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Monday, 16 Aug 2010

Verzögerte globale Konjunkturerholung stützt US-Dollar

In der vergangenen Woche konnte der US-Dollar Verluste gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen korrigieren. Händler verwiesen auf die verzögerte globale Konjunkturerholung, die der US-Währung als sicherer Währungshafen Auftrieb bringt, als Beweggrund für die jüngsten Entwicklungen am Devisenmarkt. Die allgemeine Verunsicherung der Anleger dämpft die Risikobereitschaft, Investoren konzentrieren sich auf Safe-Havens wie den USD. Der Ölpreis setzte seine Talfahrt ebenfalls fort. Bei der Vielzahl der in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten, könnte sich der gegenwärtige Trend zunächst fortsetzen, denn am Markt gilt: Warten auf den globalwirtschaftlichen Aufschwung.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzupupupdownupup
Wochentendenznononodownupno
Resistance1.28801.568086.851.06100.90100.8300
1.28451.564586.501.05750.89750.8270
1.28151.561086.201.05400.89400.8240
Support1.27451.554085.501.04700.88700.8170
1.27101.551085.201.04400.88400.8140
1.26801.547584.851.04050.88050.8110

Wirtschafts News

USD - Entmutigende Konjunkturdaten lassen US-Dollar klettern

In der letzten Handelswoche haben sich für den US-Dollar überwiegend Aufwärtstendenzen gegenüber den Hauptwährungen ergeben. Gegen den EUR wertete der USD um nahezu 500 Punkte, gegen das Pfund Sterling um fast 400 Punkte auf.

Im Wochenverlauf wurde eine Vielzahl an Konjunkturdaten veröffentlicht, die negative Signale setzten. Beispielsweise wurde für Juni ein US-amerikanisches Handelsdefizit in Höhe von $49,9 Mrd. ausgegeben. Die Gegenüberstellung von Export und Import von Waren und Dienstleistungen in den USA enttäuschte somit, denn die Prognosen beliefen sich auf einen dem Vormonat gegenüber verhältnismäßig stabilen Wert von $42,5 Mrd. Darüber hinaus verschlechtert sich die Lage am US-Arbeitsmarkt zunehmend. In der Vorwoche wurden in den USA 484.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Die Prognosen beliefen sich hier auf lediglich 465.000 Antragssteller. Der Indikator entspricht somit dem entmutigenden Ergebnis zum US-Arbeitsmarktbericht NFP der vorausgegangenen Woche. Risikoaversion unter den Investoren verbreitete sich in der Folge. Händler diversifizieren ihre Portfolios für sichere Anlagen und begeben sich auf die Suche nach Safe-Havens wie den USD, der gegenwärtig als „sichere“ Anlage gilt. Solange Konjunkturdaten aus den USA die Anleger verunsichern, wird der Greenback voraussichtlich Stärke zeigen, so Händler.

In dieser Woche stehen wieder wichtige Indizes auf der US-Agenda, die USD-Händler gut im Auge behalten sollten: TIC-Langzeit-Anschaffungen, US-Baubeginne/-genehmigungen und Erzeugerpreise, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Philadelphia-Fed-Index. Die vorgenannten Indikatoren nehmen in der Regel großen Einfluss auf die Märkte, insbesondere auf den Dollar-Handel.

EUR - Globale Konjunkturerholung verlangsamt: Euro gibt Gewinne ab

In der letzten Handelswoche verzeichnete der Euro überwiegend Kursverluste gegen die Hauptwährungen. Dabei rutschte die Einheitswährung um über 500 Punkte zum US-Dollar ab und drückte das Währungspaar EUR/USD bis auf die Marke von 1,2790. Um nahezu 450 Punkte wertete der EUR darüber hinaus gegen Japans Yen und um 150 Punkte gegen das Pfund Sterling ab.

Der Kurssturz der vergangenen Woche ließ sich auf zwei Hauptursachen zurückführen. Während globale Konjunktursorgen das marktbeherrschende Thema bleiben, dient der US-Dollar den Finanzmärkten unvermindert als Fluchtwährung. Besonders entmutigend in der letzten Woche war das deutlich gestiegen US-Handelsdefizit sowie die sich kontinuierlich verschlechternde Lage am US-amerikanischen Arbeitsmarkt. Selbst bisher solide Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum kommen nicht gegen die gegenwärtige Stimmung an. Auch wenn Risikowährungen die besseren Renditen versprechen, trauen sich Anleger an diese derzeit nicht heran.
Als weitere Ursache für die jüngsten Entwicklungen am Markt führen Händler mittlerweile enttäuschende Konjunkturdaten aus dem Euroraum an. In der letzten Handelswoche ist die Industrieproduktion (Juni) in der Eurozone im Vormonatsvergleich um 0,1% gesunken, während Analysten einen Anstieg von 0,7% erwartet hatten. Des Weiteren drückte die wenig erfolgreiche Emission italienischer Staatsanleihen am Freitag die Stimmung in Europa. Abzuwarten bleibt, ob die Auktion irischer Anleihen heute für weitere Anspannung am Markt sorgt. Eventuell kann ein positives Ergebnis bei den Verbraucherpreisen (Juli) in der Eurozone den wackeligen Euro etwas stützen.

