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Friday, 11 Jul 2008

Wird der US-Dollar allen Marktweisheiten zum Trotz zinsbullisch werden?

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndownupupnodown
Wochentendenzupdownupupdownup
Resistance1.58601.9860108.201.03900.97000.8070
1.58301.9830107.901.03600.96700.8040
1.58001.9800107.601.03300.96400.8010
Support1.57401.9730106.801.02600.95700.7955
1.57101.9700106.501.02300.95400.7915
1.56801.9670106.201.02000.95100.7825

Wirtschafts News

USD -

Gestern erfuhr der Dollar gemischte Ergebnisse gegenüber einer Reihe seiner Währungsgegner. Trotz eines beachtlichen Rückgangs der Arbeitslosenerstanträge, die im Gegensatz zu den 404.000 Anträgen der Vorwoche bis auf 346.000 in der Woche bis zum 5. Juli fielen. Am Donnerstag erreichte der US-Dollar gegenüber dem EUR ein Wochentief. Am Morgen war an der New Yorker Börse auch zu erkennen, dass der Dollar gegenüber dem Yen ebenfalls abrutsche.


Zu Beginn des gestrigen Handelstages verhalfen die positiven Ergebnisse der Arbeitslosenzahlen dem Dollar zu einem Zugewinn. Gegen den EUR verlor der Dollar jedoch und fiel von 1.5710 auf 1.5699. Gegenüber dem Yen stieg der Dollar von zuvor 107.25 auf 107.41. Allerdings waren diese Zugewinne hinfällig, als Sorgen um die wiederauflebende Hypothekenkrise aktuell wurden, nachdem bekannt wurde, dass die beiden größten Hypothekenbanken und Immobilienfinanzierer der USA Fannie Mae und Freddie Mac vor einem möglichen Aus stünden. Des weiteren hielt US-Notenbankchef Bernanke eine Rede vor dem US-amerikanischen Kongress und bat um die Erwägung von verstärkter regulativer Befugnis über die Märkte. In seiner Erklärung forderte Bernanke dazu auf, ein Gesetz zu verabschieden, das die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörden erweitert, US-Investmentbanken zu beaufsichtigen, um die Finanzmärkte zu verfolgen und zu kontrollieren. Ferner führt Bernanke zum zweiten Mal in dieser Woche an, dass eine solche Maßnahme von Nöten sei. Seine beharrliche Haltung könnte als dringlicher Bedarf nach einer Veränderung gedeutet werden.


Am heutigen Tag richten alle ihr Augenmerk auf die Handelsbilanz, die gegen 12:30 GMT veröffentlicht wird. Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren ein Defizit von 62,5 Mrd. bei einem Rückgang von 1,6 Mrd. im Vergleich zu den 60,9 Mrd. des vorangegangenen Monats Juni. Außerdem wird heute die Herausgabe des Importpreis-Index erwartet, der Inflationsveränderungen importierter Güter misst und voraussichtlich bei 2,0% liegen wird. Eine weitere wichtige Veröffentlichung ist der Index des Preliminary Michigan Sentiment im Laufe der letzten zwei Monate abfiel und sich erwartungsgemäß auch in diesem Monat nach unten bewegen wird - möglicherweise bis auf 55.5. Händler sollten sich die heutigen Meldungen zu Nutze machen. Allem Anschein nach wird der US-Dollar seine nächsten Trends über seinen Marktwert, basierend auf der Handelsbilanz, beziehen.

EUR -

Gestern erlebte der EUR einen Aufwärtstrend gegenüber den meisten seiner Währungsgegner. Er stieg um 0,2% auf 1.5778 und erreichte einen Wochenhöhepunkt bei 1.5800 gegen den US-Dollar. Die 15-Nationen-Währung stieg auch gegen den Yen auf: von 168.29 auf 169.16 am frühen Morgen. Zu den gestrigen Veröffentlichten gehören die italienischen Industrieproduktionen, die um 1,4% im Vergleich zum Monat Mai fielen. Auch die Zahlen der Industrieproduktionen Frankreichs fielen enttäuschen mit -2,6% aus, nachdem der Wert noch im April bei positiven 1,5% lag.
Des weiteren sagte die EZB gestern, dass der derzeitige Leitzins von 4,25% dabei helfen wird, eine bei 4% bestehende Inflationsrate zu senken. Erwartet wird eine Verminderung von bis zu 2%, bevor sich eine Beruhigung in 2009 einstellen wird. Damit wird es der Zentralbank möglich sein, eine mittelfristige Preisstabilität zu garantieren. Zum Ende des Berichts hielt EZB-Präsident Trichet eine zinsbullisch getönte Rede und betonte, dass es keinen Platz für Selbstgefälligkeit gäbe und dass die EZB resolut vorgehen werde, die Inflation, innerhalb des geplanten Zeitrahmens, zurückzubringen.


Für heute ist die einzige für die Eurozone anstehende Veröffentlichung der Deutsche Großhandelspreisindex, der die Inflationsrate auf den Großhandel bezogen misst und erwartungsgemäß auf 1,0% im Verglich zu den 1,4% im Mai verringern wird. Dies wird höchstwahrscheinlich unabhängig von den ansteigenden Rohöl und Benzinpreisen erfolgen. Händler sollten ihre Augen für Entwicklungen aus den USA offen halten. US-Indikatoren werden voraussichtlich die Richtung des EUR am heutigen Tag bestimmen.

