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Tuesday, 24 May 2011

US Dollar ist Haupt-Nutznießer des Euro Rückgangs

Der Euro hat gestern zwar seine kräftigen Verluste zum US Dollar ausgeglichen, doch wenn man von den jüngsten Kursbewegungen ausgeht, hat sich das Momentum gegen die 17-Nationen-Währung gerichtet.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndownupupdowndown
Wochentendenzupupdowndownupno
Resistance1.44051.643783.220.90001.08990.8832
1.42291.629282.500.89061.07220.8767
1.41381.620582.250.88711.06130.8739
Support1.39621.606081.520.87771.04360.8674
1.38771.600081.060.87191.03680.8636
1.37011.585480.330.86251.01910.8570

Wirtschafts News

USD - Dollar mit Kursgewinnen gegenüber Kursverlusten beim Euro

Die gestrigen Kursgewinne des Dollar waren weniger auf die Stärke des Dollar zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Anti-Euro-Stimmung und „Risiko-freien“ Handel. Was den Reiz des Dollar ebenfalls erhöhte war der schwächer als erwartete chinesische Einkaufsmanagerindex. Nach der Bekanntgabe dieses Berichts rutschten die asiatischen Aktien rasch in die roten Zahlen, wie auch der australische und neuseeländische Dollar.

Das „Risiko-freie“ Handelsumfeld geht auf die mehrfachen Kredit-Rating-Herabsetzungen der vergangenen Woche zurück. Am Freitag wurde Griechenlands Kredit-Rating um mehrere Punkte herabgesetzt. Am Sonnabend sackte dann Italien von stabil auf negativ, und gestern wurde Belgien ebenfalls von stabil auf negativ herabgesetzt.

Die USD Grundlagen haben sich im vergangenen Monat so gut wie überhaupt nicht verändert, da die USA nach wie vor an ihrer äußerst lockeren Geldmarktpolitik festhalten und nicht erwartet wird, dass sie ihren Leitzinssatz vor irgendwann im Jahr 2012 erhöhen werden. Angesichts der Anti-Euro-Stimmung und der schwachen chinesischen Wirtschaftsdaten war der Dollar der natürliche Nutznießer dieses Handelsumfelds und könnte noch weiteren Aufschwung verzeichnen, falls es zu weiteren Herabsetzungen von Kredit-Ratings in Europa kommt.

Im Rahmen eines allgemeinen Euro-Verkaufs verzeichnete der Dollar Kursgewinne, und die EUR/USD-Paarung fiel bis auf 1,3969, einem Wert der mit dem 100-Tage-Bewegungsdurchschnitt übereinstimmt. Die Paarung ist seitdem zwar wieder bis auf 1,4080 gestiegen, doch bleibt die Tendenz nach wie vor abwärts gerichtet. Die nächsten wichtigen Werte sind 1,3910 und 1,3860. Der erste ist der 50% Rückführungswert der Januar-Mai-Bewegung. Der zweite ist der vorherige Unterstützungswert von Mitte März.

EUR - Ist auch Spanien mit der Schuldenseuche infiziert?

Eine Reihe von Ereignissen hat zum Rückgang des Euro beigetragen, angefangen bei den geringer als erwarteten Leitzinsanhebungen bis zum Wiederaufleben der europäischen Schuldenkrise. Zu Beginn des Monats verzeichnete der Euro einen kräftigen Einbruch, nachdem er zuvor nach der Anhebung des europäischen Leitzinssatzes auf den höchsten Stand seit 16 Monaten angestiegen war. Der jüngste Kursrückgang ist das Ergebnis geopolitischer Ereignisse, eines erneuten Aufflackerns der griechischen Schuldenkrise und einer möglichen Infizierung Spaniens mit der Schuldenseuche.

