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Tuesday, 6 Oct 2009

US-Dollar fällt - Golfstaaten wollen US-Devise im Rohölhandel ersetzen

Die Mutmaßungen um ein potentielles Ende des Dollar als Zahlungsmittel im Rohölhandel nehmen zu und setzen den USD gegenüber 14 der 16 meist gehandelten Gegenwährungen deutlich unter Druck. Laut einem Bericht der britischen Zeitung „The Independent“ erwägen die Golfstaaten, den Ölpreis nicht länger in Dollar festzusetzen. Der bisherige globale Stellenwert der US-amerikanischen Währung scheint mehr und mehr zu schwinden. Anstelle des Dollars wird in einigen Jahren ein Währungskorb zur Abwicklung des Ölhandels vorgesehen. Analysten betrachten den Austausch des Dollar als Abwicklungswährung für Ölgeschäfte als verhältnismäßig einfache Aufgabe. Größere Schwierigkeiten würde jedoch die Umstellung der Preisstellung für Öl bereiten.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupupdowndownupup
Wochentendenzdowndowndowndownupup
Resistance1.48151.612590.001.03600.89400.9302
1.47651.607589.751.03400.89200.9260
1.47351.602589.501.03100.88900.9230
Support1.46501.590088.601.02500.88000.9160
1.46001.584588.251.02200.87550.9120
1.45651.580088.001.01900.87200.9080

Wirtschafts News

USD - Steigende Aktien bringen US-Dollar Kursverluste gegenüber Hauptwährungen

Der Dollar verzeichnete am Montag gegenüber einem Großteil seiner Gegenwährungen Kursverluste, nachdem Investoren, angesichts positiver globaler Konjunkturdaten, wieder vermehrt in Aktien und risikoreiche Währungen anlegten. Dabei rutschte der USD zum EUR deutlich ab, nachdem die Kurse an den US-Aktienmärkten stiegen und der US-amerikanische ISM Non-Manufacturing Index (NMI) für August ein Ergebnis über den Erwartungen ausgab. Die USD fiel gestern im New Yorker Handel auf $1,4691 pro EUR von zuvor $1,4648. Zum Yen rutschte der US-Dollar am Montag bis auf 89,02 Yen von zuvor 89,53 ab.

Der ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes, das nahezu 90% der US-Wirtschaft ausmacht, kletterte von 48,4 im Monat August auf den aktuellen Stand von 50,9. Die 50-Punkte-Marke stellt die Trennlinie zwischen einer wachsenden und schrumpfenden Wirtschaft des jeweiligen Indexbereichs dar. Zum ersten Mal seit 2007 gab der Indikator wieder ein Ergebnis oberhalb des 50-Niveaus aus und hob die trübe Stimmung, die sich infolge der enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten am Freitag unter den Marktteilnehmern eingestellt hatte. Nebst einigen Empfehlungen von Goldman Sachs brachten die Konjunkturdaten den Aktienmärkten insgesamt neuen Aufschwung, der den US-Dollar wiederum belastete.

Händler sollten in den nächsten Handelstagen folgende Indizes nicht aus den Augen verlieren: US-Einzelhandelsumsätze, EIA Energie-Ausblick für Oktober sowie wöchentlicher US-Rohöllagerbestand, ausgegeben vom API. Diese Indikatoren könnten weitere Hinweise auf die nächsten USD-Kursbewegungen geben.

EUR - Produktion und Dienstleistungen treiben EUR in die Höhe

Am Montag erfuhr der EUR deutlichen Antrieb angesichts des neuen Wachstumskurses des Produktions- und Dienstleistungssektors in der Eurozone. Die entsprechenden Indizes waren stärker angestiegen als zunächst geschätzt. Dementsprechend notierte der EUR bei $1,4657, von zuvor noch $1,4576 am Freitag. Zum Yen schloss die Gemeinschaftswährung bei 130,79 Yen von zuvor 131,15 Yen. Das Britische Pfund rutschte seit Freitag um ca. 0,1% auf $1,5942 ab, während der EUR mit +0,7% bei 91,96 Pence gehandelt wurde.

Europas Produktions- und Dienstleistungssektor verzeichnete im September zum zweiten Monat in Folge ein Wachstum. Dabei stieg der entsprechende Einkaufsmanagerindex auf 51,1 Punkte. Zu seiner Vormessung im August wurde ein Ergebnis von 50,4 Punkten ausgegeben. Des Weiteren nahm die Zustimmung Irlands zum EU-Reformvertrag am Wochenende positiven Einfluss auf die Eurozonen-Währung. Noch vor einem Jahr hatte der Inselstaat den Vertrag von Lissabon abgelehnt.

Händler sollten sich heute auf den GBP konzentrieren. England gibt um 10:30 Uhr die Daten zur Industrieproduktion im August aus. Ergebnisse, die die Prognosen übertreffen, könnten dem Britischen Pfund längst überfällige Aufwärtstendenzen bescheren.

