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Thursday, 13 Nov 2008

US-Bankenausschuss ändert Rettungsplan für Finanzsektor

Der Bankenausschuss des US-Senats kündigte gestern Änderungen des geplanten $700 Mrd. schweren Rettungsplans für den angeschlagenen Finanzsektor an. Das überarbeitete Rettungspaket ist die Antwort auf die Sorge der Investoren, dass dieses zur Stabilisierung der schwer erschütterten Finanzmärkte nicht greift. Die Sorge der Abgeordneten konzentriert sich auf die Frage, ob der Rettungsplan ausreicht, um das Vertrauen der Institute untereinander wieder herzustellen und die Banken zu motivieren, sich gegenseitig Geld zu leihen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupnoupdownupup
Wochentendenzdowndowndownupdownup
Resistance1.25721.501896.501.19500.65030.8450
1.25481.499596.331.19240.64780.8426
1.25001.496096.121.19000.64550.8399
Support1.24551.496695.751.18500.64050.8345
1.24301.494495.511.18320.63780.8315
1.24001.491095.301.18000.63580.8295

Wirtschafts News

USD - GBP/USD fällt auf 6-Jahrestief

Am gestrigen Handelstag musste das Kurspaar GBP/USD heftige Verluste verzeichnen, als es seinen niedrigsten Kurswert in den vergangenen 6 Jahren erreichte. Das Paar verlor 3,7% und notierte zum Ende des Börsengangs bei $1,4893. Der Britische Pfund wurde in den letzten fünf Monaten empfindlich durch seine auf eine Rezession zusteuernde Wirtschaft sowie deutlichen Leitzinskürzungen seitens der Bank of England (BoE) getroffen.

Notenbank-Chef Mervyn King sagte am Mittwoch dass die Ergebnisse des Inflationsberichts der Notenbank nicht überraschten und der Leitzins weiter angepasst werden müsse. Die Notenbank sieht eine tiefgreifende Rezession auf das Land zukommen und befürwortet weitere Zinssenkungen zur geldpolitischen Stimulierung. Anleger aufgepasst, GBP/USD könnte heute noch bis unter die 1,4400-Marke fallen.

Der Bankenausschuss des US-Senats kündigte gestern Änderungen des geplanten $700 Mrd. schweren Rettungsplans für den angeschlagenen Finanzsektor an. Die Geldmittel sollen nicht länger zum Kauf fauler Kredite eingesetzt werden, sondern viel mehr die Bilanzen angeschlagener Banken sanieren. Das Geld wird demnach direkt in US-Banken investiert und für deren Stabilisierung aufgebracht. Der Dow-Jones-Index schloss nach der Ansprache von US-Finanzminister Paulson mit einem Minus von 4,7%.

Der Dollar konnte gestern einen Wertzuwachs verzeichnen, der von einer geminderten Risikobereitschaft und einem erneuten Rückgang des Ölpreises gestützt wurde. Anleger orientieren sich derzeit weg von Währungen, die höhere Gewinne abwerfen und investieren in den US-amerikanischen Dollar. Das überarbeitete Rettungspaket ist die Antwort auf die Sorge der Investoren, dass das Rettungspaket zur Stabilisierung der schwer erschütterten Finanzmärkte nicht greift.

EUR - EUR weiter auf Talfahrt

Das Kurspaar EUR/JPY verzeichnete ebenfalls heftige Verluste. Der EUR rutschte gestern erneut und schloss bei 119,08 zum Yen, was einen neuen Tiefstand für diesen Monat markiert. Gegen den GBP machte die europäische Währung wiederum Boden gut und notierte zum Ende des Tages bei 0,8359.

Die neue Widerstandsmarke für EUR/USD könnte demnach bei 1,2500 liegen. Der EUR schloss gestern unter 1,2500 bei 1,2458. Wiederholt negative Wirtschaftsdaten setzten den Abwärtstrend des EUR fort. Der gestrige Börsengang stellt somit den dritten Tag infolge dar, an dem der EUR starke Verluste gegen den Dollar hinnehmen musste.

Anleger sollten auf anstehende Veröffentlichungen aus der deutschen Wirtschaft achten. Sollten diese positiv ausgegeben werden, könnten sie dem fallenden EUR eine Trendwende bescheren: Heute steht auf dem europäischen Wirtschaftskalender die 1. Veröffentlichung des BIP, 3. Quartal, saison- und kalenderbereinigt. Dies soll um 0,2% schrumpfen. Sollten die Ergebnisse besser als erwartet ausfallen, könnte der aktuelle Fall des EUR gegen den Dollar und den Yen endlich ein Ende finden. Sollte die Europäische Zentralbank (ECB) ein schlechteres Resultat erwarten, könnte dies wiederum den Boden für weitere Leitzinssenkungen bereiten.

Des Weiteren auf der Agenda heute: Ansprachen von EZB-Präsident Trichet sowie von Fed-Chef Bernanke. Beide nehmen an einer Konferenz zur Diskussion der geldmarktpolitischen Lage teil. In einer gemeinsamen Aktion der Notenbanken weltweit hatte sowohl die EZB als auch die US-Notenbank angesichts der wachsenden Finanzkrise ihren Leitzins vor einigen Wochen zeitgleich gesenkt.

JPY - JPY profitiert von nachlassender Risikobereitschaft und vom Rückgang der Carry Trades

Der JPY setzt sein Wettrennen dieses Monats gegen den Dollar und EUR fort. Auch der gestrige Börsengang bildete dabei keine Ausnahme. USD/JPY notierte zu Handelsschluss bei 95,57.