Es wird weiterhin heftigst darüber diskutiert wie die griechische Schuldenkrise gemeistert werden kann, allerdings bislang ohne Ergebnis. Angeblich reichen Griechenlands Geldmittel nur noch bis Mitte Juli, wonach das Land dann Zahlungsunfähigkeit erklären muss. Das zeigt die zwingende Dringlichkeit, dass Griechenland die zuvor ausgehandelten Geldmittel der EU und des IWF erhält. Eine Alternative wäre eine Umstrukturierung bzw. eine Verlängerung der griechischen Schulden-Laufzeiten. Dagegen hat sich die EZB allerdings heftigst ausgesprochen, da die EZB rund 50 Mrd. Euro an griechischen Schuldverschreibungen hält.

Der Fokus des Marktes hat sich jetzt allerdings nach Spanien verlagert. Nach der Wahlschlappe der amtierenden Sozialistischen Partei bei den Kommunalwahlen am Wochenende verzeichnete der Euro einen heftigen Kursrückgang zu den anderen Haupt-Währungen. Die Machtübergabe auf Kommunalebene könnte dazu führen, dass die spanische Regierung sich zu bislang unbekannten finanziellen Verpflichtungen von Kommunen äußern muss, was die spanische Kreditwürdigkeit auf den Prüfstand stellt und die Gefahr einer möglichen Herabsetzung des Kredit-Ratings birgt.

Bislang war es gelungen Spanien aus den Spekulationen um die Schuldenlage herauszuhalten, während Investoren sich auf die Schulden Griechenlands, Irlands und Portugals konzentrierten. Gestern allerdings setzte Fitch das Kredit-Rating für Belgien von stabil auf negativ herab. Das ist das erste Mal, dass eine Nicht-periphäre-Nation auf den Prüfstand einer Rating-Agentur gerät. Das Timing des Berichts deckte sich mit dem Kurstief des Tages. Sollte die spanische Kreditwürdigkeit angeglichen werden, dürfte der Euro unter zusätzlichen Verkaufsdruck geraten.

JPY - Yen weiterhin rückläufig

Trotz des „Risiko-freien“ Handelsumfelds gelang es dem Yen nicht nennenswerte Kursgewinne vor dem Hintergrund von Safe-Hafen-Zuflüssen zu machen. Normalerweise gerät der Yen unter kräftigen Kaufdruck, wenn Spannungen an den Devisenmärkten zunehmen und es aufgrund der europäischen Schuldenkrise zu Einbrüchen an den Aktienmärkten kommt. Gestern allerdings konnte der Yen an den meisten seiner Kursgewinne nicht festhalten. Das verdeutlicht den sich verlagernden Trend beim Yen, während sich die Marktkräfte mehr und mehr auf die japanischen Grundlagen fokussieren.

Die USD/JPY-Paarung sank auf ein Tief von 81,32, nachdem sie nahe dem Wert von 82 eröffnet hatte und dann den Handel leicht im Minus bei 81,79 schloss.

Die Unfähigkeit des Yen an seinen Safe-Hafen-Gewinnen festzuhalten verdeutlicht die Verlagerung des Trends der Stärke des Yen nach den abnehmenden wirtschaftlichen Grundlagen. Gestern veröffentlichte die BoJ eine negative wirtschaftliche Einschätzung. Der Bericht für den Monat Mai zeigt auf, dass die Industrieproduktion eingebrochen war und dass die heimische private Nachfrage, nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März, weiterhin rückläufig ist. Die japanische Wirtschaft schrumpfte im 1. Quartal, aufs Jahr gerechnet, um 3,7%.

Während Händler sich weiter auf die Grundlagen der japanischen Wirtschaft konzentrieren und Safe-Hafen-Zuflüssen weniger Bedeutung beimessen könnte der Yen weiter von seinen Hochs von Anfang Mai abfallen. Weitere Zielsetzung für die USD/JPY-Paarung könnte der Rückführungswert der April-Mai-Bewegung von 82,50 sein, gefolgt von 83,25.

Rohöl - Chinesische Wirtschaftsdaten lassen Rohölpreis sinken

Nach der Bekanntgabe des schwächer als erwarteten chinesischen Einkaufsmanagerindexes und einem Wiederaufleben der europäischen Schuldenkrise verzeichnete der Rohölpreis einen Abschwung. Beide Ereignisse hatten die gleiche Wirkung des Abschaltens des „Risiko-freien“ Modus, während höhere Erträge erzielende Anlagen wie Aktien und der australische Dollar rückläufig handelten. Der Rohölpreis sank bis auf $ 96,35 pro Barrel und schloss den Handel letztlich bei $ 98,22.