JPY - Äußerungen von Finanzminister Fujii belasten Yen

Der japanische Yen gab gestern nach, als Japans Finanzminister Hirohisa Fujii erklärte, dass seine Regierung bereit sei, in die Aufwertung der Landeswährung einzugreifen, sollte sich der hohe Außenwert des Yen negativ auf die japanische Wirtschaft auswirken. Der Yen wurde zu Handelsschuss bei 131,14 pro EUR gehandelt, nachdem die japanische Währung einen Kursabfall von 0,2% verzeichnete. Zum USD wiederum ergab sich ein Kursanstieg um 0,3% auf 89,53 pro USD.

Seit September hatte Fujii mit seinen Äußerungen für Verwirrung unter den Marktteilnehmern gesorgt. Zunächst sprach er sich gegen Interventionen zur Schwächung des Yen seitens der Regierung aus. Doch der Wertzuwachs der Währung in der letzten Woche bis auf ein neues 8-monatiges Rekordhoch gegenüber dem US-Dollar, begann die Gewinne der Anleger zu beschränken und somit gleichzeitig auch Japans Wirtschaftserholung zu verlangsamen. Da Japan stark vom Export abhängig ist, schadet die derzeit starke Währung dem Außenhandel.

Bei einer geringen Nachrichtenspanne aus Japan, den USA und der Eurozone heute, werden den Yen voraussichtlich die Aktienkurse bestimmen sowie die Risikobereitschaft der Investoren.

Rohöl - Rohöl bei über $70-Marke pro Barrel

Die Rohöl-Futures beendeten den Montagshandel über der $70-Marke pro Barrel, nachdem positive Zahlen aus dem US-Dienstleistungssektor die Hoffnung auf eine baldige konjunkturelle Erholung weltweit neu aufleben ließen. Darüber hinaus ergaben sich für Öl Aufwärtstendenzen aufgrund der jüngsten Kurserholung an den Aktienmärkten. Rohöl zur Lieferung im November stieg am Montag um 46 US-Cents auf $70,41 pro Barrel. Die Futures werden seit dem 1. August zwischen $65,05 und $75 pro Barrel gehandelt.

Weitere Unterstützung fand Rohöl im USD-Abwärtstrend gegenüber weiteren Hauptwährungen, der sich nach dem Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G7) am Wochenende einstellte. Das Treffen enttäuschte die Devisenhändler, da trotz des zur Schwäche neigenden US-Dollar keine besonderen Angaben im gemeinsamen Kommuniqué in Bezug auf die Währung aufgeführt wurden.

Neben dem USD-Kurs sollten Händler ihre Aufmerksamkeit auf Unternehmensergebnisse des dritten Jahresquartals richten, die beginnend in dieser Woche ausgegeben werden. Rohöl steht derzeit in starker Korrelation zu Aktienkursen.

Technische News

EUR/USD

Der Aufwärtstrend setzt sich in vollem Umfang fort. EUR/USD wird aktuell um 1,4700 gehandelt. Der Slow Stochastic der Stunden-Chart verdeutlicht, dass die Aufwärtstendenzen noch nicht beendet sind. Der nächste Richtpreis könnte bei 1,4765 liegen. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte bei diesem Kurspaar die richtige Entscheidung für heute sein.

GBP/USD

Dieses Paar befindet sich inmitten einer sich verengenden zinsbullischen Handelsspanne und schwankt aktuell in deren mittleren Bereich. Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI bewegt sich überwiegend im neutralen Bereich. Der Slow Stochastic der Tages-Chart zeigt jedoch ein starkes Aufwärtsmomentum an, während der RSI auch bestätigt, dass es tatsächlich aufwärts geht. Alle Indikatoren deuten auf weitere zinsbullische Tendenzen. Die bevorzugte Strategie für heute könnte lauten: bei Tiefständen kaufen.

USD/JPY

Auf der Tages-Chart bildet sich eine eindeutig rückläufige Handelsspanne heraus, in deren Mitte sich das Paar mittlerweile bewegt. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart verdeutlicht ebenfalls, dass der Abwärtstrend weiteres Potenzial in sich trägt. Hier bietet sich Forex-Anlegern möglicherweise eine gute Gelegenheit, bei einem äußerst gefragten Trend einzusteigen.

USD/CHF

Dieses Paar befindet sich inmitten eines äußerst deutlichen Abwärtstrends, der nach wie vor ein starkes Momentum ausweist und auf lange Sicht gesehen weiteres Potenzial in sich trägt. Auf der Tages-Chart ist ein ausgeprägtes rückläufiges Cross zu sehen. Auch die 4-Stunden-Chart unterstützt diesen Trend, deren Slow Stochastic auf eine Fortsetzung der Abwärtstendenz hinweist. Hier könnte es richtig sein, sich auf die Verkaufsseite zu schlagen.

Die Wild-Card

Rohöl

Dieser Rohstoff verzeichnete gestern einen heftigen Preissprung. Diese zinsbullische Tendenz wird voraussichtlich zunächst weiter anhalten. Jede Chart gibt momentan gemäßigt zinsbullische Tendenzen aus. Eventuell ergeben sich kurzfristige Kurskorrekturen. Dementsprechend könnten
Forex -Anleger ihre Gewinne maximieren, indem sie bei Niedrigständen kaufen, um sich den aktuell zinsbullischen Trend zu Nutze machen.

Aktuelle Zeit: 05/25 20:40 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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