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Tuesday, 16 Dec 2008

US-Dollar setzt freien Fall fort, während die Märkte auf eine US-Leitzinssenkung warten

Der Dollar verzeichnete zum siebten Tag in Folge Verluste gegenüber dem EUR. Diese Abwärtstendenzen werden zusätzlich von dem verzögerten Inkrafttreten des Rettungsplans für die angeschlagene US-Automobilindustrie, negativer Konjunkturerwartungen und einer geplanten US-Leitzinssenkung angetrieben. Die Augen der Marktteilnehmer sind heute allesamt auf die US-Notenbank gerichtet, die voraussichtlich eine Leitzinssenkung um 0,5% plant. Jede Abweichung der erwarteten Reduzierung könnte starke Kursschwankungen für den USD auslösen.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupupupdownupdown
Wochentendenzupupdowndownupup
Resistance1.38101.540091.301.16400.67800.9020
1.37801.537091.001.16100.67500.9000
1.37501.535090.801.15850.67200.8980
Support1.37001.529090.151.15300.66700.8930
1.36701.526089.901.15100.66500.8900
1.36401.523089.701.14800.66300.8880

Wirtschafts News

USD - Ungewissheit über Rettungspaket für die US-Automobilindustrie lässt Dollar fallen

Der Dollar reagierte mit Abwärtstendenzen auf die allgemeine Sorge um einen weiteren Konjunkturabschwung der US-Wirtschaft und das Ergebnis des heutigen Treffens des Offenmarktausschusses. Mittlerweile hat die US-amerikanische Währung ein 2-Monatstief gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen erreicht. Zum EUR wird der Dollar bei $1,3727 gehandelt und liegt somit bei seiner niedrigste Marke seit dem 14. Oktober. Zum JPY notiert der Dollar aktuell bei 90,50 Yen, nachdem erst am Freitag ein 13-Jahreshoch von 88,10 erzielt wurde. Auch gegenüber dem GBP setzt sich der Abwärtstrend des Dollar fort. Zuvor gab das US-Finanzministerium gestern bekannt, dass die internationale Nachfrage nach langfristigen US-Kapitalanlagen im Monat Oktober nachgelassen hatte. Ausländische Anleger hätten begonnen, sich umzuorientieren. Diese wären nicht länger an Investitionen in US-Dollar interessiert.

Angesichts der vorherrschenden Unsicherheit hinsichtlich der Durchsetzung des von der Regierung erstellten Rettungsplans für die US-Automobilindustrie, fiel der USD in seinem Wert. Mittlerweile stellen sich die Marktteilnehmer die Frage, in wie weit ein solches Rettungspaket überhaupt Einfluss auf die wirtschaftliche Situation nehmen wird. Nachdem der US-Senat am vergangenen Donnerstag die geplante Finanzspritze zur Abwendung einer Zahlungsunfähigkeit der drei größten US-Automobilhersteller ablehnte, erklärte die US-Regierung, dass sie in Erwägung ziehe, Mittel aus dem 700-Milliarden-Dollar-Fonds für die Finanzbranche beziehen zu wollen, um einen Zusammenbruch der Automobilbranche zu verhindern. Darauf reagierten die Märkte mit einer weiteren Schwächung des USD, da Anleger befürchten, dass der Konkurs einer der großen US-Automobilhersteller eine lang anhaltende Rezession mit sich bringen würde, die auch andere Unternehmen mit in die Tiefe ziehen könnte.

In der Zwischenzeit warten die Marktteilnehmer gespannt auf die Ergebnisse des heutigen Treffens des Offenmarktausschusses, bei dem die Höhe der Leitzinssenkung beschlossen wird. Erwartet wird eine Reduzierung des Fed-Funds-Zielsatzes um 50 oder mehr Basispunkte von zuvor 1%. Während sich der Leitzins deutlich auf Null zubewegt, müsste die US-Notenbank zukünftig weitere Schritte markieren, einen liquiden Markt zu sichern, um der US-Wirtschaft endlich aus der Rezession zu helfen. Dennoch ist es eher unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank derzeit mit ihren Maßnahmen eine Trendwende der aktuellen US-Wirtschaft erreichen könnte. Demnach sollte von einer plötzlichen Erholung des Dollar nicht ausgegangen werden.