Als weiterer Indikatoren von Bedeutung in dieser Woche gelten Deutschlands ZEW-Konjunkturerwartungen. Seine Einschätzungen stützt das ZEW auf eine Umfrage unter rund 350 Analysten und institutionellen Anlegern, die die konjunkturellen Aussichten für die nächsten sechs Monate in Deutschland einschätzen. Der ZEW-Index, als Messwert für die Stimmung der Finanzanalysten, nimmt oft direkten Einfluss auf die kurzfristigen EUR-Tendenzen.

JPY - Erhöhte Risikoaversion lässt Yen gegen Pfund Sterling und Euro aufwerten

In der letzten Handelswoche verbuchte der japanische Yen deutliche Kursgewinne gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen. Dabei wertete die Inselstaatwährung zum EUR um nahezu 450 Punkte und gegen das Pfund Sterling um fast 350 Punkte auf. Zum US-Dollar wiederum konnten Kursschwankungen beobachtet werden, ohne klare Ausrichtung.

Nach wie vor kann Japans Yen von der steigenden Risikoaversion am Markt profitieren. Seine Funktion als sicherer Hafen scheint auch von schwachen Konjunkturdaten nicht beeinflusst: Stark enttäuschten in der letzten Woche die BIP-Daten für das 2. Quartal mit einem Plus von +0,1% anstellte der erwarteten 0,6% im Vorquartalsvergleich. Ferner sind die Auftragseingänge zum Maschinenbau im Juni gegenüber Mai lediglich um 1,6% gestiegen, während sich die Prognosen der Experten auf einen Anstieg von 5,6% beliefen.
Entsprechend ist das Thema Interventionen nicht vom Tisch. Wird die Japanische Notenbank einschreiten, um eine weitere Konjunkturabschwächung zu begrenzen?

Händler sollten daran denken, dass der Bereich unterhalb der Marke von 85,00 für USD/JPY weiterhin kritisch bleibt.

Rohöl - Rohöl fällt zurück auf $75,05 pro Barrel

Die Ölpreise haben am Freitag einen Teil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder abgegeben. Ein Barrel der US-Sorte WTI zur Auslieferung im September rutschte im Mittagshandel zwischenzeitlich bis auf $75,05 ab. Noch eine Woche zuvor wurde Rohöl um die Marke von $80 pro Barrel gehandelt.

Als Ursache für die drastische Preisentwicklung führten Händler Kursverluste an den Aktienmärkten sowie den derzeit schwächelnden EUR-Kurs an. Am Montag sind die Ölpreise wieder leicht gestiegen. Ein Barrel der US-Referenzsorte WTI zur Auslieferung im September kostete im asiatischen Handel heute Morgen $75,74 und damit $0,35 mehr als zu Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um $0,37 auf $75,48. Dennoch sei der Anstieg von enttäuschenden Konjunkturdaten aus Japan gebremst, erklärten Marktbeobachter. Japans Wirtschaftswachstum schwächte sich im 2. Quartal unerwartet deutlich ab.

Händler sollten in der anstehenden Woche Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone aufmerksam verfolgen, die in der Regel großen Einfluss auf den Ölkurs nehmen. Am Mittwoch wird der wöchentliche Bericht zu den US-Rohöllagerbeständen veröffentlicht, der sich oft unmittelbar auf den Rohölhandel auswirkt. Händler sollten hier aufmerksam bleiben.

Technische News

EUR/USD

Nach den heftigen Kursverlusten der vergangenen Woche, hat sich EUR/USD mittlerweile etwas stabilisiert. Der Slow Stochastic der Tages-Chart scheint in Kürze aufwärts zu kreuzen und deutet somit auf eine bevorstehende Aufwärtsbewegung. Diese Tendenz bestätigt der RSI auf der 8-Stunden-Chart. Händler könnten bei diesem Währungspaar auf steigende Kurse setzen.

GBP/USD

Trotz leichter Kursschwankungen im Overnight-Geschäft, wird GBP/USD auf nahezu gleichem Niveau wie zum Wochenstart gehandelt. Der Slow Stochastic der Tages-Chart signalisiert künftige Aufwärtsbewegungen für das Paar. Hier könnte es von Vorteil sein, noch heute Long-Positionen zu eröffnen.

USD/JPY

Nach einem heftigen Kurssturz im Overnight-Geschäft, scheint sich USD/JPY mittlerweile zu konsolidieren. Ein Großteil der technischen Indikatoren bewegt sich überwiegend im neutralen Bereich. Eine klare Ausrichtung ist nicht zu erkennen. Anleger sollten weitere Kursbewegungen und damit eindeutigere Signale zunächst abwarten, die sich im Laufe des Nachmittages ergeben können.

USD/CHF

Auch für USD/CHF sind eindeutige Tendenzen nicht auszumachen. Die meisten technischen Indikatoren verbleiben aktuell neutral. Da im weiteren Handelsverlauf von einer erhöhten Marktvolatilität auszugehen ist, sollten Händler die Bollinger Bands und den Relative Strength Index auf den 4- und 8-Stunden-Charts nicht aus den Augen verlieren.

Die Wild-Card

S&P500

Dieser CFD hat in der vergangenen Woche deutlich an Wert verloren. Entsprechend zeigen der Slow Stochastic der Tages-Chart sowie der Relative Strength Index der 8-Stunden-Chart den S&P500 im überverkauften Bereich an. Möglicherweise ergeben sich hier noch heute Aufwärtskorrekturen. CFD- Forex -Händler könnten somit auf steigende Kurse setzen, um von einer potenziell lukrativen Preisveränderung zu profitieren.

Aktuelle Zeit: 05/26 00:21 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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