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Thursday, 11 Sep 2008

Wirtschaftswachstumsprognose für Eurozone nach unten korrigiert

Die aktuell reividierte Prognose des Wirtschaftswachstum für die Eurozone wirft seine Schatten auf die ohnehin bereits geschwächte globale Wirtschaft. Das lahmende Wirtschaftswachstum wirkt sich negativ nicht nur auf die Kurspaare aus, sondern beeinträchtigt ebenso die Erholung der einzelnen Wirtschaftssysteme.

EUR/USDGBP/USDUSD/JPYUSD/CHFAUD/USDEUR/GBP
Tagestendenzdowndownupupdowndown
Wochentendenzdowndownupupdowndown
Resistance1.40501.7596108.401.14750.80680.8074
1.40201.7566108.101.14450.80380.8044
1.39901.7536107.801.14150.80080.8014
Support1.39101.7456107.101.13350.79280.7934
1.38801.7426106.801.13050.78980.7904
1.38501.7396106.501.12750.78680.7874

Wirtschafts News

USD - Aufwärtsmomentum scheint unaufhaltbar

Nachdem der Dollar am Dienstag leichte Wertverluste hinnehmen musste, setzte er am gestrigen Handelstag seinen Aufwärtstrend gegen die Währungsgegner fort. Der Dollar konnte seinen Wertzuwachs weiter ausbauen, wurde dabei von fallenden Rohölpreisen unterstützt und erreichte ein neues Einjahreshoch gegenüber einigen Kontrahenten. Außerdem gewann der USD an Boden, infolge einer Berichtigung der Prognosen für das Wirtschaftswachstum der Eurozone des nächstes Jahres, das von 1,7% auf 1,3% nach unten korrigiert wurde. Als Ergebnis dessen fiel der EUR gleich um 0,4% auf 1,3951 und erreichte ein Elfmonatstief gegenüber dem USD. Gegen den JPY stieg der USD um 0,6% auf 107,44 an.

Des weiteren wird der Dollar positiv von der allgemeinen Annahme beeinflusst, dass die US-Wirtschaft robuster sei, als die Wirtschaft anderer Nationen, die im Zuge einer Erholung nach der globalen Kreditkrise weiter im Rückstand liegen. Genau dies zeigt sich am heutigen Handelstag besonders deutlich. Der Dollar ließ sich reichlich wenig von den enttäuschenden Ergebnissen des dritten Quartals, bedingt durch den heftigen Geschäftsrückgang der Lehman Brothers Investmentbank, beeinflussen und verzeichnete einen Wertzuwachs gegenüber all seinen Währungsgegnern.

Für heute stellt die US-Handelsbilanz den wichtigsten Indikator der US-Wirtschaft dar. Experten sagen einen Defizitsanstieg von -56,8 Mrd. USD im Juni auf -58,0 Mrd. USD im Monat Juli voraus. Der Import-Preisindex, der die Preisveränderungen von Produkten, die im Ausland von US-Bürgern eingekauft werden, misst, wird heute bei -1,6% erwartet. Darüber hinaus stehen auf dem US-Wirtschaftskalender der Bericht der Arbeitslosenanträge, einer der einflussreichsten Indikatoren für den USD, der sich laut Vorausssagen von 444.000 Anträgen der Vorwoche um 4.000 Anträge reduzieren soll. Außerdem wird der Vize-Chef der US-Notenbank Donald Kohn heute eine Rede halten, die voraussichtlich Volatilität auf den Märkten auslösen wird. Da die heutigen Indikatoren erwartungsgemäß überwiegend positive Einflüsse auf den USD nehmen werden, könnte sich das zinsbullischen Momentum der US-amerikanischen Währung fortsetzen. Anleger sollten jedoch mit hohen Kursschwankungen rechnen, die sich zu den jeweiligen Veröffentlichungen einstellen werden.

EUR - Prognosen für das Wirtschaftswachstum der Eurozone rückläufig

Gegenüber den meisten seiner Währungsgegner erfuhr der EUR gestern Abwärtstendenzen. Der EUR stürtzte gegenüber dem Dollar auf ein Elfmonatstief, nachdem die EU-Kommission bekannt gegeben hatte, dass die Wirtschaft der Eurozone zurzeit unter einem Konjunkturtief leide und die Wachstumsprognosen für das nächste Jahr von 1,7% auf 1,3% gesenkt wurden. Experten zufolge wird die EZB bei herabgesetzter Wachstumprognose ihre Zinsrate unverändert belassen. Dies sei wiederum hauptsächlich auf die Aussagen der EU-Kommission zurückzuführen, aus deren Prognosen für das Jahr 2008 zu erkennen ist, dass die Inflationsrate in der Eurozone höher ausfallen könnte als zuvor geschätzt. Im Juli hatte die EZB ihren Zinssatz um 0,25% (von 4,00%) erhöht, um die Erwartungen eines Anstiegs der Inflationsrate auf unter 2% zu bringen.

