluss in New York gestern, wertete das Cross EUR/USD leicht ab und notierte unter seinem Eröffnungspreis von 1,3200. Anleger erwarten, dass EUR/USD noch heute, bei voraussichtlich anhaltenden Abwärtstendenzen die 1,3200-Marke testet. GBP/USD wertete am Dienstag leicht auf und handelt aktuell bei 1,5268.

JPY - Yen steigt angesichts risikoscheuer Investoren

Der japanische Yen verzeichnete im gestrigen Dienstagshandel Kursgewinne, als sich Anleger angesichts der hohen Marktvolatilität in den sicheren Hafen USD und JPY retteten.

Solange die griechische Schuldenkrise die Händler vorrangig beschäftigt, wird der JPY voraussichtlich weiterhin von den gegenwärtigen Tendenzen profitieren und gegen EUR und GBP aufwerten. Dem USD gegenüber zeigt sich der JPY aktuell weniger zinsbullisch, dennoch ergaben sich gestern Kursgewinne gegen die US-Währung. Aktuell handelt das entsprechende Paar um 93,33.

Zum zweiten Mal in Folge sind die japanischen Einzelhandelsumsätze im Februar nach einem 16-monatigen Rückgang gestiegen, so das Wirtschaftsministerium in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Analysten verweisen auf eine Besserung der Situation am Arbeitsmarkt als Ursache für die positive Entwicklung im Einzelhandel. Der Yen-Handel steht heute erneut unter dem Einfluss der Risikoscheue am Markt sowie dem Mangel an Konjunkturdaten aus Japan. Am Donnerstag bleiben die Märkte in Japan aufgrund eines Feiertages geschlossen.
Händler erwarten geringe Kursbewegungen für die Inselstaatwährung am heutigen Mittwoch. Die anhaltend negative Stimmung im Euroraum, kann den Yen momentan nur stützen. EUR/JPY handelt inzwischen um 123,29. USD/JPY kletterte seit Markteröffnung heute Morgen auf 93,30.

Rohöl - Sorge um Wirtschaftserholung drückt Ölpreis

Die gestrige Herabstufung der Bonität Griechenlands und Portugals durch die Ratingagentur Standard & Poor (S&P) bestimmte die Stimmung an den Finanzmärkten am Dienstag und brachte risikoreiche Anlagen, inklusive Rohöl unter Druck. Der Rohstoff rutschte dabei bis unter die bedeutende Unterstützungsmarke von $83 pro Barrel. Rohöl eröffnete bei $82,30, leicht über gestriger Notierung zu Handelsschluss in New York.

Die Hauptsorge der Händler bezieht sich nach wie vor auf die sich verzögernde Erholung der Konjunktur weltweit. Verunsichert bleiben die Investoren insbesondere hinsichtlich wirtschaftlich schwacher Euro-Länder wie Griechenland und Portugal, die immer tiefer in die Schuldenkrise geraten. Darüber hinaus belastet die seit Anfang des Jahres zu beobachtende Aufwärtsdynamik der US-Rohöllagerbestände die Preise.
Diese waren jedoch in den vergangenen Wochen moderat gestiegen. Laut Analysten sei eine Stabilisierung auf hohem Niveau erfolgt. Somit befinden sich die Lagerbestände weiterhin oberhalb ihres Durchschnitts der vergangenen 5 Jahre, während die Rohölimporte im vergangenen Monat ebenfalls leicht gestiegen sind.

Für heute erwarten Marktbeobachter weitere, jedoch weniger deutliche Abwärtstendenzen für Rohöl. Eine Stabilisierung um die Widerstandsmarke von $83 pro Barrel ist wahrscheinlich.

Technische News

EUR/USD

Auf der Tages-Chart bildet der Slow Stochastic aktuell ein rückläufiges Cross und deutet auf eine Kurskorrektur nach unten in unmittelbarer Zukunft. Die fallende Tendenz des Momentum-Oszillators auf der 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend. Sobald eine Überwindung nach unten erfolgt, könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

GBP/USD

Der Preis dieses Währungspaares scheint gerade in den „überkauften“ Bereich des RSI auf der 4-Stunden-Chart gedreht zu haben. Dabei ist der Indikator nach wie vor abwärts gerichtet, was bedeuten könnte, dass die Kurskorrektur nach unten noch kein Ende gefunden hat. Auch das rückläufige Cross des MACD der 4-Stunden-Chart bestätigt diese Tendenz. Eine gute Wahl könnte heute sein, weiterhin auf fallende Kurse zu setzen.

USD/JPY

Die 4-Stunden-Chart verdeuticht, dass sich dieses Paar nach wie vor innerhalb einer rückläufigen Handelsspanne bewegt. Dennoch hat sich der RSI im „überverkauften“ Bereich eingefunden, was bedeuten könnte, dass sich hier eine Kurskorrektur nach oben ankündigt. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden ist, könnte sich auszahlen.

USD/CHF

Der zinsbullische Trend dieses Paares gibt langsam nach. USD/CHF scheint sich mittlerweile um die 1,0850-Marke zu konsolidieren. Darüber hinaus bewegt sich das Kurspaar im oberen Bereich des RSI auf der Tages-Chart. Hier stellt sich möglicherweise bald eine Abwärtspreisausrichtung ein. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden ist, könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

Die Wild-Card

NZD/CHF

Dieses Paar bewegte sich in den vergangenen Tagen innerhalb einer stabilen zinsbullischen Handelsspanne ohne jegliche Anzeichen einer Unterbrechung. Dennoch geben die Tages- und Stunden-Charts zu erkennen, dass sich das Kurspaar jeweils im „überkauften“ Bereich seines entsprechenden RSI bewegt. Des weiteren hat der Slow Stochastic der Wochen-Chart mittlerweile ein bärisches Cross gebildet, was bedeuten könnte, dass diesem Paar eine starke Abwärtsbewegung bevorsteht, die Forex -Anlegern gute Möglichkeiten bietet, auf eine baldige Trendwende zu setzen, um beim bevorstehenden Abwärtstrend hohe Profite zu erzielen.

Aktuelle Zeit: 05/25 20:07 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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