Der derzeitige Aufschwung des JPY gleicht einer konjunkturellen Erholung und lässt sich überwiegend auf die Tendenzen der übrigen Hauptwährungen, den Rückgang von Carry Trades und einer nachlassenden Risikobereitschaft zurückführen. In den vergangenen Monaten konnte der JPY einen deutlichen Wertzuwachs verzeichnen.
Dabei wertete der JPY in den vergangenen Monaten deutlich auf, während Anleger ihre Carry Trades auflösten, bei denen sie sich in Ländern niedriger Zinsen, wie Japan, Geld leihen, um es anschließend ertragbringend in Hochzinsländern anzulegen. Die rasante Aufwertung des Yen ist nach Meinung vieler Experten eine direkte Folge der Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Die plötzlichen Bedenken des US-Bankenausschusses am Hilfspaket halfen nicht gerade, die Marktunsicherheit zu reduzieren. Die Märkte verlangen nach Stabilität. Anleger bewerten die Entscheidung der US-Regierung, das Rettungspaket für den krisengeschüttelten amerikanischen Finanzmarkt zu überarbeiten, als zusätzliches Risiko. Diesem Risikofaktor soll gekontert werden, um die Erholung der Märkte nicht weiter hinauszuzögern. Der JPY wiederum könnte davon profitieren.

Rohöl - Ölpreise fallen auf 21-Monatstief

Der Rohölpreis befindet sich weiterhin auf dem absteigenden Ast und notierte gestern zum Ende des Tages mit einem Verlust von $-4 bei $55,24. Dies ist ein neues Rekordtief der letzten 21 Monate. Rohöl befindet sich mittlerweile weit unter der psychologisch wichtigen Marke von $60 pro Barrel. Diese Unterstützungsmarke wurde inzwischen anhaltend überwunden.

Chinas neues Hilfsprogramm löste kurzfristig eine leichte Erholung der Ölpreise aus, die sich jedoch schnell wieder in Luft auflöste. Seither rutschen die Preise weiter. Vor dem Hintergrund einer unaufhörlich schrumpfenden Wirtschaftsaktivität weltweit, lässt auch der Bedarf deutlich nach. Inzwischen befürchten Experten, dass auch die $50-Marke bald erreicht werden könnte. Viele Investoren haben sich bereits dem Rohöl abgewandt und legen mittlerweile in US-Dollar an.

Unklar bleibt, welches Ereignis einen Umschwung dieser Talfahrt herbeiführen könnte. Für heute werden die US-Rohöllagerbestände der Woche erwartet, die voraussichtlich keine Veränderung mit sich bringen werden. Analysten gehen derzeit von einer Korrigierung der IEA-Prognose für den globalen Ölverbrauch nach unten aus, die im kommenden Monat veröffentlicht wird.

Technische News

EUR/USD

Auf der 4-Stunden-Chart ist zu sehen, dass sich das Abwärtsmomentum wieder in vollem Umfang einstellt, nachdem das Paar in den vergangenen 72 Stunden über 400 Pips verloren hat. Der Slow Stochastic der Tages-Chart weist auf ein Fortdauern dieses Abwärtstrends hin. Eine gute Entscheidung könnte hier lauten: Verkaufen.

GBP/USD

Die gemäßigte rückläufige Preisentwicklung innerhalb der abwärts gerichteten Handelsspanne setzt sich weiterhin fort. Die untere Grenze dieser Spanne wurde bislang nicht überwunden. Der Slow Stochastic der Tages-Chart ist negativ geneigt. Auch die 4-Stunden-Chart bestätigt mittlerweile diese Tendenz. Der RSI wiederum bewegt sich um die 50-Marke, was auf ein Fortdauern dieser Abwärtstendenz hindeutet. Der nächste Richtwert könnte bei 1,4800 liegen. Verkaufen könnte hier heute von Vorteil sein

USD/JPY

Das Momentum, das sich nach dem Durchbruch der unteren Handelsspanne auf der Tages-Chart eingestellt hat, setzt sich in vollem Umfang fort. Die 4-Stunden-Chart ist nach wie vor rückläufig. Auf der Tages-Chart werden erste Zeichen eines Endes dieses Trends deutlich. Für heute könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

USD/CHF

Nachdem dieses Paar die Marke von 1,1800 erreicht hat, konsolidiert es sich mittlerweile um 1,1900. Die Oszillatoren lassen vermuten, dass sich das zinsbullische Momentum voraussichtlich fortsetzt. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart lässt kein Cross erkennen. Das Aufwärtsmomentum scheint nach wie vor intakt zu sein. Die Tages-Chart ist weiterhin zinsbullisch. Gegenteilige Anzeichen sind derzeit nicht zu sehen. Anleger könnten ihre Gewinne maximieren, indem sie momentan eine konstante Long-Position einnehmen.

Die Wild-Card

Gold

Auf der 4-Stunden-Chart bildet sich eine deutlich erkennbare zinsbullische Handelsspanne. Ein zinsbullisches Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart verdeutlicht, dass eine zinsbullische Korrigierung unmittelbar bevorsteht. Der RSI schwankt auf "überkauftem" Territorium und bestätigt die Annahme, dass der Trend noch nicht beendet ist. Auch hier könnten Forex -Anleger ihre Gewinne erneut maximieren, indem sie bei Niedrigständen verkaufen und sich den derzeitigen Aufwärtstrend zu Nutze machen.

Aktuelle Zeit: 05/25 20:26 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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