JPY -

Gestern hatte der Yen zu Beginn des Handelstages abfallende Trends gegenüber seinen Währungsgegnern zu verzeichnen. Gegenüber dem US-Dollar erfuhr der Yen einige Schwankungen und durchbrach die 107.00-Barriere, um sich im weiteren Verlauf in einer Spanne zwischen 106.25 und 107.75 zu konsolidieren. Der JPY verzeichnete einen starken Rückgang gegenüber dem EUR und notierte somit bei einem Wochentief von 169.16. Eine leicht pessimistische Haltung breitet sich in der japanischen Regierung aus, die erwartet, auch im Juli, fünf Monate in Folge, eine wirtschaftliche Flaute zu erleben. Offiziellen Berichten der letzten Monate zufolge scheint der Wirtschaftsaufschwung zu pausieren, denn jüngst stellen sich eher geschwächte Tendenzen ein.


Für heute stehen lediglich zwei Ereignisse auf dem japanischen Wirtschaftskalender. Industrieproduktionen werden aller Voraussicht nach stabil, bei einem Wert von 2,9% erwartet. Japans Household Confidence-Index wird ebenfalls veröffentlicht und höchstwahrscheinlich auf 31,5 fallen. Diese Zahlen könnten weiter zum derzeitigen Handelstrend des JPY beitragen.

Rohöl -

Der gestrige Handelstag war für das Rohöl eher schwankend. Zunächst nahm der Rohstoff seinen Anstieg wieder auf und durchbrach die $142-Marke pro Barrel. Der Hauptgrund für diese Preiserhöhung waren höchstwahrscheinlich Nachrichten aus dem Nahen Osten, in denen berichtet wurde, dass der Iran neun seiner Raketen getestet hat und jederzeit bereit sei, Vergeltung für einen Angriff auf seine Atomwaffenprojekte zu üben.


Trotz der Preisanspannung stockt die Ausweitung des chinesischen Ölimports. China ist zweitgrößter Energieverbraucher weltweit. Die Volksrepublik verzeichnete im letzten Monat verzögerte Rohöl-Importe, seitdem die Steuerrückgaben einen Ausgleich der erhöhten Kosten verfehlten. Der Import stieg im Monat Juni um 3% auf 14,57 Mio. Meter-Tonnen, bzw. 3,55 Mio. Barrel pro Tag an. Dies gab die allgemeine Zollverwaltung der Volksrepublik Chinas gestern bekannt.


Angesichts eines Nachlasses der chinesischen und US-amerikanischen Verbrauchswerte, sollten Händler von einer geringeren Balance, vorerst der Terminmärkte, und anschließend auch in Bezug auf die Devisenmärkte ausgehen.

Technische News

EUR/USD

Auf der Forex-Tages-Chart lässt das EUR/USD-Paar eine offensive zinsbullische Bewegung innerhalb seiner engen Handelsspanne erkennen und nähert sich dabei einer starken Abstützung. Die Stunden-Chart zeigt eine vereinzelte Konsolidierung um die 1.5770-Marke. Die positive Neigung des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart unterstützt dieses gemäßigte zinsbullische Momentum. Kaufen auf Dips könnte eine gute Strategie für heute sein.

GBP/USD

Die 4-Stunden- sowie die Tages-Chart des GBP/USD deuten darauf hin, dass das letzte Wort zu diesem zinsbullischen Trend noch nicht gesprochen wurde, da sich dieses Währungspaar zur Zeit inmitten eines starken Aufwärtstrends befindet. Die Indikatoren der Stunden-Forex-Chart zeigen jedoch nach unten. Eine bevorzugte Strategie könnte lauten: Auf deutlichere Signale der Stunden-Charts zu warten.

USD/JPY

Dieses Paar wurde in den letzten Tagen in seiner Spanne gehandelt. Alle Oszillatoren auf der USD/JPY-Stunden- und 4-Stunden-Chart sind eher neutral. Es lässt sich keine eindeutige Richtung erkennen. Dennoch zeichnet sich auf der Tages-Chart des Slow Stochastic ein Kreuz, Tendenz fallend, ab, was darauf hinweist, dass fallende Kurse bevorstehen.

USD/CHF

Der Slow Stochastic der Forex-Tages-Chart ist rückgängig. Auf der 4-Stunden-Chart bestätigt der Slow Stochastic diesen Trend ebenso. Dennoch deuten die technischen Forex-Indikatoren der Stunden-Charts eine vereinzelte zinsbullische Korrigierung an. Demnach könnte Verkaufen mit eng gesetzten Stopps eine gute Strategie sein.

Die Wild-Card

Rohöl

Es scheint, als sei das zinsbullische Momentum des Rohöls zurückgekehrt. Dieser Rohstoff bewegt nach oben, wobei noch so einiges Potential besteht. Alle technischen Oszillatoren der Stunden- sowie Tages-Rohöl-Charts geben zinsbullische Signale aus. Der nächste Richtpreis könnte hier heute bei $144 liegen. Forex -Händlern bietet sich nun eine gute Gelegenheit, diesem Markt wieder beizutreten.

Aktuelle Zeit: 05/26 00:44 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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