EUR - EUR profitiert von schwachem Dollar

Die europäische Währung erreicht mittlerweile ein neues 2-Monatshoch, während Anleger, angesichts der vorherrschenden Ungewissheit in Bezug auf die US-Automobilbranche, dem US-Dollar vermehrt den Rücken zukehren. In Erwartung auf das Ergebnis des heutigen Treffens des Offenmarktausschusses klettert der EUR bis über $1,37. Die Marktteilnehmer erwarten eine Leitzinssenkung um wenigstens 50 Basispunkten (zuvor 1%) durch die US-Notenbank. Diese Maßnahme könnte die Attraktivität des USD für Anleger weiter mindern.

Der EUR erholte sich darüber hinaus nach dem veröffentlichten Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag, nach dem sich die finanzielle Stabilität seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober verbessert hätte. Dennoch seien die Aussichten für die Finanzstabilität im Euroraum nach Aussage der (EZB) weiter unsicher. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos sagte, die EZB erwäge Änderungen an ihrem operativen Regelwerk bzw. der Struktur des Geldmarktes. Auch wenn die allgemeine Situation seit Beginn der Krise mit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers positiver sei, sehe die EZB das Risiko, dass der konjunkturelle Abschwung stärker und länger ausfallen könnte als bisher angenommen.
Obwohl der EUR gegenüber dem USD in den letzten Tagen deutlich Boden gutmachen konnte, musste die europäische Währung Verluste gegenüber dem Britischen Pfund verzeichnen, der mittlerweile 89,50 Pence erreicht. In der vergangenen Woche, fiel Großbritanniens Währung erst um 3,2% zum EUR. Der GBP kletterte bis auf $1,5336 zum Dollar. Vor drei Tagen notierte der Pfund Sterling noch bei $1,4944. Am 4. Dezember hatte die Bank of England ihren Leitzins deutlich von 5,5% seit Jahresbeginn auf 2% gesenkt, um die negativen Auswirkungen der globalen Finanzkrise einzuschränken. Am selben Tag hatte auch die Europäische Zentralbank ihre Zinsrate auf 2,5% reduziert. Einige Experten sind jedoch der Ansicht, dass der Aufwärtstrend des EUR und GBP gegenüber der US-amerikanischen Währung leicht überzogen sei. Die Märkte sollten demnach mit einer möglichen Korrigierung in den nächsten Tagen rechnen.

JPY - JPY legt angesichts schwacher US-Wirtschaftsdaten zu

Der Yen erreichte mittlerweile ein 13-Jahreshoch bei 90,50 gegenüber dem Dollar und verzeichnet ebenfalls Gewinne gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die globale Finanzkrise Anleger dazu veranlassen wird, ihre Carry Trades aufzulösen. Japans Referenzzinssatz gilt als der niedrigste unter den Industrieländern. Wirtschaftswissenschaftler sagen voraus, dass der JPY seine Gewinne forcieren könnte, sollten japanische Investoren einen Teil ihrer massiven Investitionen in Übersee zurückführen und die inländischen Exporteure das Handtuch werfen.
Nach wie vor steigt die Sorge unter den Investoren, dass der schnelle Anstieg des Yen, Japans Regierung dazu veranlassen könnte, zum ersten Mal in fünf Jahren in den Währungsmarkt einzugreifen, um den Kursgewinn des JPY gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen zu bremsen. Eingeschritten war Japan zuletzt, nachdem eine Rekordmenge von 20,4 Billionen Yen ($224 Milliarden) im Jahre 2003 und 14,8 Billionen Yen im ersten Quartal 2004 verkauft und der Yen bei einem Hoch von 103,42 zum Dollar gehandelt wurde. Trotz der Möglichkeit einer Intervention durch die japanische Regierung sind sich ein Teil der Experten einig, dass eine einseitige Maßnahme nicht ausreichen würde, den starken Aufwärtstrend des Yen gegenüber dem Dollar zu stoppen. Aktuell richten sich die Augen der Marktteilnehmer allerdings auf die Lage der US-Wirtschaft und deren Währungspolitik. Es ist nicht auszuschließen, dass der JPY in Kürze die 85-Marke pro Dollar erreichen könnte.