Am gesterigen Handelstag wurden die französischen Industrieproduktionszahlen besser als erwartet ausgegeben. Diese erholten sich um 1,2%, statt der erwarteten 0,1%, was zeigt, dass der Wirtschaft der Eurozone eventuell kein Konjunnkturrückgang bevorsteht. Auch Frankreichs Handelsbilanz wurde besser als zur letzten Messung (-5,4 Mrd. EUR) ausgewiesen. Das Defizit schmälerte sich auf -4,8 Mrd. EUR. EZB-Präsident Trichet bemerkte in seiner vorausgegangenen Ansprache in Brüssel wieder einmal, dass es eine Notwendigkeit für die EZB gäbe, Kreditinstitute in der Eurozone verstärkt zu beaufsichtigen und zeigte sich zugleich entschlossen, den Risiken eines Inflationsanstiegs entgegenzutreten.

Für heute stehen so einige Ereignisse auf der Wirtschaftsagenda der Eurozone: Daruner der deutsche Großhandelspreisindex, der die Entwicklung der Preise für die von Großhändlern im Inland abgesetzten Waren misst. Laut Experten soll sich diese Zahl im Vergleich zum Vormonatsanstieg im Juli 2008 von 1,4% auf -0,3% verändern. Außerdem werden heute Frankreichs Nonfarm Payrolls (Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft) veröffentlicht, die auch wie im vergangenen Monat voraussichtich bei -0,1% ausgegeben werden. Die Öffentlichkeit erwartet ebenfall den monatlichen EZB-Bericht sowie eine weitere Rede von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Ohne Zweifel werden diese Ereignisse die Märkte mit höhen Kursschwankungen versorgen.

JPY - Japan nicht ausgenommen von globalen Wirtschaftssorgen

Der JPY beendete den gestrigen Handel bei gemischten Ergebnissen gegenüber seinen Hauptwährungsgegnern. Dabei rutschte der JPY gegenüber dem USD bis auf 107,80 ab, während er gegen den EUR über 100 Punkte dazugewinnen konnte, nachdem die revidierte Prognosse des Eurozonen-Wirtschaftswachstums veröffentlicht wurde.

Der Index of Leading Indicators Japan hat sich leicht von 91,0% auf 91,6% verbessert. Dennoch bleibt das Ergebnis unter den erwarteten 91,8%, was das Kabinet Büro dazu veranlasste, sich besorgt in Bezug auf einen konjunkturellen Abschwung der japanischen Wirtschaft zu äußern. Darüber hinaus fiel die Kernrate der Bestellungen von Werkzeugmaschinen etwas weniger als erwartet auf -3,9% im Monat Juli. Laut Experten verdeutliche dieses Ergebnis, dass die Bestellungen sich linear zu einer verlangsamten Produktion abschwächten, die aus sich abzeichnenden konjunkturellen Problemen weltweit in Kombination mit nachlassendem Profit stammen.

Für heute stehen zwei Indikatoren auf dem japanischem Wirtschaftkalender. Entscheidend sind dabei Japans Finale Quartalszahlen zum BIP, das den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die von Personen im Inland erbracht worden sind misst. Hier sagen Experten einen Rückgang auf -0,9% voraus. Dazu wird außerdem der Finale BIP-Preisindex ausgegeben, der eher wenig Einfluss auf den JPY nehmen wird. JPY-Anleger sollten heute nicht nur Japans Veröffentlichungen beobachten, sondern ebenfalls die wirtschaftlichen Ergebnisse weltweit im Auge behalten. Auch für den JPY könnten sich heute hohe Kursschwankungen ergeben.