Der chinesische HSBC Einkaufsmanagerindex fiel im Mai auf ein 10-Monats-Tief von 51,1, gegenüber 51,8 im April. Die schwächer als erwarteten Daten, in Verbindung mit den Spannungen in Europa, trugen dazu bei den Rohölpreis unter die psychologisch wichtige Grenze von $ 100 zu drücken.

Der Rohölpreis ist zwar von seinem Mai-Hoch nahe $ 115 pro Barrel zurückgefallen, hat sich aber in dem Bereich zwischen $ 95 und $ 104,50 konsolidiert. Sollte der Preis allerdings unter $ 95 sinken, könnte er bis auf $ 93 oder gar $ 83 zurückgehen. Andererseits könnte er sich auch am Wert von $ 110 versuchen, gefolgt vom Mai-Hoch.

Technische News

EUR/USD

Beim Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart sinkt das Momentum weiterhin kräftig ab. Erste Unterstützung findet sich beim 100-Tage-Bewegungsdurchschnitt, und die nächsten Hauptwerte die ins Spiel kommen liegen zwischen 1,3910 und 1,3860. Der erste ist der 50% Rückführungswert der Januar-Mai-Bewegung. Der zweite ist der vorherige Unterstützungswert von Mitte März. Ein Durchbruch hier könnte den Wert von 1,3675 zum Ziel haben, bei dem der 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt mit dem 61,8% Rückführungswert übereinstimmen. Widerstand findet sich beim Montags-Hoch von 1,4150 gefolgt vom 50-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 1,4340.

GBP/USD

Diese Paarung sinkt weiter von seinem April-Hoch ab. Der Slow Stochastic auf dem Monats-Chart weist abwärts, was auf weitere Rückläufigkeit bei dieser Paarung schließen lässt. Gestern bewegte sich der Kurs der Paarung unter den 100-Tage-Bewegungsdurchschnitt und könnte den 200-Tage-Bewegungsdurchschnitt bei 1,5935 zu Ziel haben, der mit dem März-Tief übereinstimmt. Erster Widerstand findet sich bei 1,6300 gefolgt von 1,6515.

USD/JPY

Der Yen zeigt sich weiter rückläufig nachdem er bereits Anfang Mai ein Tief zu verzeichnen hatte. Der Slow Stochastic auf dem Wochen-Chart weist aufwärts, was auf einen Anstieg bei dieser Paarung schließen lässt. Ein Anstieg könnte den Rückführungswert der April-Mai-Bewegung von 82,50 zum Ziel haben, gefolgt von 83,25. Unterstützung findet sich bei 81,30 und dem Mai-Tief von 79,50.

USD/CHF

Das gestrige Hoch von 0,8890 stimmt mit der fallenden Trendlinie vom Februar-Hoch überein. Händler sollten jedoch noch vorsichtig sein, da beide, Momentum und Slow Stochastic auf dem Tages-Chart auf weitere potentielle Kursgewinne hindeuten. Die Paarung könnte Widerstand nahe dem 50-Tage-Bewegungsdurchschnitt von 0,8930 finden. Das letzte Mal, dass die USD/CHF-Paarung nahe diesem Wert handelte, war zu Beginn des Jahres. Unterstützung findet sich bei 0.8745.

Die Wild-Card

Rohöl

Der Rohölpreis ist zwar von seinem Mai-Hoch nahe $ 115 pro Barrel zurückgefallen, hat sich aber in dem Bereich zwischen $ 95 und $ 104,50 konsolidiert. Forex-Händler sollten abwarten bis der Preis unter $ 95 sinkt, denn dann könnte er bis auf $ 93 oder gar $ 83 zurückgehen. Andererseits könnte er sich auch am Wert von $ 110 versuchen, gefolgt vom Mai-Hoch. forex

Aktuelle Zeit: 05/25 23:24 GMT
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05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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