Rohöl - Ölpreis fällt im Vorfeld zur erwarteten OPEC-Produktionsdrosselung unter $45

Gestern fiel der Ölpreis um nahezu 4% auf $44,51 pro Barrel, während die sich verstärkenden Konjunktursorgen den Erwartungen einer Einigung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) auf eine Einschränkung ihrer Fördermengen entgegnen. Das Treffen wird in der nächsten Woche in Algerien abgehalten. Die OPEC-Minister, die bereits am vergangenen Mittwoch zusammentrafen, fordern eine deutliche Drosselung, um gegen die steigenden Rohöllagerbestände und den gleichzeitig nachlassenden Bedarf anzukämpfen. Durch die aktuelle Finanzkrise ist der Nachfragezuwachs an Energie drastisch zurückgegangen. Der Ölpreis stürzte seit dem Rekordhoch von $147 im Monat Juli um über $100 pro Barrel. Am 5. Dezember erreichte der Ölpreis ein 4-Jahrestief bei $40,50 pro Barrel, nachdem der Bedarf angesichts der sich verschlechternden Konjunkturlage in Industrienationen wie den USA in den Keller gerutscht war. Die Preise befinden sich weiterhin auf dem absteigenden Ast, da der Konsum in den drei größten erdölverbrauchenden Nationen USA, China und Japan stark nachgelassen hat. Ungefähr 86 Millionen Barrel Erdöl werden täglich weltweit verbraucht.
Nachdem die OPEC eine Drosselung ihre Fördermengen bereits um 2 Millionen Barrel täglich, ca. 7,3% ihrer Produktion, bei zwei vorausgegangenen Treffen beschlossen hatte, erwarten die Marktteilnehmer nun eine weitere Produktionseinschränkung um 5%. Angesichts der sich verschlechternden Lage erhofft sich das Kartell Hilfe bei der Stabilisierung der Preise von Nicht-Mitgliedsländern. Russland, größter Nicht-OPEC-Exporteur, will seinen Energieminister und den Vizepremierminister zum Treffen nach Oran schicken, um eine Einschränkung der russischen Produktionsmenge von 300.000 Barrel pro Tag in Aussicht zu stellen. Hauptziel des anberaumten OPEC-Meetings ist die Stabilisierung der Ölpreise, die zu Monatsanfang bereits in Richtung der $40-Marke gerutscht waren. Trotz der erwarteten Angebotsbeschränkung sagen einige Analysten den Ölpreis bei $30 pro Barrel für das erste Quartal des kommenden Jahres voraus.

Technische News

EUR/USD

Dieses Paar testet derzeit das äußerst wichtige Widerstandslevel von 1,5300. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt jedoch gemischte Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen eine eindeutige Tendenz nicht erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie heute auf deutlichere Signale auf der Stunden-Chart.

GBP/USD

Dieses Paar testet derzeit das äußerst wichtige Widerstandslevel von 1,5300. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt jedoch gemischte Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen eine eindeutige Tendenz nicht erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie heute auf deutlichere Signale auf der Stunden-Chart.

USD/JPY

Die 4-Stunden-Chart gibt gemischte Signale für USD/JPY aus. Ihr Slow Stochastic schwankt dabei im neutralen Bereich. Jedoch bewegt sich der RSI der Tages-Chart bereits auf "überkauftem" Territorium, was bedeuten könnte, dass eine zinsbullische Korrigierung unmittelbar bevorsteht. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

USD/CHF

Der deutliche Durchbruch der unteren Grenze der Bollinger Bands auf der Tages-Chart am gestrigen Handelstag deutet darauf hin, dass sich eine zinsbullische Korrigierung bald einstellen könnte. Darüber hinaus bewegt sich das Kurspaar bereits im "überkauften" Bereich des RSI auf der 4-Stunden-Chart. Sobald der Umschwung stattgefunden hat, könnte es ratsam sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

Die Wild-Card

Gold

Der Goldpreis ist innerhalb der letzten Woche wieder deutlich angestiegen und erreicht nun $835,80 pro Feinunze. Der RSI der 4-Stunden-Chart bewegt sich jedoch im "überkauften" Bereich, was bedeuten könnte, dass der jüngste Aufwärtstrend nachlässt und sich eine Abwärtskorrigierung einstellt. Hier könnte sich . Forex -Anlegern eine großartige Gelegenheit bieten, bei diesem Trend zu einem äußerst frühen Zeitpunkt einzusteigen

Aktuelle Zeit: 05/25 20:50 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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