Rohöl - Hurrikan "Ike" und OPEC beeinflussen gemeinsam die Erdöllagerbestände

Heute bestimmen zwei Faktoren ausschlaggebend die Rohölpreise. Zum einen, die erwarteten Auswirkungen des sich nähernden Hurrikan "Ike" sowie die gestrige überraschende Entscheidung der OPEC in Bezug auf die Drosselung der Erdölförderung. Mittlerweile wurde "Ike" gesern Nacht als Hurrikan der Kategorie 2 eingestuft. Laut Meteorologen soll der Tropensturm die Küste von Texas am Wochenende erreichen. Anleger erwarten, dass sich infolge dessen ein Rückgang der Lagerbestände ergeben wird, da die Ölkonzerne ein weiteres Mal ihre Produktions einstellen und Arbeitskräfte evakuieren werden. Dies könnte eventuell einen Preisanstieg auslösen.


Darüber hinaus hatte die OPEC, weltgrößtes Erdölkartell, gestern ihre Entscheidung bekannt gegeben, die Ölförderung um 520.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Dieser Beschluss war jedoch überraschend, da Experten davon ausgegangen waren, dass die fallenden Erdölpreise nicht das Ergebnis einer Überversorgung waren, sondern vielmehr aufgrund einer rückläufigen Nachfrage sowie eines gestärkten USD stürtzten. Dies traf wiederum genau auf die Haltung Saudi Arabiens, einflussreichstes Mitglied der OPEC, zu. Die größte Ölnation der Welt hatte sich gegen eine Fördereinschränkung vor dem anstehenden Winter ausgesprochen, da der Bedarf an Heizöl zu dieser Jahreszeit in der Regel seinen Höhepunkt erreicht. Übernacht konnte ein heftiger Sturz der Rohölpreise, im Vergleich zum ihrem Stand zum gestrigen Handelsschluss beobachtet werden. Im frühen Morgehhandel pendelten sich die Preise wieder um die $103,30 pro Barrel ein. Anleger sollten wachsam bleiben - der nächste Richtpreis wird zurzeit bei $100 pro Barrel vorausgesagt. Werden die Öllieferanten und Mutter Natur es schaffen, die Preise über der $100-Marke zu halten?

Technische News

EUR/USD

Das Abwärtsmomentum dieses Paares setzt sich in vollem Umfang fort. Gestern durchbrachen EUR/USD die 1,4000-Marke. Auf der 4-Stunden-Chart wird deutlich, dass das Paar sich nach wie vor im unteren Bereich der Bollinger Bands bewegt, was auf ein Fortbestehen der Abwärtstendenz hindeutet. Verkaufen könnte heute eine gute Strategie sein.

GBP/USD

Der fallende Kurs dieses Paares setzt sich fort, während die Handelsspanne noch nicht durchbrochen wurde. Auf der Tages-Chart ist ein starkes rückläufiges Kreuz zu erkennen. Auch die 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend, deren Slow Stochastic auf eine Fortsetzung der Abwärtstendenz hinweist. Der nächste Richtwert liegt möglicherweise bei 1,7400. Eine gute Entscheidung könnte hierbei lauten: Verkaufen.

USD/JPY

Die Handelsspanne dieses Paares verengt sich fortschreitend, da sich USD/JPY richtungslos bewegen. Auf der Tages-Chart werden Anzeichen eines Abwärtsmomentums deutlich. Auch die Bollinger Bands verdichten sich, während ein Durchbruch in eine der beiden Richtungen bevorsteht. Eine gute Strategie könnte sein, auf eindeutigere Signale zu warten, um anschließend dem Markt beizutreten.

USD/CHF

Die deutliche zinsbullische Handelsspanne auf der 4-Stunden-Chart setzt sich ohne Pause fort. Der Slow Stochastic gibt eine Triple-Top-Formation mit positiver Neigung aus, was ein mögliches Anhalten des Trend bedeuten könnte. Hier könnte es richtig sein, zu kaufen.

Die Wild-Card

Gold

Der Abwärtstrend dieses Rohstoffes, der in der vergangenen Woche begonnen hatte, scheint sich in vollem Umfang auszufalten. Der Slow Stochastic der Stunden-Chart verdeutlicht, dass dieser Trend nach wie vor Potential in sich trägt. Forex -Anlegern könnte sich hier eine großartige Gelegenheit bieten, sich das noch verbleibende Abwärtsmomentum zu Nutze zu machen.

Aktuelle Zeit: 05/26 00:58 GMT
# Zeit $€£¥ Ereignis Zeit Vor Pro Akt Wich
05/28
00:30JPY+ Household Spending3.4% --3
00:30JPY+ Unemployment Rate4.5% --1
00:50JPY+ Retail Sales 10.3% --3
05/29
07:00CHF+ UBS Consumption Indicator1.22--1
07:00EUR+ German Import Prices0.7% --1
11:00GBP+ CBI Realized Sales-6 --3
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